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Eine Quarantäne nach Kontakt mit Corona-Infizierten ist für die Brandschützer in Frankfurt nicht zwingend vorgeschrieben: Jeder Fall wird einzeln bewertet.

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Frankfurt: Feuerwehrleute bleiben im Dienst

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Eine Quarantäne nach Kontakt mit Corona-Infizierten ist für die Brandschützer in Frankfurt nicht zwingend vorgeschrieben: Jeder Fall wird einzeln bewertet.

Vorsorgliche Quarantäne für Feuerwehrleute? Bei der Brandschutzdirektion in Frankfurt sieht man dafür keinen Anlass. Das Beispiel aus Schwalbach wird in Hessens größter Stadt deshalb wohl keine Schule machen.

Um den Brandschutz sicherzustellen, hatte die Feuerwehr in der Stadt im Main-Taunus-Kreis ihre Abteilung geteilt. Mehrere Feuerwehrleute schotteten sich jenseits der Einsätze von der Außenwelt ab. Eine Gruppe zog in die Feuerwache ein, die andere in den städtischen Bauhof.

Bereits Einsatzkräfte positiv auf Coronavirus getestet

Für Frankfurt wäre ein solches Vorgehen kein probates Mittel, stellt Rainer Heisterkamp, Sprecher der Brandschutzdirektion, auf Anfrage der FR fest. Das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus sei nicht gänzlich auszuschließen. Tatsächlich seien in wenigen Fällen auch Einsatzkräfte schon positiv getestet und „vorübergehend außer Dienst genommen“ worden, berichtet Heisterkamp.

Grundsätzlich gilt bei der Frankfurter Feuerwehr: Nicht jeder Brandschützer, der mit einem Infizierten dienstlich in Kontakt war, wird in die häusliche Isolation geschickt. „Für diese Einsatzkräfte wird in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt eine differenzierte Risikoanalyse und bei Bedarf ein Corona-Test durchgeführt, so dass dieser Personenkreis, soweit keine Symptome vorliegen, unter verschärften Hygienevorschriften weiterhin seinen Dienst verrichten kann“, sagt Heisterkamp.

Feuerwehr bemüht sich um Schutzausrüstung

Die Feuerwehrleute seien angehalten worden, „verantwortungs- und infektionsbewusst zu handeln“ – im Dienst wie auch im Privatleben. Wobei die Frankfurter Feuerwehr in Sachen Infektionsschutz ohnehin einen großen Vorteil gegenüber ihren Kollegen in vielen kleineren Städten hat. Sie setzt auf ein dezentrales Staffelkonzept, die Feuerwehr ist über zwölf Wachen verteilt.

Unterdessen hat die Feuerwehr ihre Bemühungen um Masken und andere Bestandteile von Schutzausrüstung verstärkt. Der städtische Krisenstab hatte die Brandschützer mit dieser Aufgabe betraut. Zuständig sei die Fachabteilung Logistik, die sich auch vor der Corona-Krise um die Versorgung von Feuerwehr und Rettungsdiensten mit Material gekümmert hat. Sie setze auf „die ihr bekannten Produzenten und Lieferanten, hat aber den gesamten Markt im Blick“, sagt Rainer Heisterkamp. Über die Verteilung der Schutzgüter entscheide das Gesundheitsamt.

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