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Die Sonne brennt derzeit besonders heiß vom Himmel.

Hitzewelle

Das sind die heißesten Jobs der Stadt

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Bis zu 39 Grad heiß ist es in Frankfurt. In diesen Jobs müssen Menschen mehr als schwitzen.

Emanuel Reuss hat definitiv einen der heißesten Jobs der Stadt. Bis zu 39 Grad ist es an diesem Hitze-Mittwoch in Frankfurt. Und Reuss steht seit fünf Uhr morgens auf dem Bornheimer Markt, und an diesem Mittag grillt er noch bis 18.30 Uhr so knapp 300 Würstchen. „Es fehlt nur noch der heiße Stein für den Saunaaufguss“, sagt er und lacht. Sein Gesicht ist rot. Der Rotblonde steht in der Dampfwärme des Grills. Doch der Mitarbeiter der Dorfmetzgerei Krug bleibt gut gelaunt. „Klar merke ich den Unterschied zu normalen Tagen. Aber ich trinke bis zu sechs Liter am Tag, und ich habe auch ein T-Shirt zum Wechseln dabei, wenn das erste durchgeschwitzt ist“, sagt er.

Emanuel Reuss von der Dorfmetzgerei Krug grillt trotz Hitze auf dem Bornheimer Wochenmarkt.

Nur wenige Straßen weiter schaufelt im Blaumann und ohne Kopfbedeckung in der Knallsonne Fisnik Brahimaj zusammen mit seinem Cousin Ylber Brahimaj eine Baugrube. Sie verlegen gerade Rohre für einen Glasfaseranschluss für schnelleres Internet. „Wir sind ein Familienunternehmen, und wir arbeiten bei dieser Hitze bis abends durch. Das ist kein Problem für uns. Wir haben albanische Wurzeln, und dort sind 41 Grad ganz normal“, sagt Fisnik Brahimaj. Er betont, dass das alles reine Kopfsache sei. Auch das mit der Hitze.

Hitze in Frankfurt: Bauarbeiter machen früher Schluss

Ganz anderer Meinung ist hingegen Joachim Gruber. Er ist Geschäftsführer des Frankfurter Straßenbauunternehmens Josef Kipp. „Ich habe gemeinsam mit meinen Mitarbeitern bereits am Montag beschlossen, dass sie heute schon um 12.30 Uhr Feierabend machen“, sagt Gruber. 17 Mitarbeiter arbeiten zurzeit auf sieben Baustellen in ganz Frankfurt. „Ab 35 Grad geht die Leistungskurve deutlich nach unten. Egal, wie viel Wasser man trinkt. Wir sind solche Temperaturen in Deutschland nicht gewohnt“, so Gruber.

Und er sagt: „Da Bauarbeiter einen Stundenlohn bekommen, haben wir sie vorab gefragt, ob sie auf diese drei Stunden weniger Gehalt bereit sind zu verzichten“, sagt Gruber. Waren sie – und nutzen sie für Freibad und Familien. Im Gegensatz zum Winter, wo es Schlechtwettergeld vom Staat gibt, gibt es keines für heiße Tage.

Hitze in Frankfurt: "Extrem heiße Tage" sind Ausnahme

Joachim Gruber, Geschäftsführer und Inhaber der Baufirma Josef Kipp, hat seine Bauarbeiter am Mittag nach Hause geschickt.

„Solche extrem heißen Tage sind in Deutschland auch eher die Ausnahme“, sagt Raimund Ernst, Geschäftsführer der Frankfurter Bauinnung. „Klar wäre es super, wenn man an solchen heißen Tagen einen Brückentag einlegen könnte, aber das geht nicht überall. Viele Termine auf Baustellen sind einfach zu genau durchgetaktet, als dass es ein Hitzefrei geben kann, dass würde alle weiteren Arbeiten verzögern“, sagt er. Aber natürlich sollte man an solchen Tagen aufs Asphaltieren, wenn nicht unbedingt notwenig, verzichten.

Eine Siesta-Zeit wie in Ländern wie Spanien sei für Deutschland aber keine Option. „Wenn die Bauarbeiter mittags pausieren und dann von 18 bis 22 Uhr arbeiten würden, würden sich Anwohner über den Baulärm beschweren.“ Gibt es überhaupt eine gesetzliche Regelung, die besagt, ab welcher Temperatur man nicht auf dem Bau arbeiten darf? „Ein Recht auf Hitzefrei am Arbeitsplatz gibt es nicht“, sagt eine Sprecherin von der BG BAU – Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Grundsätzlich sei aber der Arbeitgeber verpflichtet, den Arbeitnehmer vor Gefahren für Leben und Gesundheit zu schützen. Das heißt: Der Arbeitgeber müsse für Beschäftigte, die im Freien arbeiten, Schutzmaßnahmen planen. Dazu zählten Schattensegel oder Sonnenschirme. Ein Pavillon sei gut geeignet, um einen Arbeitsplatz zu verschatten. „Dies wird von Steinsetzern genutzt – funktioniert aber nicht für Dachdecker.“ Beim Sonnenschutz seien sie beratend tätig: körperbedeckende Kleidung samt Kopfbedeckung und Sonnenbrille sei wichtig.

Hitze in Frankfurt: Sonnenbrille und Baseballkappe

Ybler (li.) und Fisnik Brahimaj fnden, es ist nicht zu heiß zum Arbeiten.

Sonnenbrille und Baseballkappe trägt Dagney Casanova Alvarez. Der Bademeister sagt, der heißeste Wachtturm im Frankfurter Brentanobad sei der unweit der Rutsche. „Hier knallt die Sonne, da hilft kein Sonnenschirm“, betont der 31-jährige. Außerhalb des Schwimmbeckens ist es so heiß, dass einem schnell schwindlig wird.

Es ist der erste Sommer, in dem der gebürtige Kubaner im Freibad arbeitet. „Ich vertrage die Hitze recht gut. Ich habe früher am Strand von Varadero gearbeitet. Aber so ein heißer Tag in Frankfurt ist stressig, weil so viel los ist. Eben sprach mich eine Frau an, weil sie ihren Schlüssel verloren hatte. Ich musste sie aber kurz stehenlassen, weil ein Kind mit Schwimmflügeln im Schwimmerbecken war. Meine Augen sind immer auf dem Wasser“, sagt Casanova Alvarez. Wenn seine Füße heiß werden, kühlt er sie in der Pause kurz ab.

30 Minuten hat er Pause, die er im Schatten verbringt. Aber auch da wird er nach zwei Minuten angesprochen. Ein junges Mädchen hat Nasenbluten und ist von einer Biene gestochen worden. „Einen Notfall im Wasser hatte ich – toi, toi, toi – noch nie in den sechs Jahren, in denen ich als Bademeister in Frankfurt arbeite“, so Casanova Alvarez.

Hitze in Frankfurt: Brentanobad bis 21 Uhr geöffnet 

Bademeister Dagney Alvarez Casanova kühlt kurz ab.

Acht Stunden ist seine normale Schicht. „Ich habe heute schon etwas früher angefangen, um meine Kollegen zu unterstützen.“ Bis 21 Uhr hat das Brentanobad an diesem Tag geöffnet, eine Stunde länger als normalerweise. „Am Ende räumen wir noch den Müll weg. Dann ist es 22 Uhr.“ Und was macht er, wenn er Feierabend hat? „Meine Frau will, dass ich raus auf den Balkon komme. Aber ich möchte dann nur noch drinnenbleiben“, sagt er und lacht.

Umweltministerium warnt vor Waldbrandgefahr in Hessen

Aufgrund des heißen Wetters und ausbleibender Niederschläge warnt das Umweltministerium vor erhöhter Waldbrandgefahr. Mindestens bis zum Beginn der nächsten Woche bestehe flächendeckend mittlere bis lokal sehr hohe Waldbrandgefahr. Ergiebige Niederschläge seien nicht in Sicht.

Am kommenden Wochenende wird für Frankfurt die höchste Warnstufe fünf erwartet. Die Waldböden und die Bodenvegetation seien sehr trocken.

Das Grünflächenamt bittet Waldbesucher um umsichtiges Verhalten. Schon eine weggeworfene Zigarettenkippe könne Auslöser für ein Feuer im Stadtwald sein. Auch weggeworfene Flaschen und Glasscherben könnten einen Waldbrand verursachen. Informationen unter 069 / 21 23 31 17. rose

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