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Der Blick von der Osthafenbrücke nach Westen in den Frankfurter Sonnenuntergang.

Oper in Frankfurt

Wohin mit den städtischen Bühnen? Auch die SPD denkt über Osthafen nach

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Die SPD-Fraktion kann sich den Bau eines Opernhauses am Frankfurter Osthafen vorstellen. Sie möchte das noch an Raab-Karcher vermietete städtische Grundstück im Ostend in jedem Fall sichern.

Nach der CDU kann sich jetzt auch die SPD den Bau eines Opernhauses am Frankfurter Osthafen vorstellen. Holger Tschierschke, der Vorsitzende des Planungsausschusses im Römer, sagte im Gespräch mit der FR, das gelte für den Fall, wenn eine Sanierung der Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz so teuer werde wie befürchtet.

Die SPD-Fraktion will deshalb unbedingt das städtische Grundstück Mayfarthstraße 14 am Osthafen sichern. Es ist derzeit noch an den Baustoffhandel Raab-Karcher vermietet. Der Pachtvertrag läuft aber angeblich 2021 aus. Das 25 000 Quadratmeter große Areal böte genug Raum, um Oper und Schauspiel unterzubringen.

Frankfurt: Schauspiel könnte am Willy-Brandt-Platz bleiben

Tschierschke sagte, die Fraktion könne sich am Wasser im Osthafen ein „identitätsstiftendes Gebäude“ von architektonischer Qualität vorstellen. „Keine Elbphilharmonie“, wie der gebürtige Hamburger lachend hinzufügte. Die Elbphilharmonie hatte ursprünglich 100 Millionen Euro kosten sollen und war dann mit mehr als 800 Millionen Euro finanziell völlig aus dem Ruder gelaufen.

Bisher hatte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) den Traditionsstandort Willy-Brandt-Platz für die Städtischen Bühnen verteidigt. Die Theaterdoppelanlage dort war 1963 eröffnet worden. Tschierschke sagte, für seine Fraktion sei es auch denkbar, das Schauspiel am Brandtplatz zu belassen und nur die Oper am Osthafen neu zu bauen.

Das Grundstück am Osthafen komme notfalls auch als Ausweichquartier infrage, falls die Oper wegen einer Sanierung vorübergehend umziehen müsse.

Frankfurt und die Oper: Nur die Grünen wollen am Willy-Brandt-Platz bleiben

Die Sozialdemokraten positionieren sich damit für den beginnenden Kommunalwahlkampf 2021. Nur noch die Grünen plädieren dafür, dass Oper und Schauspiel dauerhaft am Willy-Brandt-Platz bleiben.

Die städtische Stabstelle Bühnen will Mitte Dezember eine neue Kostenschätzung für Sanierung und Neubau vorlegen. Es wird mit rund 700 Millionen Euro für eine Sanierung im Bestand gerechnet. Eine Machbarkeitsstudie der Stadt hatte 2017 die Kosten für Sanierung oder Neubau auf knapp 900 Millionen Euro geschätzt.

Wie geht es mit dem alten Theater in Frankfurt weiter?

Mit der Intervention der Sozialdemokraten erhält die Diskussion „Alles Theater?“ neue Brisanz, zu der die Stiftung Urban Future Forum für den heutigen Donnerstag, 21. November, ab 18 Uhr ins Deutsche Architekturmuseum einlädt. Nach FR-Informationen haben allerdings sowohl Opernintendant Bernd Loebe wie auch die Direktorin des Frankfurter Kunstvereins, Franziska Nori, ihre Teilnahme an einem Podiumsgespräch abgesagt.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) ist offenbar nicht eingeladen worden. Als einziges MItglied der Stadtregierung spricht jetzt der CDU-Kreisvorsitzende und Baudezernent Jan Schneider unter dem Motto „Und was denkt die Politik?“.

Frankfurt: Architekt will Entwürfe präsentieren

Der Architekt Helmut Kleine-Kraneburg will bei der öffentlichen Veranstaltung „andere Konzepte zur Theaterdoppelanlage“ präsentieren. Der Architekt HG Merzt spricht über die Sanierung der Staatsoper Unter den Linen in Berlin.
von Claus-Jürgen Göpfert

Die freien Theater in Frankfurt wünschen sich mehr Geld von der Stadt, berichtet FR.de.
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