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Beim Feiern sind die Frankfurter ganz groß und Gäste sind herzlich willkommen.  

Feier

Rentner, Punks und Eintracht-Fans - 30 Jahre Markt an der Konstablerwache

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30 Jahre Markt an der Konstablerwache: „An Orten wie diesen ist Frankfurt, wie ich es mag: offen, herzlich und großzügig“, lobt OB Peter Feldmann.

Frankfurt – Seit nunmehr 30 Jahren gehört hier zusammen, was zusammen wächst: weiße Rosen und Rote Beete, Kohl und Birnen, Bück- und Streckware aus Mutter Naturs regionalem Schatzkästlein. Aber an diesem Donnerstag, dem Tag der Deutschen Einheit, ist alles ein bisschen anders auf dem Erzeugermarkt an der Konstablerwache.

Das liegt auch daran, dass der eigentliche Markt bereits am Vortag über die Bühne gegangen ist und einige Beschicker wohl wenig Lust auf eine Doppelschicht hatten. Weshalb am Donnerstag mitten auf Deutschlands wahrscheinlich hässlichstem Marktgelände ein Hohlraum entstanden ist, den die Verantwortlichen klugerweise mit Tischen und Bänken aufgefüllt haben. Das hat zur Folge, dass man sogar am späten Vormittag, als das Wetter noch halbwegs mitspielt, einen Sitzplatz zum Essen findet, ohne dafür jemanden totschlagen zu müssen. Auch das ist irgendwie gelebter Umweltschutz und unterscheidet den Jubiläums- vom normalen Markt. Aber das ist natürlich nicht alles.

Konstablerwache: Mehr als ein Freiluftbioladen

Ebenfalls zum Jubeltag können sich die Besucher über einen politischen Streichelzoo freuen. Neben einheimischen Exemplaren wie Peter Feldmann (Oberbürgermeister) und Markus Frank (Dezernent) sind auch Exoten wie Beatrix Tappeser (Staatssekretärin) zu bestaunen.

„Der Ansatz der Erzeugermarktinitiatoren könnte kaum aktueller sein“, sagt Peter Feldmann. Ähnliches hat der OB am Tag zuvor beim Empfang im Kaisersaal auch über die „Titanic“-Redaktion gesagt, aber selbst ein OB kann sich ja nicht täglich neu erfinden. Feldmann sagt aber auch das: „An Orten wie diesen ist Frankfurt, wie ich es mag: offen, herzlich und großzügig. Hier trifft alles aufeinander: Berufstätige, schoppepetzende Rentner, Bratwurstfans, Punks, Gourmets und Eintracht-Fans vor dem Heimspiel“ – und bezieht das ganz eindeutig nicht auf die „Titanic-Redaktion“, sondern auf den zehn Jahre jüngeren Erzeugermarkt an der Konstablerwache.

Frankfurt: 30 Jahre Erzeugermarkt 

Der Erzeugermarkt ist an diesem Tag aber mehr als nur ein Freiluftbioladen. Er ist auch ein bisschen IAA: Mitten auf dem Marktplatz dreht sich ein altes Kinderkarussell im Kreis, macht Krach und erinnert an vielleicht bessere, sicherlich aber andere Zeiten. Er ist aber auch ein bisschen Buchmesse.

An ihrem Stand verkauft Lore Bäuscher heute neben Dill und Lauch auch ihr Buch, das den fast schon zu naheliegenden Titel „Lore Bäuscher – das Buch“ trägt – aber naheliegend sollen die Produkte, die auf dem Erzeugermarkt feilgeboten werden, ja auch sein. Das Buch kostet zehn Euro, inbegriffen sind eine persönliche Signatur und ein paar warme Worte der Weisheit der Autorin. Mit handgemaltem Plakat präsentiert sich Lore Bäuscher als hessischen Gegenentwurf zu Meghan Markle: „Prinzessin wollte ich werden – Marktfrau mit Herz bin ich geworden.“ Und das, muss man sagen, ist auch gut so.

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