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Gabi Diouf, Lara Strathus, Klaus Reck und Ulrich Jahn (v.r.).

Drogenhilfe

Frankfurt: 10 Jahre Projekt Buddy-Care

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Das Projekt Buddy-Care bringt suchtkranke Menschen mit gesunden zusammen und das seit zehn Jahren. 

Die meisten der 360 Drogenabhängigen, die sich am Projekt „Buddy-Care“ beteiligt haben, werden sich erinnern: an das Popcorn im Kino, die dröhnend laute Disco oder die Cafés, in denen die Zeit von allein verging. Doch dann wurden sie süchtig. Nichts zählte mehr als die Droge. Gabi Diouf wollte da raus. Sie war gerade dabei, „sich vom Methadon zu verabschieden“, bemüht, „mein Leben neu zu sortieren“, erzählte sie am Freitag im Kunstverein Familie Montez, wo das zehnjährige Bestehen von Buddy-Care gefeiert wurde.

Was ist das, ein Buddy? Er soll ein guter Kumpel sein, einer, der mit „seinem“ drogenabhängigen Partner auf Augenhöhe umgeht, einer wie Ulrich Jahn zum Beispiel. Vor zehn Jahren, berichtet er, habe er in der Frankfurter Rundschau gelesen, dass Leute gesucht würden, die einmal in der Woche etwas mit einem suchtkranken Menschen unternehmen wollen. „Super, das ist es“, habe er sich damals gesagt – und inzwischen die Erfahrung gemacht, dass es sich keineswegs um eine „karitative Angelegenheit“ handelt: „Man wächst zu einem Team zusammen, und das ist etwas unheimlich Schönes.“ Lara Strathus, auch sie ein „Buddy“, erzählte, sie habe etwas für Menschen machen wollen, die „von der Normalgesellschaft an den Rand gedrängt“ werden. Auch sie habe erlebt, „dass man etwas für sich mitnimmt“. Klaus Reck, dessen Zeit als Drogenabhängiger im Krisenzentrum Schielestraße schon eine Weile zurückliegt, schwärmte von seinem Buddy: „Wir beide haben uns gesucht und gefunden.“

Projektleiterin Sandra Köhler scheint ein treffsicheres Bauchgefühl zu besitzen, wie Menschen ticken und wer zu wem passen könnte. Köhler redet mit den Teilnehmern, macht sich Notizen und lädt ein zu einem ersten gemeinsamen Gespräch. Oft folgt dann ein Spaziergang an den Main. Man bespricht, was man alles unternehmen möchte, entdeckt gemeinsame Interessen. Köhler ist auch zur Stelle, wenn es mal irgendwo knirschen sollte. Ohnehin gibt es regelmäßige Treffen für alle Beteiligten, um voneinander zu lernen.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) lobte das Projekt und den Betreiber, die Integrative Drogenhilfe. Er wies aber auch darauf hin, dass ehrenamtliches Engagement nur funktionieren könne, „wenn es im Hintergrund Hauptamtliche gibt“.

Buddy-Care: Sandra Köhler, Kaiserstraße 5a, Telefon 2729855-30, s.koehler@idh-frankfurt.de

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