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Frankfurt: Alles für die Eintracht

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Von: Thomas Stillbauer

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So war es 2018. So dürfte es ruhig wieder werden. Warum nicht am Donnerstag?
So war es 2018. So dürfte es ruhig wieder werden. Warum nicht am Donnerstag? © ROLF OESER

Falls die Fußballer etwas aus Sevilla mitbringen, gehört die Stadt am Donnerstag den Fans. Vorbereitungen auf allen Ebenen.

Eigentlich darf man das nicht: schon am Tag vor dem Spiel herausposaunen, was man alles Tolles veranstaltet, wenn … sagen wir mal, wenn das Fußballspiel an diesem ganz besonderen Mittwochabend so ausgeht, wie wir uns das wünschen. Normalerweise müssen dann wie durch ein Wunder plötzlich alle dieselben T-Shirts am Leib haben, auf denen irgendetwas Triumphales steht, und dann wird tags darauf gefeiert, dass es kracht. Der Hessische Rundfunk wäre so freundlich, das Ganze am Donnerstagabend von 17.55 Uhr bis 21 Uhr im Fernsehen zu zeigen.

Aber offenbar braucht das alles eine gewisse Vorbereitung. Na gut, dann wollen wir mal schauen, was theoretisch los sein könnte in Frankfurt, wenn die Eintracht … Sie wissen schon.

Vielleicht ist am Römer was los

Kann nämlich sein, dass sich dann am Donnerstag die ganze Stadt in Eintracht-Hand befindet. Mehr als 100 000 Fans, glauben Polizei, Feuerwehr, die Eintracht und die Stadtverwaltung, könnten in die Innenstadt strömen. Vielleicht ist ja auf dem Römerbalkon was los. Wer weiß? Sollte es gewisse Europapokalhelden zu feiern geben, ist da garantiert was los. Und wozu? Zu Recht!

Wegen der vielen Menschen, die dann – vielleicht – am Donnerstag gen Altstadt pilgern, lässt die Stadtverwaltung schon einen eindringlichen Appell los: „Jeder, der kein Fußballfan ist und nicht mit der Eintracht feiern möchte, ist gut beraten, an diesem Tag vorsorglich die Frankfurter Innenstadt zu umgehen.“ Das gilt sicher auch für Frauen, so wie das Folgende: „Insbesondere Arbeitnehmer mit Anspruch auf Homeoffice, Pendler aus dem Umland, aber auch Tagesausflügler sollten sich bewusst sein, dass sich an diesem Tag die An- und Abreise, vor allem mit dem Auto und dem ÖPNV, aufgrund des schieren Andrangs schwierig bis unmöglich gestalten kann.“

Parkhäuser gesperrt

Wer das nicht ernst nehme, müsse damit rechnen, „bis in die späten Abendstunden in der Innenstadt festzusitzen“. Parkhäuser könnten gesperrt, der Straßenbahnverkehr zwischen Konstablerwache und Hauptbahnhof eingestellt werden. Wie gesagt: falls … Vier Parkhäuser sind am Donnerstag jedenfalls von 6 bis 24 Uhr gesperrt: Dom/Römer, Hauptwache, Kaiserplatz und Konstablerwache – sogar falls nicht. Also falls es keinen Empfang für die Eintracht auf dem Römerberg geben sollte. Warum auch immer. „Vorbereitende Aufbauten“ seien so oder so notwendig, hieß es am Dienstag.

Vorbereitende Aufbauten haben noch nie geschadet. Aber auch vorbereitende Abbauten dürften nötig sein, denn für die Außengastronomie könnte es schwierig werden, wenn europapokalige Dinge geschehen, die man jetzt noch nicht laut aussprechen darf. Das Amt für Straßenbau und Erschließung hat aus Sicherheitsgründen zeitweilig die Erlaubnis widerrufen, auf öffentlicher Fläche Außengastronomie zu betreiben oder Waren auszulegen – und zwar in der „möglichen Feierzone rund um den Römerberg“. Betriebe sollten vorsichtshalber „den öffentlichen Straßenraum in der Innenstadt so wenig wie möglich beanspruchen“, Sitzmöglichkeiten räumen oder auf ein Mindestmaß reduzieren. Es könnte ja sein, dass da jemand mit einem sehr großen Pokal vorbei will. Nur so als Theorie. Da würden „Kundenstopper sowie Warenauslagen“ auf dem Gehweg stören.

Lange U-Bahnen, Umwege für die Tram

Kundenstopper. Klingt wie eine Verteidigerposition speziell für Spiele gegen Bayern München oder RB Leipzig. Aber zurück zum Fußball mit Herz: Sollten es die aus Sevilla übermittelten Umstände erfordern, werden die U-Bahnen am Donnerstag über den Berufsverkehr hinaus lang bleiben, also maximal viele Waggons haben. Dagegen würden die Straßenbahnen 11, 12 und 14 dann voraussichtlich ab 6 Uhr morgens nicht über die Altstadtstrecke fahren. Zwischen Börneplatz und Hauptbahnhof machen sie in diesem Fall einen Schlenker über Sachsenhausen. Ab etwa 10 Uhr wäre damit zu rechnen, dass die Station Dom/Römer gesperrt wird; U4 und U5 rauschten dann ohne Halt durch. Dennoch wird Fans die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln samt kurzem Fußmarsch ins Zentrum empfohlen.

Es gibt auch ein Szenario, in dem die Bahnen ganz normal fahren und die City abends leer bleibt. Aber darüber spricht man vor dem Anpfiff schon gar nicht. Städtevergleich Seiten F10/F11

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