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Frankfurt: Agentur soll günstigen Wohnraum sichern

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Von: Christoph Manus

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Stadträtin Sylvia Weber, eine der beiden ehemaligen Eigentümerinnen, Gima-Chef Robin Mohr und Stadtrat Mike Jose vor dem Haus im Frankfurter Ostend (vl.).
Im Frühjahr gab es den ersten großen Erfolg für die Gima in Frankfurt. Sie vermittelte ein Mehrfamilienhaus, das zwei Schwestern gehörte, an eine Genossenschaft. Hier: Stadträtin Sylvia Weber, eine der beiden ehemaligen Eigentümerinnen, Gima-Chef Robin Mohr und Stadtrat Mike Josef © Peter Jülich

Wer in Frankfurt ein Wohnhaus ohne Nachteile für die Mieter verkaufen will, kann sich an die Gima wenden. Die hat bisher ein Haus an eine Genossenschaft vermittelt und hofft nun auf weitere Erfolge.

Frankfurter Mieterinnen und Mieter, deren Wohnhaus verkauft wird, sollen nicht fürchten müssen, von den neuen Eigentümer:innen verdrängt zu werden. Dazu will die genossenschaftliche Immobilienagentur (Gima), die die Stadt Frankfurt vor etwa elf Monaten mit mehreren Partnern gegründete, zumindest einen kleinen Beitrag leisten. Sie hilft Menschen, die ein Mehrfamilienhaus sozialverträglich verkaufen wollen, dieses „in gute Hände zu bringen“, wie es Robin Mohr, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Gima, formuliert.

Die Verkaufswilligen verzichten darauf, den am Markt erzielbaren Preis zu erzielen. Die neuen Eigentümer, bei denen es sich ausschließlich um gemeinwohlorientierte Akteure handeln soll, wiederum müssen sich verpflichten, lediglich kostendeckende Mieten zu verlangen, die Immobilie dauerhaft zu bewirtschaften und mögliche Gewinne in den Ausbau gemeinwohlorientierter Wohnungsprojekte zu reinvestieren. Die Gima erhält ein Prozent des Kaufpreises. Davon soll sie sich selbst tragen.

Genossenschaftliche Immobilienagentur will drei Häuser im Ostend und Nordend vermitteln

Geglückt ist eine solche Vermittlung bisher erst in einem Fall. Die Immobilienagentur half zwei Erbinnen eines Wohnhauses am Parlamentsplatz im Ostend, dieses im Frühjahr an die Genossenschaft Beamten-Wohnungs-Verein (BWV) zu veräußern. Diese zählt mit der Wohnbaugenossenschaft in Frankfurt, der teilstädtischen Konversionsgesellschaft KEG und dem Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen zu den Mitgliedern der Gima. Demnächst sollen nach Mitteilung der Stadt noch die Genossenschaft Fundament und die Stiftung Trias hinzukommen.

Die Gima hofft laut Stadt, bald den Verkauf von drei weiteren Immobilien abzuwickeln. Bei diesen handele es sich um drei Gründerzeithäuser mit jeweils acht bis zwölf Parteien in den Stadtteilen Nordend und Ostend. Diese sollen für zwei bis vier Millionen Euro veräußert werden – also unter Marktpreis. Dort sei etwa ein Drittel mehr zu erzielen, schätzt Geschäftsführer Mohr.

Investoren kaufen Mietshäuser in Frankfurt auf - oft mit üblen Folgen für die Bewohner

Schließlich seien genau solche Häuser bei Investoren begehrt. Doch wo renditeorierente Akteure kauften, versuchten diese häufig, Miethäuser in Eigentumswohnungen aufzuteilen, nähmen Luxusmodernisierungen vor, erhöhten die Mieten und verdrängten so die bisher dort lebenden Menschen.

Die Gima plant derzeit, je zwei Immobilienverkäufe pro Jahr zu vermitteln. Nachfrage gebe es prinzipiell genug. Es gebe in der Stadt viele sozial verantwortliche Eigentümer:innen. Noch könne das Angebot aber bekannter werden, heißt es. Dafür sei man etwa bereits auf den Eigentümerverband Haus & Grund zugegangen.

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