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Hitzig, aber friedlich: Der 1. Mai in Frankfurt

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Von: Christoph Manus

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Immer wieder entzündeten Demonstrierende in Frankfurt Pyrotechnik.
Immer wieder entzündeten Demonstrierende in Frankfurt Pyrotechnik. © Peter Jülich

Eine linksradikale Demo zum Tag der Arbeit durch die Frankfurter Innenstadt verläuft ohne größere Zwischenfälle, obwohl immer wieder Pyros entzündet werden. Die Polizei agiert defensiv.

Frankfurt – Bei einer „revolutionären“ 1. Mai-Demo sind am Sonntag mehr als 1000 Menschen etwa eineinhalb Stunden lang durch die Innenstadt in Frankfurt gezogen. Ein Bündnis antikapitalistischer Gruppen hatte zu dieser unter dem Motto „Gemeinsam kämpfen gegen Krieg und Kapitalismus – International für Solidarität und Klassenkampf“ aufgerufen.

Zu größeren Zwischenfällen kam es nicht, obwohl immer wieder Pyrotechnik entzündet wurde. Die Polizei, die mit sehr vielen Menschen im Einsatz war und auch Wasserwerfer parat hatte, forderte die Demonstrierenden zwar immer wieder auf, dies zu unterlassen. Sie setzte diese Aufforderung aber nicht durch, sondern agierte bewusst defensiv.

„Revolutionäre“ 1. Mai-Demo in Frankfurt: Großer Polizeieinsatz in der Innenstadt

Zu diesem Einsatzkonzept habe sich die Polizei „unter Berücksichtigung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes“ bewusst entschlossen, teilte diese noch am Abend mit. Die festgestellten Auflagenverstöße, also etwa das Werfen von Böllern und das Entzünden von Rauchtöpfen, seien aber dokumentiert worden und würden nach Ende der Versammlung verfolgt.

Hammer und Sichel waren auf der Demo am 1. Mai in Frankfurt oft zu sehen.
Hammer und Sichel waren auf der Demo am 1. Mai in Frankfurt oft zu sehen. © Peter Jülich

Im vergangenen Jahr war eine Demonstration am selben Datum unter dem Motto „Tag der Wut“ eskaliert. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Polizei, bei denen mehrere Menschen verletzt wurden, einige davon schwer. Letztere stand danach wegen ihres von vielen als unverhältnismäßig kritisierten Vorgehens massiv in der Kritik.

Demo in Frankfurt: „Ihr werdet sehen, der Kampf wird weitergehen.“

Die Demonstrierenden, von denen die allermeisten schwarz gekleidet waren und viele zudem rote Schals trugen, erinnerten am Sonntag, während sie vom Willy-Brandt-Platz aus in Richtung Bornheim-Mitte zogen, immer wieder an die Vorfälle vor einem Jahr. „Wir haben nicht vergessen“, riefen sie etwa. „Ihr werdet sehen, der Kampf wird weitergehen.“

Auf der Demo in der Frankfurter Innenstadt wurde auch getrommelt.
Auf der Demo in der Frankfurter Innenstadt wurde auch getrommelt. © Peter Jülich

Auch an heiklen Stellen auf der Demo-Route, etwa vor dem 1. Polizeirevier an der Zeil, wurde es zwar hitzig, blieb aber friedlich. Selbst als bei der Abschlusskundgebung gegen 20 Uhr in Nähe der U-Bahn-Station Bornheim-Mitte Pyros direkt an einem (leeren) Linienbus entzündet werden, nannte die Polizei das zwar „überhaupt nicht lustig“ und eine Straftat, ging aber nicht direkt gegen die Demonstrierenden vor. (Christoph Manus)

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