Baudezernent Jan Schneider befindet sich im Streit mit einem seiner Amtsleiter.
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Baudezernent Jan Schneider befindet sich im Streit mit einem seiner Amtsleiter.

Umstrittene Personalie

Frankfurt: Baudezernent Jan Schneider wegen Personalie im Bauamt in Bedrängnis

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Baudezernent Schneider (CDU) weigert sich beharrlich, Fragen zu einer Personalie im Bauamt zu beantworten. 

  • Eine Personalie unter Baudezernent Jan Schneider wirft Fragen auf
  • Der Leiter des Amts für Bau und Immobilien soll gehen
  • Das Verhältnis zwischen Dezernent Schneider und dem Leiter des Bauamts ist zerrüttet

Frankfurt - In der politischen Auseinandersetzung um die Zukunft des zentralen städtischen Amts für Bauen und Immobilien (ABI) gerät Baudezernent Jan Schneider in Bedrängnis. Der CDU-Politiker weigert sich beharrlich, den politischen Partnern SPD und Grünen in der Römer-Koalition zu erklären, warum er ABI-Leiter Michael Simon seit März freigestellt hat und dessen Ablösung betreibt. Die Sozialdemokraten wollten Schneider im Ausschuss für Planen und Bauen am 25. Mai in öffentlicher Sitzung zur Rede stellen, doch der Stadtrat erschien einfach nicht.

Dezernent Schneider schweigt auch in vertraulicher Runde

Auch in der vertraulichen Runde der Spitzenpolitiker der Koalition am 26. Mai schwieg Schneider zur Causa ABI. Die SPD-Fraktion hatte dem CDU-Politiker zuvor einen umfangreichen schriftlichen Fragenkatalog zukommen lassen. Unter anderem wollen die Sozialdemokraten wissen, worin eigentlich die Differenzen zwischen Schneider und Simon bestehen und seit wann es sie gibt. Der Hintergrund: Im Römer mehren sich die Zweifel daran, dass überhaupt Gründe vorliegen, die eine Freistellung Simons rechtlich begründen könnten.

Vertrauensverhältnis zwischen Leiter des Bauamts und Dezernent ist zerrüttet

Mitarbeiter des Amts hatten der FR berichtet, dass das Vertrauensverhältnis zwischen dem Dezernenten und dem Amtsleiter zerrüttet sei. Eine eigens eingeleitete Mediation sei daran gescheitert, dass Schneider die Sitzung verlassen habe. Der Baudezernent soll sich von Simon über wichtige Informationen wie etwa dem Besetzungsgrad der Stellen im ABI getäuscht fühlen. So sollen von 700 Arbeitsplätzen noch immer fast 100 unbesetzt sein. Umgekehrt habe sich der Manager Simon immer wieder über Schneiders Interventionen beschwert.

Amtsleiter geht ungewöhnlichen Schritt im Streit mit Dezernent Schneider

Der Amtsleiter hat sich nach Informationen der FR sogar hilfesuchend an den städtischen Gesamtpersonalrat gewandt. Das gilt als sehr ungewöhnlich, weil die Personalräte in der Regel einfache Mitarbeiter in der Auseinandersetzung mit Amtsleitern vertreten.

Die SPD will in ihrem Fragenkatalog auch wissen, warum die Meditation zwischen Schneider und Simon ergebnislos abgebrochen worden ist und wie der Baudezernent die Zukunft des ABI sieht.

Trotz Ärger mit Dezernent Schneider: Leiter des Bauamts möchte bleiben

Michael Simon hat nach Informationen der FR deutlich gemacht, dass er gerne als Amtsleiter weiterarbeiten und in seine Führungsposition zurückkehren würde. In der Runde der Spitzenpolitiker der Römer-Koalition am Dienstag hat Personaldezernent Stefan Majer (Grüne) die Politiker eindringlich davor gewarnt, den Ruf des Managers Simon zu beschädigen. Die Grünen haben nach Informationen der FR darauf gedrängt, die Angelegenheit intern und ohne öffentliche Aufmerksamkeit zu bereinigen. Die SPD vertritt dagegen die Ansicht, dass die Zustände in dem zentralen städtischen Amt die Öffentlichkeit sehr wohl etwas angehen.

Inzwischen hat sich die Stadt Frankfurt vom Leiter des Bauamtes getrennt.

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