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So sollte sie aussehen: Die Multifunktionshalle am Kaiserlei in Frankfurt.

Mega-Projekt am Kaiserlei

Investor springt ab -  Rückschlag für Multifunktionshalle in Frankfurt 

Der Bau einer Multifunktionshalle in Frankfurt am Kaiserlei hat einen Rückschlag erlebt. Der französische Investor ist überraschend abgesprungen.

  • Am Kaiserlei-Kreisel in Frankfurt soll eine Multifunktionshalle entstehen
  • Der französischen Investor Langano hat kein finales Angebot bis zur Frist am Montag eingereicht
  • SPD-Fraktion spricht sich für Mega-Halle  „The Dome“ am Frankfurt Flughafen aus

Update vom Mittwoch, 13.05.2020, 16.17 Uhr: Eigentlich sollte der Bau der Multifunktionshalle am Kaiserlei-Kreisel in Frankfurt am Montag einen großen Schritt vorankommen. Der französische Investor hatte geplant, an diesem Tag sein finales Angebot für die Multifunktionhalle am Kaiserlei abzugeben. Bei der zuständigen Submissionsstelle der Stadt Frankfurt ist jedoch kein Angebot eingegangen. Die beiden für das Verfahren zuständigen Stadträte Jan Schneider und Markus Frank äußerten sich in einer Pressemitteilung der Stadt Frankfurt enttäuscht über das Vorgehen von Langano. Die Gründe für den Absprung des Unternehmens sind bisher nicht bekannt. 

Im April hatte es zwei Verhandlungsrunden zwischen den Dezernenten und dem Investor gegeben, Ende April hatte Langano ein Erschließungsgutachten vorgelegt. Daher schien sich das Projekt auf der Zielgeraden zu befinden, heißt es in der Pressemitteilung. Durch die Nichtabgabe des finalen Angebotes verliert Langano den Status als „bevorzugten Bieter“ für die Multifunktionhalle am Kaiserlei-Kreisel in Frankfurt.

Multifunktionshalle in Frankfurt:  Usprünglicher Investor könnte einspringen

„Das Amt für Bau und Immobilien hatte alles vorbereitet, um für das städtische Grundstück am Kaiserlei ein Erbbaurecht zu angemessenen Konditionen vergeben zu können“, sagt Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider. „Wir haben damit der Multifunktionsarena den Weg geebnet und ich bin deshalb enttäuscht, dass Langano auf die Abgabe eines Angebotes verzichtet hat.“

Im ursprünglichen Bieterverfahren für die Multifunktionhalle am Kaiserlei hatte es zwei interessierte Investoren gegeben. Der zweite Anbieter AEG Anschutz hat vor Kurzem sein weiter bestehendes Interesse am Projekt bekundet, so die Stadt Frankfurt. Daher könnte das weitere Verfahren mit ihm fortgeführt werden.

Die SPD-Fraktion am Römer kritisiert das bisherige Verfahren und spricht sich für den Bau der Halle „The Dome„ am Flughafen Frankfurt* aus. „Nachdem sich unsere Befürchtung bewahrheitet hat, dass das Projekt am Kaiserlei nicht umsetzbar ist, müssen wir mit Volldampf an den Bau der Halle am Flughafen gehen“, so Fraktionsvorsitzende Ursula Busch in einer Pressemitteilung. Man habe alle Konzepte - sowohl die am Kaiserlei als auch das am Flughafen ausgewertet. „Der ‚Dome‘ wäre die beste Halle für Frankfurt“, sagt Busch.

Frankfurt: „The Dome“ am Flughafen laut SPD-Fraktion bessere Option als Halle am Kaiserlei

Die SPD Fraktion am Römer verweist auch auf die derzeit kaum abschätzbaren finanziellen Auswirkungen der Coronakrise. Ein wichtiger Faktor sei, dass beim Projekt am Flughafen keine zusätzlichen Kosten auf die Stadt zukommen würden. „Das haben uns die Investoren sogar schriftlich zugesichert.“ 

Update vom Sonntag, 22.12.2019, 7.19 Uhr: Der französische Investor Langano tritt beim Bau der Multifunktionshalle in Frankfurt in die entscheidende Phase. Bei der Angebotseröffnung nach Ausschreibung des Projekts haben Baudezernent Jan Schneider und Sportdezernent Markus Frank (beide CDU) festgestellt, dass „wesentliche Eckpunkte“ des französischen Angebots passen. 

Deshalb wollen Frank und Schneider nun in die finalen Verhandlungen eintreten. Das Bieterkonsortium Langano soll ein Erbbaurecht für eine insgesamt rund 25.000 Quadratmeter große Fläche erhalten, die sich im Eigentum der Stadt Frankfurt und der stadtnahen Stiftung Allgemeiner Almosenkasten befindet. Laut Frank wird Langano für das Gelände „eine zweistellige Erbpacht zahlen“.

Frankfurt: Multifunktionshalle am Kaiserlei soll 13.000 Zuschauer fassen

Die geplante Multifunktionshalle am Kaiserlei-Kreisel soll 13.000 Zuschauer fassen und rund 130 Millionen Euro kosten. Sie soll außer für Konzerte auch für die Heimspiele der Basketballer der Skyliners und der Eishockeyspieler der Frankfurter Löwen genutzt werden. Die Stadt erhofft sich, mit der Halle Veranstaltungen zu gewinnen, die bisher in Mannheim oder in anderen Städten stattfinden. Schätzungen zufolge könnte die Halle 200 Dauerarbeitsplätze an den Main bringen.

Eine von dem Unternehmen zunächst geforderte Bürgschaft ist vom Tisch. An der Bürgschaft hatte die SPD-Fraktion im Römer Anstoß genommen. Frank selbst hätte gegen ein Bürgschaft nichts einzuwenden gehabt, da diese aus seiner Sicht risikolos gewesen wäre. Die Bürgschaft hätte erst nach Fertigstellung der Halle gegriffen, sodass die Stadt die Sportarena gewissermaßen als Pfand gehabt hätte.

Es geht aber auch ohne Bürgschaft: „Die Investoren haben nun ein alternatives Finanzierungskonzept auf privatwirtschaftlicher Basis vorgelegt“, sagte Frank. Ein größer dimensioniertes Konkurrenzprojekt am Flughafen dürfte kaum mehr Chancen auf eine Realisierung besitzen.

Frankfurt: Multifunktionshalle am Kaiserlei als Sehnsuchtsprojekt nimmt Gestalt an

Erstmeldung vom Freitag, 06.12.2019, 20.09 Uhr: Frankfurt – Sportdezernent Markus Frank (CDU) bezeichnete die Pläne als "Konzept", während er das Konkurrenzprojekt der kanadischen Katz Group "eine Idee" nannte.

Es ist ein altes Sehnsuchtsprojekt der Stadtpolitik: Der Bau einer Mehrzweckhalle, die außer für Konzerte auch von den Basketballern der Skyliners und den Eishockeyspielern der Löwen Frankfurt genutzt werden kann. Als bekannt wurde, dass das Projekt der Franzosen am Kaiserlei Gestalt annimmt, hatte kurz darauf die Katz Group bekannt gegeben, dass man plane, am Frankfurter Flughafen eine Multifunktionshalle mit dem Namen "The Dome" zu errichten. Rund 23.000 Zuschauer sollen darin Platz finden. Sie wäre nach Auskunft des Planungsteams die zweitgrößte ihrer Art in Europa.

Der Gebäudekomplex mit einer großen Arena, einem Hotel und einem Forum soll nach den Plänen des kanadischen Investors zwischen der A 3 und der B 43 entstehen, das bereits existierende Parkhaus "The Squaire" befindet sich direkt daneben. Die Kosten werden auf 300 Millionen Euro geschätzt. Bereits 2023 könnte die Halle nach Auskunft der Katz Group stehen.

Multifunktionshalle in Frankfurt: Viele Fragen offen

Im Büro des Sportdezernenten Markus Frank sieht man das skeptisch. Aus Franks Sicht blieben zahlreiche Fragen wie die der Verkehrsanbindung bisher unbeantwortet. Das Konzept der Kanadier beinhaltet unter anderem auch, mit der Halle die Bundesstraße B43 zu überbauen, wobei aber kein klassischer Tunnel entstünde, da die etwa 100 Meter lange Unterführung im Norden offen wäre.

Unter Teilen des geplanten Gebäudekomplexes verliefe dann die A 3. Die S-Bahn-Linien S 8 und S 9 sollen an der Arena einen Halt bekommen, der aber nur bei Veranstaltungen angefahren würde. Der Bau einer S-Bahn-Station ist ein langwieriges Unterfangen. Allein der Anschluss und Bau der S-Bahn-Station Gateway Gardens hat zehn Jahre gedauert. Die Station wird am kommenden Montag (09.12.2019) eröffnet.

Multifunktionshalle am Flughafen Frankfurt? Konflikt mit Flugbetrieb

Fragen stellen sich aus Sicht des Sportdezernenten auch hinsichtlich der geplanten Überbauung der Autobahn. Das projektierte Gebäude liege zudem zu nah an den Bahngleisen. "Gibt es eine Genehmigung des Eisenbahnbundesamtes?", fragte Frank. Auch Fraport-Chef Stefan Schulte sah im Juli dieses Jahres noch "viele Hürden".

Denn erst einmal müsse Baurecht geschaffen werden. Frank bezweifelte, ob sich der Betrieb des Flughafens mit zusätzlichen 23 000 Zuschauern bei Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle organisieren lasse. Und vermutete: "Im Zweifelsfall entscheidet sich Herr Schulte für den Flughafen."

Kleiner dimensioniert ist das Projekt einer Multifunktionshalle am Kaiserlei-Kreisel. Sie soll 13 000 Zuschauer fassen und dementsprechend auch "nur" rund 130 Millionen Euro kosten.

Das Bieterkonsortium Langano soll ein Erbbaurecht für eine insgesamt rund 25 000 Quadratmeter große Fläche erhalten, die sich im Eigentum der Stadt Frankfurt und der stadtnahen Stiftung Allgemeiner Almosenkasten befindet. Laut Frank wird Langano für das Geländer "eine zweistellige Erbpacht zahlen". Das Angebot werde derzeit ausgewertet.

Franzosen wollen Bürgschaft von Stadt Frankfurt für  Multifunktionshalle

Zunächst stand die Forderung der Franzosen nach einer Bürgschaft der Stadt für das Projekt im Raum. Diese wurde von der SPD-Fraktion im Römer abgelehnt. Aus Sicht Franks hat dies das Bauvorhaben am Kaiserlei allein um ein Dreivierteljahr verzögert. Die Bürgschaft hätte, so Frank, erst nach Fertigstellung der Halle gegriffen, und hätte deshalb kein Risiko für die Stadt bedeutet, da die Kommune die Sportarena gewissermaßen als Pfand gehabt hätte. Jetzt habe aber der Investor selbst die wegen der fehlenden Bürgschaft entstandene Finanzierungslücke geschlossen.

Das Projekt einer großen Multifunktionshalle ist auch im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen vereinbart. Die Planung zieht sich aber schon über viele Jahre.

Von Thomas Remlein

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