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Direktorin Ellen Harrington stellt nicht nur das neue Kürzel vor.

Deutsches Filminstitut

Filminstitut ist stolz auf zwei Nachlässe

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Im Deutschen Filminstitut in Frankfurt eröffnet am 20. Mai das Fassbinder Center. Später folgt eine Ausstellung über Maximilian Schell.

Am 20. Mai gibt sich die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), in Frankfurt im DFF die Ehre. An diesem Tag feiert das Deutsche Filminstitut, 1949 in Wiesbaden gegründet, seinen 70. Geburtstag. Von größerer Bedeutung ist, dass an diesem Tag auch das neue Fassbinder-Center des DFF (Deutsches Filminstitut und Filmmuseum) eröffnet.

Mit diesem Gebäude an der Eschersheimer Landstraße 121 macht das Filmmuseum einen wichtigen Schritt in seiner Entwicklung. Denn dort wird in Zukunft fast der gesamte Nachlass von Rainer Werner Fassbinder untergebracht, des bedeutendsten deutschen Filmregisseurs der Nachkriegszeit. Und nicht nur die filmwissenschaftliche Öffentlichkeit soll von der neuen Einrichtung profitieren. Gedacht ist auch an Ausstellungen und öffentliche Veranstaltungen in diesem Haus.

Die Fassbinder-Foundation war 1986 von seiner Mutter gegründet und 1992 von seiner Erbin Juliane Maria Lorenz-Wehling übernommen worden. Sie hat den größten Teil des Nachlasses in die Obhut des Filmmuseums gegeben – worauf das Team mit Direktorin Ellen Harrington an der Spitze nicht wenig stolz ist. Die Kulturstiftung der Länder, die Stadt Frankfurt und die Hessische Kulturstiftung hatten die Übernahme finanziell unterstützt und damit ermöglicht.

Für die Kulturstadt Frankfurt ist das ein großer Erfolg – hätte man doch als dauerhaften Ort des Fassbinder-Nachlasses eher seine alte Heimatstadt München erwartet. Doch Hans-Peter Reichmann, der Sammlungsleiter des Filmmuseums, nutzte seine langjährigen persönlichen Kontakte zu den Fassbinder-Erben.

Unter dem Dach des Fassbinder-Centers werden künftig die Sammlungen des Filmmuseums vereint. Sie sind heute noch an verschiedenen Orten, etwa im Depot in Rödelheim, untergebracht, das in der Folge dann aufgelöst wird.

Reichmann war auch federführend beteiligt, als das Filmmuseum 2017 den Nachlass des Schauspielers und Regisseurs Maximilian Schell übernahm. Die Aufarbeitung des Inhaltes von mehr als 70 Kisten mündet nun in eine große Ausstellung zu Leben und Werk Schells, die am 19. November 2019 eröffnet und bis zum Februar 2020 zu sehen sein wird.

Multimedia-Elemente werden dabei mit szenischen Installationen verknüpft. Reichmann war mehrfach zur Schell’schen Familienalm in Preitenegg in Kärnten gereist und hatte dort den Schauspieler und Regisseur besucht. Schon der Nachlass seiner Schwester Maria war 2005 nach Frankfurt gegangen.

Auch vor der Schell-Ausstellung beschäftigt sich die Sommer-Ausstellung des Hauses mit der digitalen Umwälzung in der Welt des Filmes. „Digital Revolution“ zeigt vom 3. Juni an, welche kreativen Möglichkeiten die Digitalisierung für das Medium Film mit sich bringt.

Insgesamt gehören zum Fundus des Deutschen Filmmuseums jetzt die Sammlungen und Nachlässe von mehr als 120 Filmschaffenden, darunter auch wichtiger Filmproduzenten und Verleiher.

Das Textarchiv des Hauses umfasst 80 000 Publikationen, das Bildarchiv nicht weniger als 2,3 Millionen Fotografien. Und das ist noch lange nicht das Ende.

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