Hotels in Frankfurt

„Beschäftigte am Limit“

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Die Gewerkschaft NGG warnt davor, die Schichten im Hotel zu verlängern. Schon jetzt seien die Arbeitsbedingungen so hart, dass die Branche ein schlechtes Image habe.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) spricht angesichts des neunten Tourismusrekords in Frankfurt und Hessen von einer starken Bilanz. Die Zahlen von 34,7 Millionen Übernachtungen im Land und mehr als zehn Millionen in Frankfurt seien allerdings nur dank des starken Engagements der Beschäftigten möglich gewesen, sagt der Geschäftsführer der NGG Rhein-Main, Peter-Martin Cox. In Frankfurt arbeiteten gerade Fachkräfte „längst am Limit“. Die Arbeitszeiten würden immer extremer.

Das Arbeiten am Abend und am Sonntag gehöre für Hotelfachleute und Kellner zum Job. In den vergangenen Jahren seien die Schichten aber deutlich länger und die Erholungszeiten kürzer geworden. Das aber mache nicht jeder mit. Die Folge seien zunehmender Fachkräftemangel und ein „waschechtes Imageproblem“ der Branche.

Scharf wendet sich die NGG daher gegen Forderungen nach einer Lockerung des Arbeitszeitgesetzes. Gehe es nach dem Hotel- und Gaststättenverband, würden 13-Stunden-Arbeitstage bald zum Normalfall, sagt Cox. „Aber hier steht die Gesundheit der Beschäftigten auf dem Spiel.“ Nicht umsonst gebe es gesetzliche Grenzen. Schon nach der achten Arbeitsstunde steige das Unfallrisiko exponentiell. Wer oft im Schichtdienst arbeite, habe ein erhöhtes Risiko, am Herzen oder Diabetes zu erkranken.

Cox rät angesichts der Schwierigkeiten, Beschäftigte zu finden, die Ausbildungsqualität und die Bezahlung zu verbessern, statt längere Arbeitszeiten zu fordern. Habe das Personal Spaß an der Arbeit, kämen die Gäste auch gerne wieder.

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