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Spaß auf der Landebahn und drumherum, das ist der Alte Flugplatz.

Alter Flugplatz

Frankfurt: Alter Flugplatz ganz neu

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Die Naturschule Hessen bastelt im Auftrag der Stadt an einem Umweltbildungskonzept für das Ausflugsziel - und an neuen Wegen für die Gastronomie vor Ort.

Es ist ruhig geworden um den Alten Flugplatz im Frankfurter Norden. Die Frühjahrsveranstaltungen mit ihrer magischen Anziehungskraft für Tausende Ausflügler – alle gestrichen. Nächste Hoffnung: der Kunsthandwerkermarkt im September auf der ehemaligen Landebahn zwischen Kalbach und Bonames.

Bis dahin wird sich hinter den Kulissen aber einiges getan haben. Neue Konzepte entstehen, sowohl für das Restaurant „Tower Café“, das wegen seiner knapp bemessenen Öffnungszeiten oftmals für Kopfschütteln gesorgt hat, als auch für das ganze Ausflugsgelände – vermutlich die größte Frankfurter Erfolgsgeschichte in Sachen Stadtnatur.

„Das Umweltamt installiert eine Außenstelle auf dem Alten Flugplatz“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Eine Person verbringt die Hälfte ihrer Arbeitszeit im Tower des früheren Hubschrauberlandeplatzes der US-Army. „Dann haben die Besucher einen festen Ansprechpartner vor Ort.“ Aber nicht nur im Tower – auch die Landschaftslotsen der Naturschule Hessen sind weiter dort unterwegs mit Informationen und Hilfe für die Besucher. Danach hatte es im vorigen Sommer nicht ausgesehen; damals zeichnete sich ab, dass die Naturschule ihre Zelte in Frankfurt abbrechen könnte. Jetzt ist alles anders: Nun hat sie den Auftrag der Stadt, ein Konzept zu entwickeln für das gesamte Areal.

„Es wird ein Umweltbildungskonzept“, sagt Torsten Jens, Gründer der Naturschule und der Mann, der sich wohl am besten vor Ort auskennt. „Wir machen zunächst eine Analyse der Akteure“ – die Feuerwehr hat dort etwa ihren Stützpunkt, der Verein Umwelt-Exploratorium betreibt seine Aeronautenwerkstatt – „und finden dann heraus, was fehlt“. Er kann sich beispielsweise vorstellen, die aufgelassene Baumschule hinter dem Schotterfeld ins Gelände einzubeziehen und die großen Hallen. Eine davon kennt jeder, der mit der U-Bahnlinie 2 auf die Station Kalbach zufährt: Darauf steht mit großen Buchstaben „Eintracht“ geschrieben.

Zu den Akteuren vor Ort zählt auch die kleine Wohnsiedlung für geflüchtete Familien, 2016 eröffnet. Ende 2021 sollen die Fertigwohnelemente wieder abgebaut werden. Was wird dann aus dem Gelände, das zuvor als Parkplatz diente? Torsten Jens schwebt eher nicht die Rückkehr zum Autofahrerparadies vor. Er kann sich vorstellen, auf dem Areal den Kern eines spannenden Umweltbildungszentrums zu errichten.

Die Naturschule ist dabei, die Pläne auszuarbeiten bis zum Ende des Sommers, inklusive Betreiberkonzept – auch fürs Restaurant, das jetzt durch die Corona-Krise strauchelt wie die Gastronomie überall. Eine klimaneutrale Speisekarte, was sonst, soll es an diesem Ort sein, der mehr als 120 Vogelarten und eine Oase für Amphibien beherbergt.

„Wir wollen regionales Essen anbieten und wir können viel mit Kräutern machen“, sagt Stephanie König von der Naturschule, unter anderem ausgebildete Heilpflanzenkundlerin. Sie ist ebenfalls dabei, ihr zauberhaftes Weidenlabyrinth herzurichten, das im vorigen Jahr emotionaler Schauplatz einer Flüchtlingsgeschichte mit zwölf Stationen von Syrien bis Frankfurt war. Es erhält bald ein neues Thema – welches, wird noch nicht verraten.

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