Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

An der Memorial-Wand im Hof der Peterskirche werden auch dieses Jahr drei Nägel für die an Aids Gestorbenen eingeschlagen.
+
An der Memorial-Wand im Hof der Peterskirche werden auch dieses Jahr drei Nägel für die an Aids Gestorbenen eingeschlagen.

Leben mit HIV

Frankfurt: Aids-Hilfe beklagt Stigmatisierung

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
    schließen

Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Hessen geht zurück, doch die Gefahr des Virus ist nicht gebannt. Auch die Ausgrenzung bleibt ein Problem.

Die Aids-Hilfe Frankfurt (AHF) hat mit Blick auf den bevorstehenden Welt-Aids-Tag am 1. Dezember das aktuelle Infektionsgeschehen mit HIV bewertet. Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts ging die Zahl der Neuinfektionen in Hessen zurück. 2019 steckten sich noch 220 Menschen mit dem Virus an, im vergangenen Jahr 170. Insgesamt wird geschätzt, dass in Deutschland circa 91 000 Menschen mit HIV leben.

„Aids ist selbstverständlich noch ein Problem“, sagt Christian Setzepfandt vom Vorstand der AHF. Dabei gehe es nicht nur um die Infektionen, sondern vor allem um die in weiten Teilen immer noch vorhandene Stigmatisierung. Man kämpfe auch 35 Jahre nach der Gründung der AHF weiter gegen Vorurteile und Unwissenheit im Bezug auf die Krankheit an.

Welt-Aids-Tag

Am 1. Dezember wird der Gedenktag begangen. Ab 15 Uhr gibt es ein Video des Gottesdienstes auf Youtube unter bit.ly/you-ahf zu sehen.

Um 18 Uhr gibt es in der Katharinenkirche eine Veranstaltung zum Thema „Identität“. 2G-Zutritt oder im Stream unter bit.ly/book-ahf.

Gegen 20 Uhr kann man der Video-Aids-Memorial-Gedenkveranstaltung beiwohnen. Diese ist wieder unter bit.ly/you-ahf verfügbar. mic

Dass die Zahlen rückläufig sind, könne durchaus mit der Pandemie zu tun haben, in der Leute sexuelle Kontakte zurückfahren oder vermeiden. Auch die Anwendung der Prep (Prä-Expositions-Prophylaxe), bei der HIV-negative Menschen ein HIV-Medikament vorbeugend einnehmen, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen, beeinflusse die Zahlen positiv, sagt Setzepfandt.

Dass zurzeit wieder ein Virus grassiere, lasse sich beim Blick auf HIV nur schwer ausblenden. Die Parallelen seien da, so Setzepfandt: Beschränkungen, Ausgrenzung, Tod und wilde Theorien über den Ursprung der Krankheit. Auch bei HIV hatten manche vermutet, dass das Virus im Labor gezüchtet wurde oder dass es gar nicht existiere. Auch die Theorie, dass die Medikamente töten oder schaden, habe es damals wie heute gegeben. Setzepfandt wünscht sich, dass die Leute nicht ausgegrenzt werden, egal welche Viruserkrankung sie haben. Es gehe um ein angst- und ideologiefreies Informieren. „Wir dürfen das Feld nicht den Populisten überlassen“, sagt er und könnte damit HIV oder Sars-CoV-2 meinen.

Die Aids-Hilfe Frankfurt fordert die Stadt Frankfurt und das Land Hessen auf, ihre finanzielle Unterstützung für die AHF zu erhöhen. 300 000 Euro mehr brauche man pro Jahr, um bereits laufende Projekte aufrechtzuerhalten und neue zu entwickeln. Außerdem müsse das HIV-Testangebot weiter ausgebaut, der Zugang zur Prep-Therapie erleichtert werden. Für Frankfurt fordert die AHF ein tägliches Testangebot und kostenlose HIV-Tests. Darüber hinaus müssten die Forschung an einem HIV-Impfstoff intensiviert und mehr Gelder dafür zur Verfügung gestellt werden.

Am Welt-Aids-Tag am Mittwoch soll in der Katharinenkirche wieder die Aufklärungsarbeit im Vordergrund stehen. Zum Thema „Identität“ werden Jessica Purkhardt (Vorstand AHF) und Alexander Hahne (Bodyworker) über das soziale und biologische Geschlecht sprechen. Felix Martin (HIV-positiver Landtagsabgeordneter) wird über seine eigenen Erfahrungen mit Ausgrenzung sprechen. Virologe Martin Stürmer beleuchtet die medizinische Entwicklung und Erfahrungen beim Thema HIV, während Stephanie Klee (feministische Sexarbeiterin) über Prostitution sprechen wird. Start ist um 18 Uhr in der Kirche oder online im Livestream.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare