Wer im Krankenhaus liegt, kann in Hessen theoretisch wieder Besuch empfangen.
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Wer im Krankenhaus liegt, kann in Hessen theoretisch wieder Besuch empfangen.

Corona

Frankfurter Uniklinik erlaubt weiterhin keine Besuche

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Hessens Einrichtungen setzen die Lockerungen unterschiedlich um. Sie dürfen das. In der Uniklinik Frankfurt bleiben Besuche auch weiterhin untersagt.

  • Das strikte Besuchsverbot in Krankenhäusern wurde im Juli gelockert
  • Doch ein Krankenhaus in Frankfurt bleibt lieber beim Status quo
  • Das habe „infektionsepidemiologischen Gründe“

Wer im Krankenhaus liegt, kann in Hessen theoretisch wieder Besuch empfangen. In der Praxis wird die zum 15. Juli in Kraft getretene Regelung jedoch sehr unterschiedlich umgesetzt. In der Frankfurter Universitätsklinik etwa hat sich gegenüber den Wochen zuvor nichts geändert. Besucher sind nur in Ausnahmenfällen erlaubt. Wohingegen die Helios-Kliniken Wiesbaden nach eigenen Bekunden den Erlass der Landesregierung in Gänze umsetzen.

Frankfurt: Zum Schutz vor Corona-Infektionen gilt in der Uniklinik weiterhin ein Besuchsverbot

Zum Schutz vor Corona-Infektionen hatte das Land im März ein striktes Besuchsverbot für Krankenhäuser oder Rehabilitationseinrichtungen verfügt. Ausnahmen waren lediglich für Minderjährige möglich, eine Vertrauensperson bei einer Geburt oder wenn ein Mensch im Sterben lag.

Mit Beschluss vom 1. Juli lockerte das Sozialministerium die Regeln. Das letzte Wort haben allerdings die Leitungen der Krankenhäuser. Sie können auf Grundlage ihres Hausrechts Besuche einschränken oder untersagen, informiert das Sozialministerium in Wiesbaden.

Die Regeln

Besuche in Rehakliniken sind seit dem 15. Juli uneingeschränkt möglich.

In Krankenhäusern darf der Patient oder die Patientin in den ersten sechs Tagen insgesamt zwei Besuche empfangen. Pro Besuch dürfen maximal zwei Personen kommen. Ab dem siebten Tag ist täglicher Besuch von bis zu zwei Personen erlaubt.

Der Mindestabstand von 1,50 Meter ist einzuhalten, Mund-Nasen-Schutz Pflicht sowie das Einhalten der von der Einrichtung angeordneten Hygieneregeln.

Ob und wie eine Klinik die neue Regeln umsetzt, ist auf der Homepage zu erfahren. jur

Frankfurt: Uniklinik möchte aus „infektionsepidemiologischen Gründen“ beim Status quo bleiben

„Dies kann insbesondere dann notwendig werden, wenn in einer Einrichtung besonders gefährdete Patientinnen und Patienten behandelt werden und wegen der besonderen Situation eine Infektion unbedingt ausgeschlossen werden muss.“

Die Frankfurter Universitätsklinik begründet ihr Bleiben beim alten Status quo mit „infektionsepidemiologischen Gründen“. Die Einschränkungen dienten dem Schutz von Patienten und Mitarbeitenden, wesentliche Anpassungen seien derzeit nicht möglich, würden aber ständig geprüft. Neben den medizinischen stellten sich auch organisatorische Herausforderung für die Verantwortlichen, wie Steffen Gramminger erläutert, geschäftsführender Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft. „Um künftig Besuche in den Krankenhäusern zu ermöglichen, sind von unseren Häusern zusätzliche bauliche und technische Anforderungen zu schaffen.“ Dazu gehörten kontrollierte Eingänge, Sicherheitsschleusen und EDV-Lösungen.

Uniklinik Frankfurt: Kai Klose wirbt um Verständnis für Krankenhäuser mit strengen Besuchsregeln

Die Besucher müssten am Empfang erfasst werden, nach ihrem Gesundheitszustand befragt sowie ihre Anzahl kontrolliert werden. Dafür sei zusätzliches Personal notwendig, das nicht so schnell zu bekommen sei. Sozialminister Kai Klose (Grüne) wirbt um Verständnis. Die Lockerung der Besuchsregeln kämen den Patienten sowie ihrem sozialen Umfeld zugute, bedeuteten aber auch Mehraufwand für die Krankenhäuser. „Grundsätzliches Ziel ist der Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus – das sollten wir uns stets vor Augen halten.“

Einen Mittelweg geht das Darmstädter Klinikum, wo sich Besucher vorab online anmelden müssen. Für Stationen mit besonders vulnerablen Patienten gelten die alten Regelungen weiter. Wer in der Psychosomatik behandelt wird, empfängt seine Lieben im Freien. (Von Jutta Rippegather)

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