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Frankfurt: Alles auf Bildung

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Von: Thomas Stillbauer

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Beim Deutschsommer lassen sich Sprachkenntnisse spielerisch verbessern.
Beim Deutschsommer lassen sich Sprachkenntnisse spielerisch verbessern. © Monika Müller

Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft bilanziert ihr Jahr 2021: Dranbleiben an der Zielgruppe ist wichtig, Konstanz für „bildungsungeübte“ Familien.

Es war ein hartes Jahr, dennoch zieht die Stiftung Polytechnische Gesellschaft ein positives Fazit für 2021. Mehr als sechs Millionen Euro hat sie nach eigenen Angaben in gemeinnützige Zwecke investiert, weitere Bildungsangebote aufgebaut und allein 940 000 Euro in die Förderung von Projekten Dritter investiert.

„Was für eine Zeit!“, sagt Vorstandsvorsitzender Roland Kaehlbrandt am Freitag, als er das vorige Jahr aus Sicht der Stiftung Revue passieren lässt. Krisen allenthalben – Stiftungen würden mehr gebraucht denn je. „Tun, was fehlt und nützt“, zitiert er die Selbstverpflichtung der Polytechniker. Das betraf in der intensivsten Corona-Zeit vor allem die Anstrengungen, den Kontakt nicht zu jenen zu verlieren, die die Hilfe dringend brauchten.

„Dranbleiben“ heißt folgerichtig der Titel des Tätigkeitsberichts 2021. Abseits der Zahlen, die Finanzvorstand Johann-Peter Krommer vorlegt – Stiftungskapital erhöht, trotz Pandemiekrise das zweitbeste finanzielle Ergebnis der Stiftungsgeschichte erzielt – geht es zuallererst um Hilfe für Menschen, die wenig haben: für bildungsungeübte Familien, wie Kaehlbrandt es formuliert. Ihnen bietet die Stiftung Polytechnische Gesellschaft etwa das Diesterweg-Stipendium: Es fördert Viertklässler beim Übergang in die fünfte Klasse.

Sämtliche Kanäle genutzt

Obwohl die Angebote zeitweise wegen Corona komplett digital liefen, habe das Programm „keine einzige der 20 Familien verloren“, berichtet Kaehlbrandt. Ein Erfolg auch der Beharrlichkeit. „Wir haben alles versucht, alle Kanäle genutzt, um den Kontakt nicht zu verlieren.“

Denn die Lage ist ernst. Die Pandemie habe das Niveau der Rechtschreibfähigkeit erneut gesenkt, das schon seit den 1980er Jahren drastisch zurückgehe. Als Gegenmittel bietet die Stiftung unter anderem den „Deutschsommer“ an, der in den Ferien hilft, Sprache und Grammatik besser zu lernen. Als Erfolgsbeleg zeigt Kaehlbrandt das Foto einer jungen Frau, die einst als Neunjährige an dem Ferienkurs teilnahm – und jetzt selbst „Deutschsommer“-Kinder unterstützt.

Darüber hinaus hat die Stiftung in die Spitzentalentförderung investiert, Projekte ausgezeichnet und sich von der Stadtteilebene bis zur Paulskirchendemokratie engagiert.

Seit der Gründung 2005 förderte die Stiftung 130 000 Frankfurterinnen und Frankfurter aller Alters- und Bevölkerungsgruppen – stets mit Roland Kaehlbrandt an der Spitze. Das hört im Herbst auf: Kaehlbrandts Mandat endet am 30. September. „Als kreativer Kopf hat er der polytechnischen Tradition von Bildung und Verantwortung ein modernes Gesicht gegeben“, lobt der Stiftungsratsvorsitzende Volker Mosbrugger. Der Nachfolger steht schon fest: Frank Dievernich, Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences, übernimmt am 1. Oktober.

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