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In Frankfurt, Gießen und Marburg wird die Arbeit an den Unikliniken niedergelegt. (Archivbild)

Mediziner fühlen sich überarbeitet

Bundesweiter Ärztestreik: Patienten in Hessen müssen mit Wartezeiten rechnen

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In Frankfurt, Gießen und Marburg wird die Arbeit an den Unikliniken niedergelegt. Viele Ärzte fühlen sich überarbeitet. 

  • Am Dienstag (04.02.2020) findet ein bundesweiter Ärztestreik statt, in Hessen in Marburg, Gießen und Frankfurt
  • Grund für den Warnstreik sind hohe Arbeitsbelastung, Zuschläge und der Tarif
  • Die medizinische Versorgung soll gewährleistet sein, allerdings kann es zu Verzögerungen und Ausfällen bei Terminen kommen. 

Frankfurt – Die größte Ärztevereinigung in Europa hat Mediziner an Unikliniken bundesweit aufgefordert, am Dienstag (04.02.2020) zu streiken. Mit einem ganztägigen Warnstreik kämpfen die Krankenhausärzte vielmehr um bessere Arbeits- und Tarifbedingungen. In Hessen betrifft das die drei Unikliniken in Frankfurt, Gießen und Marburg. Gegenstand des Streiks ist unter anderem der Tarif. Die Ärzte fordern eine Erhöhung um 6,9 Prozent, darüber hinaus geht es auch um Nacht-, Sonntags- und Kinderzuschläge. Auch sollen Bereitschaftsdienste nur noch an maximal zwei Wochenenden pro Monat angeordnet werden dürfen. 

Ärztestreik: Streik in Marburg, Frankfurt und Gießen 

Die medizinische Versorgung der Bevölkerung wird aber – auch in Notfällen – gesichert sein, wie das Uniklinikum Frankfurt auf Nachfrage mitteilte. Aber es kann zu Verzögerungen oder Ausfällen bei Terminen und Behandlungen kommen. 

Der Staatssekretär im hessischen Innenministerium bezeichnete den Warnstreik als „überflüssig“, da man in den vorherigen Verhandlungen bereits „gut vorangekommen“ sei. In der Vergangenheit hätten die Arbeitgeber eine Tarifsteigerung von 5 Prozent bis 2022 angeboten. Die Forderung von 6,9 Prozent auf zwölf Monate sei hingegen „unverhältnismäßig.“

Bundesweiter Ärztestreik: Ärzte fühlen sich überarbeitet 

Eine vor kurzer Zeit veröffentlichte Befragung des Marburger Bundes hatte ergeben, dass Ärzte an Unikliniken im Schnitt länger im Dienst sind als andere Krankenhausdienste. 32 Prozent der Mediziner an Unikliniken gaben an, mehr als 60 Stunden pro Woche zu arbeiten. Rund 74 Prozent der Befragten haben das Gefühl, dass ihre Arbeit sie in ihrer Gesundheit beeinträchtigt, z.B. in Form von Schlafstörungen und häufiger Müdigkeit. 

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