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Die Experten vor der Sprengung der Bombe.

Nach Sprengung in Frankfurt

Bombe im Main war nur durch Zufall entdeckt worden

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Das Wasserstraßen- und Schifffahrtamt Aschaffenburg macht nach der Explosion im Main eine Bestandsaufnahme.

Am Tag nach der Riesenfontäne im Main hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtamt Aschaffenburg eine Bestandsaufnahme mit einem Peilboot gemacht. „Die erforderliche Fahrrinnentiefe ist geboten“, sagte Marisa Schneider von der Behörde nach der Peilung. Der durch die Explosion der 250-Kilo-Bombe entstandene Krater von etwa 1,5 Meter Tiefe werde „zeitnah“ mit Wasserbausteinen gefüllt. Eile sei dabei aber nicht geboten. „Die Srömungsgeschwindigkeit im Main ist relativ gering“, so Schneider. Die Gefahr von Strudeln sei daher deutlich geringer als etwa im Rhein.

Für die Sprengung des US-amerikanischen Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg  war das Regierungspräsidium Darmstadt verantwortlich. Die Behörde selbst hat allerdings aktuell keine Kampfmittelexperten mit dem erforderlichen Tauchschein. Daher halfen die Kollegen des rheinland-pfälzischen Kampfmittelräumdienstes aus Koblenz aus. 

Bombe war weniger beschädigt als gedacht

Während ein Taucher sicherte, versuchte der andere, die Bombe in Frankfurt zu entschärfen, was nicht gelang. Dieter Ohl vom Regierungspräsidium Darmstadt räumte am Montag ein, dass die Experten von der heftigen Explosion bei derkontrollierten Sprengung überrascht gewesen seien. Der Bodenzünder der Bombe hatte gefehlt, daher wussten die Experten nicht, wie viel Sprengstoff noch vorhanden war. „Die Bombe war weniger beschädigt, als gedacht“, räumte Ohl ein. Übriggeblieben von der Bombe sei nach der heftigen Detonation nichts.

Dass die Bombe rund 75 Jahre nach dem Abwurf überhaupt entdeckt wurde, war großer Zufall. Lehrtaucher Rainer Faust hatte den Sprengkörper am vergangenen Dienstag beim Übungstauchen der Feuerwehr entdeckt. Dafür mussten zwei Ereignisse zusammenkommen, wie Andreas Mohn von der Feuerwehr Frankfurt verriet. „Normalerweise gehen unsere Taucher oberhalb der Alten Brücke ins Wasser, diesmal war es unterhalb.“ Zum anderen sei die Sicht im Main an jenem Dienstag außergewöhnlich gut gewesen. „Eine solche Sicht hat man bei ein bis zwei von 100 Tauchgängen“, so Mohn.

Etwa 1000 Fische im Main verendet

Die Feuerwehr holt bei ihren turnusmäßigen Übungstauchgängen dienstags laut Mohn „so allerhand aus dem Wasser.“ Tresore, Schusswaffen oder auch mal ein Auto, alles sei schon entdeckt worden. Am vergangenen Dienstag holten die Feuerwehrtaucher noch zwei neuwertige Smartphones, Münzen und ein Portemonnaie aus dem Wasser.

Im Mainwasser gefischt hat am Sonntag auch die Fischereizunft Frankfurt. Daniel Göz und ein Kollege waren mit einem kleinen Boot vor Ort und holten mit dem Käscher rund 150 tote Fische aus dem Main, die bei der Detonation ums Leben kamen. Insgesamt schätzt Göz die Zahl der verendeten Fische auf über 1000. „Viele Fische sind gleich auf den Grund gesunken oder haben wir im Mittelwasser verpasst.“ Der Vorfall sei aber „weit entfernt von einer Naturkatastrophe, wir wissen das schon einzuordnen“. Es sei eben „Gefahr in Verzug gewesen“, so Göz.

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