Weihnachtsmarkt Frankfurt Römer
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So eng wie gewohnt wird es auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt 2020 nicht zugehen.

Veranstaltung

Trotz Corona: Weihnachtsmarkt in Frankfurt soll stattfinden – aber anders als sonst

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Trotz Corona soll es in Frankfurt 2020 einen Weihnachtsmarkt geben, allerdings mit weniger Ständen und viel breiteren Gängen. Vorausgesetzt, die Gesundheitsbehörden nicken den Plan ab.

Frankfurt – Seit Jahrzehnten ist der alljährliche Weihnachtsmarkt die größte Veranstaltung der Stadt Frankfurt. Bis zu drei Millionen Menschen aus Nah und Fern reisen an, um den Budenzauber in der Innenstadt zu erleben. Ungeachtet der Corona*-Pandemie hält die Kommune daran fest, den Weihnachtsmarkt auch 2020 zu organisieren.

„Der Weihnachtsmarkt soll stattfinden“, versichert Thomas Feda, der Geschäftsführer der städtischen Tourismus- und Congress- GmbH, im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Menschen, die sich dicht an dicht zwischen Ständen drängen: Dieses gewohnte Bild wird es allerdings nicht geben.

Frankfurt: Weihnachtsmarkt trotz Corona-Pandemie – Weniger Stände, mehr Raum

Die Organisatoren bereiten gegenwärtig ein Szenario vor, das Feda als „lockere weihnachtliche Stadtbebauung“ beschreibt. Das heißt in der Praxis: viel weniger als die üblichen 220 Stände, viel mehr Raum und breitere Gänge zwischen den Buden. Zehn oder zwölf Meter könnten zwischen den Ständen liegen, entsprechende Modelle würden gerade getestet.

Damit soll es auch weniger Gastronomie geben. „Wir wollen das Ganze entzerren“, erklärt der Tourismusmanager. Allerdings muss auch der veränderte Weihnachtsmarkt von den Gesundheitsbehörden erst einmal zugelassen werden. Derzeit gilt ein Verbot von Großveranstaltungen dieser Art bis zum 31. Oktober. Sollte tatsächlich eine zweite Corona-Welle auch in Deutschland ausbrechen, dann dürfte der Weihnachtsmarkt schlicht abgesagt werden.

Frankfurt: Weihnachtsmarkt verteidigen - Es geht auch um wirtschaftliche Interessen

Feda hat als erfahrener Tourismusmanager selbstverständlich auch diesen Fall vor Augen. Er will jedoch den Weihnachtsmarkt als Veranstaltung so lange wie möglich verteidigen – und verhält sich damit genauso wie die Organisatoren der Frankfurter Buchmesse, die bisher eine Absage verweigern.

Natürlich geht es, ähnlich wie bei der Buchmesse, auch um wirtschaftliche Interessen. Die Einnahmen durch einen Weihnachtsmarkt liegen gemeinhin weit über den Kosten, die gegenwärtig auf 750.000 Euro beziffert werden. Corona bringt diese Kalkulation für die Stadt wie für die Schausteller jetzt ins Wanken.

Frankfurt: CDU wehrt sich gegen Absage des Weihnachtsmarkts - „Entzerrung“ des Budentreibens

Andere große Feste mit viel Renommee, wie etwa das Museumsuferfest Ende August, hat die Stadt längst sang- und klanglos abgesagt. Zu diesem Event am letzten Augustwochenende kommen üblicherweise etwa 1,5 Millionen Menschen. Der Weihnachtsmarkt ist für die Stadt Frankfurt aber noch weit mehr eine Marke mit bundesweiter Ausstrahlung.

Die CDU-Fraktion im Römer wehrt sich deshalb „gegen eine frühzeitige Absage des Weihnachtsmarkts“. Ihr Fraktionschef Nils Kößler argumentiert: „Die Leute erwarten, dass im Rahmen des Vernünftigen und Möglichen unser Leben zur Normalität zurückkehrt.“ Auch die CDU fordert deshalb eine „Entzerrung“ des Budentreibens. (Von Claus-Jürgen Göpfert)

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