Biodiversität

Frankfurt: Aktionswoche zum Schutz der biologischen Vielfalt fällt aus

  • schließen

Die Aktionswoche von BioFrankfurt fällt aus – der Naturschutz nicht. „Rücksicht auf die Biodiversität kann auch helfen, Epidemien zu vermeiden.“

Eine lange Woche mit 50 spannenden Abenteuern, organisiert von 20 Veranstaltern: So ungefähr sieht die Aktionswoche zum Schutz der biologischen Vielfalt aus, die das Umweltnetzwerk BioFrankfurt stets zu demselben Zeitpunkt organisiert: rund um den Internationalen Tag der biologischen Vielfalt, den 22. Mai.

In diesem Jahr freilich, die meisten haben es geahnt, muss die Tradition wegen der Corona-Pandemie pausieren. Dem zentralen Anliegen tut das aber keinen Abbruch. „Der Schutz der biologischen Vielfalt darf keine Pause machen, nur weil gesellschaftlich aktuell andere Themen dominieren“, sagt Peter Dommermuth, der Leiter des Frankfurter Umweltamts und Vorsitzende von BioFrankfurt. Gerade jetzt hätten wir auch die Chance, die Natur vor der eigenen Haustür wieder besonders wertschätzen zu lernen, weil ferne Reiseziele vorerst nicht erreichbar seien. „Jetzt heißt es: Den Frühling genießen, so gut es geht, und dabei auch stets den Blick darauf richten, wie enorm wichtig eine intakte Natur für unser aller Wohlbefinden ist“, ruft Dommermuth auf.

„Nur was im Kleinen funktioniert, kann auch im Großen angewandt werden“, betont Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und Zweiter Vorsitzender von BioFrankfurt. „Wenn die Menschen einen bewussten Umgang mit der Natur in ihrem eigenen Umfeld pflegen, kann das auch den Naturschutz weltweit stärken.“ Das gelte übrigens auch für die Vorbeugung gegen Situationen wie die derzeitige. Die zunehmende Zerstörung von Lebensräumen weltweit sowie die Abnahme der Vielfalt an Arten, Genen und Lebensräumen erhöhten die Gefahr von Epidemien: „Viele renommierte Wissenschaftler warnen zu Recht schon lange vor dem zunehmenden Risiko, das hierdurch auch für den Menschen entsteht“, erinnert Schenck.

Viele Partner sind schon lang bei der Aktionswoche dabei – etwa Mainäppelhaus, Palmengarten, Senckenberg, die Hessische Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie, das Projekt „Städte wagen Wildnis“, BUND und Nabu. Sie hoffen, möglichst bald wieder Menschen zu Naturerlebnissen einladen zu können. Und sie sind gespannt: Die „UN-Dekade Biologische Vielfalt“, die weltweit Biodiversität fördern sollte, geht in diesem Jahr zu Ende – 2021 will die Weltnaturschutzkonferenz in China den weiteren Weg zur Umsetzung der Biodiversitätskonvention ebnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare