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Demonstration von „Extinction Rebellion“ vor dem Reichstag in Berlin. Die Protestbewegung schwappt von Großbritannien nach Deutschland und ist auch in Frankfurt angekommen.

„Extinction Rebellion“

Radikale Klimaschützer rufen zu „Rebellionswoche“ in Frankfurt auf

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Die Protestbewegung „Extinction Rebellion“ kommt aus Großbritannien und will den Klimawandel stoppen. In Frankfurt ruft sie jetzt zur „Rebellionswoche“ auf.

Die Wortwahl ist düster. „Wir werden nicht still und folgsam in das Aussterben gehen“, heißt es auf der Homepage der Protestbewegung „Extinction Rebellion“. „Wir werden nicht ruhen und nicht rasten, bis die Menschheit auf einem neuen, besseren Weg ist.“ Ähnlich wie die Schülerbewegung „Fridays for Future“ hat die neue Initiative, deren Protestaktionen derzeit aus Großbritannien in viele andere Länder und bis nach Frankfurt schwappen, sich dem vehementen Eintreten für eine andere Klimapolitik verschrieben.

Der Klimawandel, die industrielle Landwirtschaft und die Vermüllung der Meere bedrohten inzwischen alles Leben auf der Erde, schreiben die Aktivisten auf ihrer Homepage. „Wir stehen vor dem ökologischen Kollaps.“ Aus dieser Wahrnehmung wird auch der Name Extinction Rebellion verständlich – Rebellion gegen das Aussterben. Da die Bundesregierung nicht ausreichend handle, so die Aktivisten, sei es an der Zeit, „sie unter massiven, gesellschaftlichen Druck zu setzen“.

Extinction Rebellion ruft zur „Rebellionswoche“ in Frankfurt auf

Nach ersten Protesten am Montag in Berlin wollen die deutschen Anhänger von Extinction Rebellion diesen Druck jetzt auch in Frankfurt aufbauen. Sie rufen zu einer „Rebellionswoche“ mit täglichen Protesten und Aktionen zivilen Ungehorsams auf. Als Erstes wollen die Aktivisten sich am heutigen Dienstag nachmittags in der Nähe des Börneplatzes treffen, um dort mit einer Straßenblockade dafür zu sorgen, dass ihr politisches Anliegen „nicht länger ignoriert werden kann“.

Für Mittwoch ruft Extinction Rebellion dann zu Essen, Vorträgen, Yoga und Theater am nördlichen Ende des Günthersburgparks auf, Donnerstag wollen sie mittags im Bankenviertel unterwegs sein, um gegen Investitionen in fossile Brennstoffe zu protestieren. Einige der geplanten Proteste, wie etwa eine Kundgebung auf der Zeil am Ostersamstag, sind beim Frankfurter Ordnungsamt angemeldet, andere nicht. Wie die Proteste verlaufen werden, ist aktuell nicht wirklich absehbar.

Extinction Rebellion ist für Gewaltfreiheit und zivilen Ungehorsam

Wie viele Menschen den Aufrufen letztlich folgen werden, wird sich nämlich noch zeigen müssen. Außerdem spricht Extinction Rebellion sich zwar für Gewaltfreiheit aus, bekennt sich aber zum zivilen Ungehorsam. In London haben Tausende Protestierer bereits Ende 2018 mehrere Brücken über die Themse besetzt, in Berlin haben Aktivisten öffentlich angekündigt, sie seien bereit, sich für ihre Ziele und ihre Aktionen verhaften zu lassen.

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Bundesweit verzeichnet die Webseite der Initiative bereits mehr als 30 Ortsgruppen, in Hessen soll es neben Frankfurt auch in Gießen, Kassel und Marburg Ableger geben. Einig sind sie sich neben dem Bekenntnis zum sozialen Ungehorsam in ihren drei Forderungen: Die Regierungen sollen erstens weltweit „die Wahrheit über die tödliche Bedrohung durch die ökologische Krise“ offenlegen, zweitens soll die Emission von Treibhausgasen bis zum Jahr 2025 auf Null reduziert werden. Und drittens fordern die Aktivisten Bürgerversammlungen, auf denen diskutiert werden soll, wie die genannten Ziele zu erreichen seien. Ohne „erhebliche Veränderungen unserer Lebensstile“, so schreibt es Extinction Rebellion, werde das wohl nicht gelingen.

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