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Traffiq will zum Fahrplanwechsel im Dezember den Nahverkehr für 3,6 Millionen Euro ausbauen.

Nahverkehr in Frankfurt

Bus und Bahn fahren häufiger

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Die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq will ab Dezember ihr Angebot ausweiten. Unter anderem sollen weitere Elektro- und Wasserstoffbusse bestellt werden.

Die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq will zum Fahrplanwechsel im Dezember den Nahverkehr für 3,6 Millionen Euro ausbauen. Das kündigte der Aufsichtsratsvorsitzende und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) an. Magistrat und Stadtverordnete müssen noch zustimmen.

Wenn die S-Bahn-Station Gateway Gardens im Dezember eröffnet, soll die Buslinie 77 von dort über das Terminal 3 zur Cargo City Süd fahren. Die Buslinie 61 soll den Südbahnhof mit der Thea-Rasche-Straße im Flughafenstadtteil und dem Terminal 1 verbinden. Am verkehrsreichen Kreisel Unterschweinstiege hielte der Bus dann nicht mehr.

Der Stadtteil Niederrad soll einen eigenen Quartiersbus erhalten, der die Niederräder Landstraße mit dem Oberforsthaus verbindet. Die Straßenbahnlinie 14 würde über die Endhaltestelle Gustavsburgplatz bis zur Mönchhofstraße verlängert. Bis Dezember soll die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) dafür die nötige Technik nachrüsten. Die Straßenbahnlinie 21 soll standardmäßig bis Nied-Kirche fahren. Außerdem seien dichtere Takte bei zahlreichen U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen geplant.

Elektrobusse bei Kunden beliebt

Bei der Anschaffung von Bussen mit alternativen Antrieben gebe es Fortschritte, führte Oesterling aus. Bislang fahren fünf Elektrobusse auf der Studentenlinie 75. Diese seien bei Kunden beliebt; mit der Reichweite gebe es keine Probleme, informierte Traffiq-Geschäftsführer Tom Reinhold. Bis Dezember dieses Jahres bestelle die Stadt 17 oder 18 elektrische Linienbusse sowie weitere 17 oder 18 Wasserstoffbusse, kündigte Oesterling an. Geliefert würden die neuen Busse mit alternativen Antrieben etwa anderthalb Jahre später. Die Wasserstoffbusse sollen auf den Linien 30 und 36 fahren; die Elektrobusse unter anderem auf der Linie 64.

Der Bund zahle die Mehrkosten, die im Vergleich zur Beschaffung von Dieselbussen entstünden. Mit Mitteln des Bundes aus dem Dieselprogramm rüste die Stadt außerdem 25 Gelenkbusse, die EEV-Abgasnorm haben, nach. „Die Forderung des Verwaltungsgerichts Wiesbaden, in der Kernstadt nur noch Euro-6-Busse fahren zu lassen, haben wir damit erfüllt“, sagte Oesterling.

Die geplante Kappung der Buslinie 30 stellt die Stadt zurück. Die Linie 30 fahre weiterhin vom Bad Vilbeler Bahnhof zum Hainer Weg in Sachsenhausen und werde nicht zu diesem oder dem nächsten Fahrplanwechsel am Südbahnhof und der Friedberger Warte enden, führte Oesterling aus. Für eine Kappung der Linie 30 wäre der Einsatz weiterer historischer P-Wagen als Straßenbahnen auf der Linie 18 nötig geworden, was kostspielig gewesen wäre und Vorlaufzeit in Anspruch genommen hätte.

Neue U-Bahn-Wagen bis Frühjahr 2020

Die 22 neuen U-Bahn-Wagen, welche die Stadt bestellt hatte, würden bis Frühjahr 2020 geliefert, weitere 43 neue Straßenbahnen ein Jahr später. Dafür gebe die Stadt rund 170 Millionen Euro aus, ohne Fördermittel des Landes, wie Oesterling betonte. „Die Stadt wächst, ein Ausbau des Nahverkehrs hat keine Alternative“, sagte er. Die Zahl der Fahrgäste habe im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent zugenommen. 2018 hätten rund 247 Millionen Fahrgäste Bus, Bahn und Straßenbahn in Frankfurt genutzt. Zähle man die S-Bahnen hinzu, seien es 320 Millionen Fahrgäste. Mit dem Angebot im Nahverkehr seien die Kunden so zufrieden wie in den Jahren zuvor: Schulnote 3 plus.

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