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Grabfeld für Sternenkinder, Hauptfriedhof, Kelkheim, im Bild: halbmondförmiger Stein mit der Aufschrift „Sternenkinder“, Kinder-Gräber im Hintergrund rechts. 

Sternkinder

Frankfurt: Beratungsstelle für Eltern verstorbener Kinder geplant

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Bethanien Diakonissen-Stiftung möchte Eltern verstorbener Kinder helfen

Der 8. Dezember ist in diesem Jahr der Tag des „Worldwide Candle Lighting“ – des weltweiten Kerzenleuchtens. Seit mehreren Jahren steht der zweite Sonntag im Dezember für das Gedenken an sogenannte Sternenkinder, jene Kinder, die noch vor der Geburt oder kurz danach verstorben sind. Auch Pfarrer Frank Hermann wird an diesem Tag wieder gemeinsam mit vielen Paaren ihrer verstorbenen Kinder gedenken. Der 57-Jährige organisiert eine Beratungsstelle der Bethanien Sternenkinder in Bochum.

Hermann will im kommenden Jahr auch eine Beratungsstelle in Frankfurt schaffen. Noch fehlt es an potenziellen Partnern, mit denen man eine Zusammenarbeit realisieren könnte. „Ein Krankenhaus mit Geburtshilfe wäre denkbar“, sagt der 57-Jährige. Die Bethanien Diakonissen-Stiftung gibt es bereits in Frankfurt. Zu ihr gehören die Bethanien Sternenkinder-Beratungsstellen, die es neben Bochum unter anderem in Wuppertal, Hagen, Hamburg oder Heidelberg gibt. Auch Frankfurt wäre als neuer Standort geeignet, weil es noch nicht so viele Angebote für die Thematik gebe, so Hermann.

Das Spektrum der Beratungsstelle könnte dann von Fortbildungen für Hebammen und medizinisches Personal bis hin zur Begleitung der Eltern nach der Pränataldiagnostik gehen. In anderen Städten werden Sternenkindercafés organisiert, wo Betroffene sich austauschen können. Zudem gibt es Paargespräche, oder man kümmert sich um eine Bestattung des Kindes. Vorrangig möchte man aber Halt geben, etwa wenn ein wichtiger Termin bevorsteht: der Geburtstag des Kindes oder auch Weihnachten.

„Die Männer und Frauen brauchen dann jemanden, der achtsam zuhört“, sagt Frank Hermann. Ratschläge für die Betroffenen seien in diesen Situationen unangemessen. Paare müssten ihren eigenen Weg gehen und für sich selbst Strategien entwickeln, um mit dem Verlust umzugehen. Damit abschließen könne man nie, nur die Intensität der Trauer lasse nach.

Am Tag des weltweiten Kerzenleuchtens trauern aber nicht nur Elternpaare kleiner verstorbener Kinder. „Da sitzt dann auch die 80-jährige Oma, deren erwachsene Tochter gestorben ist“, berichtet Hermann. Es gehe darum, mit der Trauer nicht allein zu sein und Menschen um sich zu haben, die vergleichbare Erlebnisse hatten. Das Entzünden der Kerzen um 19 Uhr sei zum einen ein Gedenken, zum anderen ein Symbol. „Auch die kleinste Kerze kann einen Raum ausleuchten“, sagt der 57-Jährige.

bethanien-stiftung.de/angebote und Tel. 0173/580 84 17

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