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Statt Rentiere nutzt Rick Mayfield das Auto und manchmal auch die Harley, um zu seinen Auftritten zu kommen. Rolf Oeser

PORTRÄT der Woche

Frankfurt: Der Alleskönner für die Weihnachtsfeier

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Der Langener Entertainer Rick Mayfield tritt als lustiger Engel, Elvis und Santa-Claus-DJ bei seinen Weihnachtshows auf. An Silvester tritt er sogar in Peking auf.

Schatz, hast du eigentlich meinen Heiligenschein gesehen?“, fragt Rick Mayfield seine Frau Biggi dieser Tage schon mal öfter. Manchmal sucht er auch seine Engelsflügel oder seinen Weihnachtsmannbart. Denn der 57-Jährige aus Langen ist Sänger, Comedian, DJ und Moderator. „Und seit 25 Jahren biete ich auch ein spezielles Weihnachtsprogramm an. Ich trete auf Weihnachtsmärkten auf, aber man kann mich auch für Weihnachtsfeiern buchen“, erzählt Mayfield.

Mit seiner Frau sitzt er im weihnachtlich dekorierten Wohnzimmer. Mayfield trägt eine Krawatte mit Paulchen Panther, der Saxofon spielt. Mayfield selbst spielt Gitarre. Im Hintergrund läuft seine „Merry Christmas“-CD. Lieder, die er auch bei seinen Weihnachtsauftritten singt: Klassiker wie „Santa is coming to town“ bis zu Elvis’ Version von „Blue Christmas“. „Der Elvis-Christmas-Showteil ist besonders beliebt“, sagt er. Er kann aber auch Frank Sinatra, Blues Brothers oder Wolfgang Petry. Sein Terminplan sei schon gut gefüllt, aber ein paar Tage seien noch frei.

Bei seinen Weihnachtsauftritten bietet er verschiedene Showteile an, die die Kunden je nach Wunsch kombinieren können. „Alle sind festlich wie fetzig“, sagt er und lacht. Mit französischem Akzent mimt er den lustigen Engel-Empfangs-Koch-Chef und dessen Zwillingsbruder Pierre, beide tragen Heiligenschein.

Zur Person Rick Mayfield wird 1962in Darmstadt geboren. Heute lebt er mit seiner Frau in Langen.
In seinen Anfangsjahrentritt Mayfield im Vorprogramm von Roger Chapman oder den Puhdys auf.

Seine Weihnachtshowsumfassen Live-Musik, Comedy, Magie, DJ-Programm. Alle Infos und Preise: www.rick-mayfield.de rose

„Eigentlich bin ich Sänger, über die Jahre kamen Comedy, Magie, Modellierballons für die Kinder auf Weihnachtsmärkten und Moderation dazu.“ Und er ist auch Weihnachts-DJ. „Auf Wunschzetteln dürfen sich die Gäste ihre Lieblingstitel von Santa wünschen“, sagt er. Seine Vielfältigkeit mache ihn deutschlandweit einzigartig. „Statt drei Künstler zu buchen, decke ich alles als eine Person ab.“ Seinen Künstlernamen hat Mayfield sich im Pass eintragen lassen. Seinen bürgerlichen Namen möchte er nicht öffentlich machen.

Mayfield wird in Darmstadt geboren und wächst in Offenbach, Neu-Isenburg und Frankfurt auf. In Frankfurt macht er auch sein Abitur. Schon zu Schulzeiten wusste er, dass es keinen Plan B für ihn außer der Musik geben würde. „Ich bin in Jugendzentren und später in Irish Pubs deutschlandweit aufgetreten.“ Anfangs sang er vor allem Rock. Er sei der einzige Sänger in der Familie. „Ich komme aus einer Kaufmannsfamilie, aber mein Vater war auch Fotograf und er malte. Meine Mutter war Lehrerin, und macht aber auch für Freunde Skulpturen.“

Mayfield moderiert, wenn gewünscht auch auf Englisch, Französisch und Norwegisch. „Mein Vater hat länger in Norwegen gelebt und mit mir als Kind auf Norwegisch gesprochen.“ Die Sprache nutze er auch für Messeauftritte. Neben einer Gesangsausbildung bei einer Offenbacher Opernsängerin absolvierte er eine Sprecherausbildung. Den Rest des Jahres tritt er europaweit auf. Geburtstage, Hochzeiten oder Firmenveranstaltungen. „Bei Hochzeiten habe ich oft 13-Stunden-Tage.“ An den Wochenenden arbeite er bis fünf Uhr morgens. Neben Weihnachten sei ein wichtiges Standbein sein Karnevalsprogramm. Für einen Kunden mimte er Tina Turner. „Dafür musste ich mir auf der Reeperbahn in einem Spezialladen High Heels in Schuhgröße 48 kaufen“, sagt er und lacht. Er habe aber schnell gemerkt, dass er doch talentierter als Mann auf der Bühne sei.

In seinen Musikeranfangsjahren sei er im Vorprogramm von Roger Chapman und den Puhdys aufgetreten. Hätte er nicht auch gerne Auftritte mit seiner eigenen Musik? „Ich habe mehrere CDs rausgebracht. Und ich mache auch noch eigene Musik, aber ich träume nicht mehr von einem ,A Star is born‘-Moment.“ Traurig, dass aus ihm kein Popstar geworden sei, sei er nicht. „Im Gegenteil zu Dieter Bohlen kann ich noch unerkannt auf die Straße gehen.“ Er betont: „Das Schönste an meinem Beruf ist, dass ich Freude ins Haus bringe.“ An Silvester tritt er jedes Jahr in einem Pekinger Hotel vor deutschen Touristen auf. „Ich singe nicht nur Elvis-Songs, sondern moderiere auch die chinesischen Künstler an.“

Vor vielen Jahren sei einer seiner Auftritte in Deutschland fast geplatzt. „Ich war in einem neuen Hotel untergebracht und duschte vor meinem Auftritt. Als ich aus dem Bad wollte, merkte ich, dass sie vergessen hatten, einen Türgriff innen einzubauen. Ich war eingeschlossen ohne Telefon.“ Er trat so lange gegen die Tür, bis er blutige Füße hatte. „Ich ließ mich vom Hotelarzt behandeln und habe mich schnell in die Elvis-Schuhe gequetscht und bin noch aufgetreten.“ Seine Frau lacht und sagt: „The show must go on.“

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