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Frankfurt: Seit gestern gilt auch in Hessen Maskenpflicht in Bus und Bahn.

Nahverkehr

Corona in Frankfurt: Alle fahren mit Maske

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In Frankfurt stößt die neueste Verordnung zum Infektionsschutz in Bus und Bahn auf breite Akzeptanz. Bußgelder soll es vorerst nicht geben.

  • Frankfurt: Maskenpflicht im Nahverkehr stößt auf breite Akzeptanz
  • Fahrgastzahlen sind in Corona-Krise eingebrochen
  • Frankfurt: Polizei und Ordnungsamt setzen auf Kommunikation

Mit einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung hat am Montag die Maskenpflicht in hessischen Nahverkehrsmitteln begonnen. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) freute sich über die Kooperationsbereitschaft: „Wir haben fast überhaupt keine Beschwerden bekommen deswegen.“ Dem pflichtete Tom Reinhold, Geschäftsführer der städtischen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, bei: „Wir stellen eine extrem hohe Akzeptanz fest.“

Feldmann und Reinhold hatten sich am Montagmorgen gemeinsam mit den Frankfurter Stadträten Klaus Oesterling (SPD) und Stefan Majer (Grüne) in die B-Ebene der Hauptwache begeben, um Fahrgäste mit Mundschutzmasken aus den Beständen der Verkehrsgesellschaft VGF zu versorgen. Was den Absatz anging, waren sie dabei aber sehr optimistisch. 10.000 Masken sollten in der Hauptwache verteilt werden. „Solange der Vorrat reicht“, hieß es in einer Vorankündigung. Doch tatsächlich fand sich kaum ein Abnehmer. Die wenigen Fahrgäste, die aus den U-Bahnen der Linien 1,2,3 und 8 ausstiegen, hatten allesamt Mundschutzmasken auf. Einsteigen wollte am Vormittag bei strahlendem Sonnenschein gar niemand an der Hauptwache.

Frankfurt: Fahrgastzahlen in Corona-Krise eingebrochen

Die Fahrgastzahlen im Nahverkehr waren mit Ausbruch der Corona-Krise eingebrochen, teilweise um bis zu 90 Prozent. Auch jetzt noch liege der Rückgang bei 60 bis 70 Prozent, schätzt Traffiq-Geschäftsführer Reinhold. Der Rückgang liegt laut Reinhold vor allem daran, dass die Menschen dank Homeoffice und geschlossener Schulen deutlich weniger unterwegs sind. Mit der Angst vor Ansteckung habe das weniger zu tun. Zudem glaubt Reinhold, dass die Pflicht, Mund und Nase zu bedecken, das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste in Bussen und Bahnen erhöhen werde.

Verordnung

Das Gebot, ab sofort in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften in Hessen eine „Mund-Nase-Bedeckung“ tragen zu müssen, ist in der 7. Corona-Verordnung vom 21. April in Artikel 1, Absatz 6, geregelt, der eigens dafür erweitert wurde.

Der Verstoßgegen diese Verordnung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit 50 Euro geahndet werden kann. Diese sollen nur im Wiederholungsfall fällig werden, bei uneinsichtigen Bürgern könne aber auch gleich abkassiert werden. 

Unklar blieb unter den Verantwortlichen zunächst, wie die Einhaltung der neuesten hessischen Verordnung in den Bussen und Bahnen kontrolliert wird. Verkehrsdezernent Oesterling gab an, in den kommenden „zehn bis 14 Tagen“ zunächst einmal niemanden wegen eines Verstoßes zur Kasse bitten zu wollen. Auf die Frage, wer denn die Bußgelder kassieren würde, verwies Oesterling auf die Kontrolleure.

Doch dies werde nicht passieren, betonte VGF-Sprecher Bernd Conrads: „Wir sind nicht die Maskenpolizei.“ Die Kontrolleure dürften bei dieser Ordnungswidrigkeit gar nicht tätig werden. Auch werde kein Fahrgast aus der Bahn geschmissen. „Es wird keine Wild-West-Szenen geben“, versprach Conrads, der nach seinen ersten Eindrücken bis zum Nachmittag aber ohnehin beobachtete, dass sich die Fahrgäste sowohl in S-Bahnen als auch in U-Bahnen an die Vorschrift hielten.

Auch die hessische Polizei werde beim Kontrollieren einen „sehr kommunikativen Ansatz“ verfolgen, versprach ein Sprecher des Innenministeriums. Wer keine Maske dabei habe, müsse nicht zwangsläufig Bus, Bahn oder Supermarkt verlassen. „Es reicht ja im Notfall, das T-Shirt hochzuziehen“, so der Sprecher. Die Zuständigkeit liege übrigens bei den regionalen Ordnungsbehörden. In Frankfurt werde die Stadtpolizei in Bussen und Bahnen gar nicht tätig werden und in Geschäften nur „stichprobenartig oder auf konkreten Hinweis“, so ein Sprecher des Ordnungsamts, der darauf hinwies, dass die Stadtpolizei schon mit den zuvor bestehenden Verordnungen zum Infektionsschutz stark ausgelastet sei.

Corona in Frankfurt: Maskentragen soll Volksbewegung werden

Letztlich setzen die Verantwortlichen daher auf die breite Akzeptanz, die sich am Montag bereits abzeichnete. Frankfurts Gesundheitsdezernent Majer betonte, wie wichtig das Tragen sei: „Es kommt darauf an, dass es eine Volksbewegung wird.“

Oliver Teutsch

„Es muss ja sein“: Die Menschen in Frankfurt* halten sich fast ausnahmslos an die Pflicht, in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Was macht der Fan von Eintracht Frankfurt in Corona-Zeiten? Frankfurts OB Peter Feldmann hätte da eine Idee.

In Frankfurt gilt Maskenpflicht in Bus und Bahn – aber nicht jeder hält sie ein. Schaffner und Zugbegleiter sind machtlos gegen Corona-Verstöße in öffentlichen Verkehrsmitteln.

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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