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Auenwildnis auf dem Alten Flugplatz Kalbach/Bonames.
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Auenwildnis auf dem Alten Flugplatz Kalbach/Bonames.

Stadtnatur

Frankfurt: Am Alten Flugplatz geht’s los

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Der erste Aktionstag lockt am Wochenende ins Weidenlabyrinth. Für die warmen Tage ist ein Imbisskonzept geplant.

Es tut sich was am Alten Flugplatz Kalbach/Bonames, speziell an diesem Samstag. Obwohl Corona die Bewegungsfreiheit weiter einschränkt, soll es außerdem bald ein paar Annehmlichkeiten für Ausflügler geben.

Zunächst zum Naheliegenden: Am Samstag, 20. März, 13 bis 16 Uhr, sind alle zum ersten von vier Aktionsnachmittagen eingeladen. Dann will die Naturschule Hessen das Weidenlabyrinth auf Vordermann und Vorderfrau bringen, einen außergewöhnlichen Ort an der Seite des Feuerwehrmuseums, der leider häufig von Banaus:innen beschädigt wird.

Interessierte können mithelfen. Das Labyrinth erzählte 2019 von der Flucht einer der Familien aus der benachbarten Unterkunft – eine emotionale Zeitreise in zwölf Etappen von Syrien nach Frankfurt. Ideen für neue Aktionen dort gibt es, aber zunächst werden Leute gesucht, die mithelfen, und Menschen, die längerfristig Verantwortung übernehmen möchten. „Es geht um den Erhalt dieses Ortes“, sagt Torsten Jens von der Naturschule.

Seine Kollegin Stephanie König, Gründerin des Labyrinths, rät, am Samstag Arbeitshandschuhe mitzubringen. Werkzeug wird gestellt. „Auch Masken und Desinfektionsmittel sind da“, sagt sie. „Wir achten natürlich auf Abstand und Corona-Regeln.“ Keine Anmeldung notwendig. Weitere Termine für die Aktionsnachmittage: Am 24. April wird eine Rasenfläche zur Wildblumenwiese umgestaltet; am 29. Mai geht es darum, den Alten Flugplatz fit zu machen für die Feier zum 30-jährigen Bestehen des Grüngürtels, die tags darauf steigen soll. Ein weiteres Treffen ist für den Sommer geplant.

Derweil ist schon wieder reichlich Betrieb auf dem früheren Helikopterlandeplatz, nicht nur, was die einmalige Vogelvielfalt in der wiedererwachten Natur angeht. „Schon im Winter waren zeitweise 1000 Leute auf einmal hier“, sagt Torsten Jens. Eine Natureisbahn auf der überschwemmten Wiese lockte besonders. Aber auch die Frösche vor Ort, überfliegende Störche und Kraniche sind Attraktionen. Die Landschaftslotsen haben ihre Saison begonnen und informieren an den Wochenenden (11 bis 18 Uhr) sowie dienstag- und donnerstagnachmittags über alles rund um den Alten Flugplatz.

Fehlt nur, nach wie vor: das gastronomische Angebot. Vorige Woche war zu beobachten, wie das seit Ewigkeiten leerstehende Tower-Café geräumt wurde, alles hinüber in den alten Hangar. „Die SFG verlässt den Standort“, bestätigt Thomas Hartmanshenn, Leiter der Projektgruppe Grüngürtel im Umweltamt. Die Servicegesellschaft für Frankfurt und den Grüngürtel (SFG) hatte das Restaurant betrieben. Ende September lief der Vertrag aus.

„Wir haben hier eine Perle“

Was folgt? Zunächst kein neuer Pächter. „Niemand wird unter diesen Corona-Bedingungen einen Zehnjahresvertrag zu marktüblichen Preisen unterschreiben“, sagt Hartmanshenn. Zudem müsse die Verpachtung öffentlich ausgeschrieben werden.

Also kommt für die Hochsaison eine Übergangslösung: Getränkestand, Kaffee und Kuchen, möglichst auch ein warmes Gericht, sagt der Grüngürtelmanager. Aber: keine Parade von Foodtrucks, die die Landebahn in eine Boxengasse wie bei der Formel 1 verwandeln würden. „Der Landschaftsschutz wird zu 100 Prozent gewährleistet sein“, sagt Hartmanshenn. Die Landebahn gehöre zum Landschaftsschutzgebiet, Zone 2: „Da darf ohne Sondergenehmigung gar nichts stehen.“ Auch ein Toilettenwagen kommt – das vorhandene WC im Flugplatzgebäude bleibt geschlossen, solange es keinen Pächter gibt.

Verträge macht das Amt für Bau und Immobilien in Absprache mit dem Umweltamt, das zusätzliche Büros im Tower beziehen will. Weiterhin auf dem Gelände bleiben Feuerwehrmuseum, Naturschule, Aeronauten und die Gesellschaft „Ffm naturnah“, die für Sauberkeit zuständig ist. Ein Sicherheitsdienst soll zudem für Ordnung sorgen.

Langfristig soll ein Gesamtkonzept Naturschutz, Naherholung und Umweltbildung fördern; die Naturschule hat bereits Pläne vorgelegt. Lernen könne man beispielsweise vom Kühkopf im Hessischen Ried und vom Felsenmeer im Odenwald, sagt Hartmanshenn. „Mit dem Alten Flugplatz ist langfristig zu rechnen. Wir haben hier eine Perle.“ ill

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