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Endlich geht es weiter: Eiskonditor Corrado Spadotto kann es kaum erwarten.

PORTRÄT DER WOCHE

Frankfurt: Endlich wieder Eis zum Mitnehmen

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Auch in Frankfurt mussten wegen der Corona-Krise viele Eiscafés vorerst schließen. Corrado Spadotto, Chef von Eis-Christina in Frankfurt, will mit einem Dutzend Sorten wieder loslegen.

  • Ab Montag (20.04.2020) dürfen viele Läden in Frankfurt wieder öffnen. 
  • So auch teilweise die Eisdiele „Eis-Christina“ im Nordend. 
  • Die Eisdiele darf jetzt wieder außer Haus verkaufen – und bietet zwölf Sorten zum Mitnehmen an. 

Seit fast 46 Jahren öffnet der Eiskonditor Corrado Spadotto jedes Frühjahr nach der Winterpause seine Eisdiele „Eis-Christina“ im Nordend. Doch einen Start in die Saison wie in diesem Jahr hat er noch nicht erlebt. Anfang März konnten Kundinnen und Kunden in seinem Eiscafé in der Eckenheimer Landstraße 78 noch Platz nehmen, dann musste er wegen der Corona-Krise* sein Geschäft schließen – zunächst ganz, danach durfte er vorübergehend Eis zum Mitnehmen verkaufen, bis auch dies untersagt wurde. Ab heute dürfen die Eisdielen in Hessen ihre Leckereien zumindest außer Haus verkaufen. Und Corrado Spadotto hofft, dass dann die Saison ohne Unterbrechung weitergehen kann. „Vor der endgültigen Schließung mussten wir wegen des Hin und Her vieles wegwerfen“, erzählt der 70-Jährige.

Frankfurt: „Eis-Christina“ bietet Eis zum Mitnehmen an 

Wobei er gerade als Italiener natürlich Verständnis dafür hat, dass das öffentliche Leben wegen des Krankheitserregers auch in Frankfurt stark eingeschränkt wurde. „Wir haben die Schließung unseres Geschäfts* als einen Beitrag gesehen, den wir leisten, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen“, sagt Spadotto, wenn es für ihn als Geschäftsmann auch schmerzlich gewesen sei. In seinem in der Nähe von Venedig gelegenen Heimatdorf seien glücklicherweise nur wenige Menschen infiziert worden, aber er habe natürlich Berichte über die Ausbreitung der Seuche im Norden seines Landes verfolgt. „Was in der Lombardei geschehen ist, die vielen Toten, das ist schrecklich“, sagt er.

Wie so viele Unternehmen in Deutschland hat auch der Eiskonditor für seinen Betrieb Kurzarbeit anmelden müssen. Neben ihm, seiner Ehefrau Petra und seinem Sohn Andreas arbeiten sechs fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zwei Aushilfskräfte in seiner Eisdiele. Für März und April zahlt er den Festangestellten, die seit Jahren für ihn arbeiten, nach eigenen Angaben den vollen Lohn weiter.

Frankfurt: Eis abholen via SMS 

Nun müsse man schauen, wie sich der Außer-Haus-Verkauf in den kommenden Wochen entwickele, sagt Corrado Spadotto. Er will heute Nachmittag, spätestens aber Dienstagmittag mit dem Eisverkauf beginnen. Den Eisdielen ist der Thekenverkauf gestattet. Kundinnen und Kunden können ihre Eisbecher aber auch telefonisch oder per E-Mail bestellen, wie Corrado Spadotto sagt und in der Nähe von „Eis-Christina“ warten.

„Direkt vor dem Geschäft dürfen sie das nicht tun, damit sich keine Gruppen bilden“, sagt er. Per SMS werden sie informiert, wenn ihr Paket fertig gepackt ist. Dann können sie es abholen. Die Bezahlung erfolgt bargeldlos über Paypal. Daneben können Kundinnen und Kunden auch Ware über den Lieferservice Lieferando bestellen, wobei dieses Eis nur in einem Umkreis von 1,5 Kilometern liefert.

Frankfurt: Zwölf Sorten im Angebot 

Zwölf bis 14 Eissorten wird Eis-Christina zunächst anbieten, so viele wie im Juli 1974, als Corrado Spadotto im Alter von 25 Jahren seine Eisdiele eröffnete, die er nach seiner Tochter Christina benannte. 1966 war er nach Frankfurt gekommen und arbeitete zunächst in einem Labor der Firma „Capri Eis“ in der Heidestraße in Bornheim. Dort entdeckte er seine Leidenschaft für die Eisherstellung. Sie ging so weit, dass er für die Eismaschine in seiner Eisdiele ein Zusatzteil entwickelte und patentieren ließ, das ihm ermöglicht, Eis noch feiner und cremiger herzustellen.

Mit der Eröffnung der Eisdiele in der Eckenheimer Landstraße vor fast 46 Jahren begann für Spadotto eine Erfolgsgeschichte. Legendär sind die Schlangen, die sich an heißen Sommertagen vor seinem Geschäft bilden. Die Spadottos legen bei der Herstellung ihres Eises Wert auf frische Zutaten. Marmeladen und fast alle Soßen für die Eisbecher stellt der Chef selbst her. Selbst die Mandeln für die Eissorte Aurora brennt Corrado selbst. Bei Wettbewerben belegen er und sein Sohn mit ihrem Eis regelmäßig erste Plätze, wie die vielen Urkunden im Café belegen. Und auch Reiseführer und Publikationen wie „Der Feinschmecker“ empfehlen Touristen den Besuch.

Frankfurt: „Eis-Christina“ von der Corona-Krise betroffen 

Mehr als 30 Eissorten boten Corrado Spadotto und sein Team ihren Kunden in der Zeit vor dem Ausbruch der Seuche. An Spitzentagen verarbeiteten sie bis zu 200 Liter Milch und 400 frische Eier. So viel werden es in den kommenden Wochen wohl nicht werden. „Wir werden zunächst die Sorten anbieten, von denen wir wissen, dass sie bei den meisten Kunden gut ankommen“, sagt der Eiskonditor.

Eisverkauf in Frankfurt – Das müssen Sie wissen 

  • Eisdielen dürfen  laut neuer Verordnung „Speisen und Getränke nur zur Abholung oder Lieferung anbieten“. Dabei ist darauf zu achten, dass bei eventuellen Wartezeiten ein Abstand von 1,5 Metern zwischen den Kundinnen und Kunden herrscht und dass geeignete Hygienemaßnahmen getroffen werden.
  • Das Eis  darf nur in nicht essbaren Behältnissen verkauft und nicht im Umkreis von 50 Metern um die Eisdiele verzehrt werden. Lieferungen an öffentliche Plätze und Grünanlagen sind verboten.
  • Die Eisdiele Eis-Christina  im Frankfurter Nordend in der Eckenheimer Landstraße 78 informiert auf ihrer Homepage www.eischristina.de über ihre Produkte. Über die Seite ist auch eine Bestellung möglich. Die E-Mail-Adresse lautet eischristina@eischristina.de. Telefonisch ist sie unter 069/59 84 52 zu erreichen.
  • Das Kempinski Hotel Frankfurt  bietet ab heute täglich einen Eis-Drive-in. Das in der Patisserie selbst gemachte Eis wird von 14 bis 18.30 Uhr vor dem Eingang des Hotels am Graf-zu-Ysenburg-und-Büdingen-Platz 1 in Gravenbruch verkauft. Um den Mindestabstand zu gewährleisten, werden die täglich wechselnden Sorten Eis mit einem langen Stab an die Kundschaft gereicht. Eine Kugel kostet 1,50 Euro. mic/lad

Von Anja Laud

Wegen Corona gelten in Hessen ab dem 20.04.2020 neue Regeln. Läden dürfen wieder öffnen. Alles zu Geschäften, Restaurants, Eisdielen, Friseuren und Einzelhandel. 

Die Corona-Krise macht auch der Wirtschaft in Frankfurt* zu schaffen. Joachim Stoll, Chef der Einzelhändler, zeigt sich dennoch vorsichtig optimistisch.

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