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Rund um die Autobahnbrücke über die A661 an der Seckbacher Landstraße zwischen Bornheim und Seckbach.

Weg für Bauvorhaben frei

Frankfurt und Hessen bringen Einhausung der A661 auf den Weg

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Wenn alles gut geht, könnte in einem Zeitkorridor von 2028 bis 2030 die Autobahn zwischen Friedberger Landstraße und Seckbacher Landstraße auf einer Länge von 1000 Metern überdeckelt werden.

Die Erleichterung ist Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) deutlich anzumerken. „Seit über zehn Jahren“, so der 36-Jährige, habe die Stadt auf diesen Tag hingearbeitet. Vor den Journalisten, die zahlreich ins Planungsdezernat gekommen sind, unterschreiben Josef und der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Abend eine Verwaltungsvereinbarung. Dieses Papier macht den Weg frei zur Einhausung der vielbefahrenen Autobahn A661 im Osten Frankfurts.

Wenn alles gut gehe, so Josef, könne, „Stand jetzt“, in einem Zeitkorridor von 2028 bis 2030 die Autobahn zwischen Friedberger Landstraße und Seckbacher Landstraße auf einer Länge von 1000 Metern überdeckelt werden. Al-Wazir nennt den Deckel „eine gewisse Stadtreparatur“. Es gehe um Lärmschutz, um eine Antwort auf den trennenden Bau der Autobahn quer durch die Stadtteile.

A661 in Frankfurt: Wie breit wird die Autobahn?

Die spannende Frage ist, wie breit die Autobahn in Zukunft sein wird. Im Bundesverkehrswegeplan, so der Minister, seien sechs Spuren festgeschrieben. Dennoch soll die zum Teil bundeseigene Planungsgesellschaft DEGES in einem ersten Schritt noch einmal mit einer Verkehrsuntersuchung beauftragt werden. Diese Expertise, die das Land bezahlt, soll bis 2021 klären, ob die A 661 langfristig tatsächlich von heute vier auf sechs Spuren erweitert werden muss.

Vom Ergebnis hängt auch die Breite der Einhausung ab. Minister Al-Wazir gab auf Nachfrage der FR zu, dass der Individualverkehr weiter zunehmen werde. „Die Hoffnung ist aber, dass der Verkehr westlich und südlich um die Stadt herumlaufen“ werde.

Der Grüne erläutert dann auf Nachfrage der FR, warum aus seiner Sicht der Deckel dennoch einen Fortschritt darstellte. Die früheren Pläne für einen Alleentunnel seinen aufgegeben worden., „Ich habe den Planfeststellungsbeschluss 2015 aufgehoben.“ Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs gehe voran. „Wir haben Alternativen, die wir den Menschen anbieten können.“ So werde die nordmainische S-Bahn jetzt kommen. Die ICE-Strecke Frankfurt-Fulda werde ausgebaut: „2022 beginnen die Vorarbeiten.“

A661 in Frankfurt: Ein grüner Deckel für die Autobahn

BI in Frankfurt: „Wir werden den sechsspurigen Ausbau bekämpfen“

Auch das umstrittene Projekt eines milliardenteuren Fernbahntunnels unter Frankfurt bringe Vorteile: „Der Tunnel macht Kapazität für den Nahverkehr frei.“

Auf dem Deckel über die Autobahn soll Grün entstehen. Um Wohnhäuser zu tragen, ist die Überbauung statisch nicht stark genug. Die Politiker versprechen aber von „Kleingärten, Freizeitgärten, Sportanlagen.“ Am Rande der Einhausung könnten Tausende von Wohnungen gebaut werden. Insgesamt entstehe eine 80 Hektar große Grünverbindung vom Günthersburgpark über den Wasserpark und den Huthpark bis hin zum Lohrberg. In den angrenzenden Stadtteilen erhöhe sich damit die Lebensqualität.

Auf die Frage der FR, was er zu einer möglichen Klage der Bürgerinitiativen gegen einen sechsspurigen Ausbau der A661 sage, antwortet Al-Wazir: „In einem Rechtsstaat steht es jedem frei, zu klagen. Man muss sich aber die Frage gefallen lassen: Macht es irgendetwas besser oder sorgt es nur noch für Verzögerung?“ Er habe sich, so erinnert Al-Wazir, bei einer Versammlung über Stunden mit den Bürgerinitiativen auseinandergesetzt.

A661: Frankfurts Planungsdezernent Mike Jose will auf den Bund zugehen

Planungsdezernent Josef macht deutlich, dass die Stadt Frankfurt jetzt auf den Bund zugehen werde, um eine finanzielle Unterstützung beim Bau des Autobahndeckels zu erreichen. „Wir werden versuchen, verschiedene Töpfe anzuzapfen.“ Die Kosten des Deckels über die Autobahn werden in einem Korridor zwischen 188 bis 258 Millionen Euro erwartet.

Die DEGES soll auch mit der Planung des Projektes beauftragt werden. Der Frankfurter Magistrat hatte bereits am 11. November dem Deckel über der Autobahn zugestimmt, jetzt muss noch die Stadtverordnetenversammlung ihr Plazet geben. Die Stadt Frankfurt stellt für die Planung des Deckels einen Etat in Höhe von 9,4 Millionen Euro zur Verfügung. 

A661 in Frankfurt: Riederwaldtunnel soll auch verwirklicht werden

Für die Verwirklichung des Riederwaldtunnels in Frankfurt ist Hessen Mobil zuständig. Beide Projekte sollen, so versprechen Al-Wazir und Josef den Bürgerinnen und Bürgern, aufeinander abgestimmt werden, „um Kosten einzusparen und Synergien zu nutzen“.

Dann endlich zücken der Minister und der Planungsdezernent ihre Schreibgeräte, um vor den Kameras und Fernsehteams den vorbereiteten Vertrag zu unterzeichnen.

Al-Wazir spricht von einer „sehr, sehr guten Entscheidung“. Der Sozialdemokrat Josef berichtet von den Vorbildern für den Autobahndeckel, die er sich zum Teil selbst angeschaut hat – etwa in den Städten Madrid, München und Hamburg.

Von Claus-Jürgen Göpfert


Sehr geehrte Leser*innen, in einer früheren Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass die DEGES auch für den Riederwaldtunnel zuständig ist. Das war ein Fehler und wir bitten dies zu entschuldigen.

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