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Frankfurt: Afrika für Herz, Gaumen und Ohr

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Von: Gernot Gottwals

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Die Kinder lauschen gebannt dem Geschichtenerzähler.
Die Kinder lauschen gebannt dem Geschichtenerzähler. © Rainer Rüffer

Festival auf dem Rebstockgelände lockt viele Menschen an. Auch über die Ukraine wird diskutiert und die Folgen für die afrikanischen Staaten.

Am Stand von Honorine Ollmert duftet es aromatisch und exotisch. Allerdings nicht nach Essbarem, sondern nach Seifen und Pflegeölen. „Die Rohstoffe wie Sheabutter und Kokosöl kommen aus meiner Heimat“, sagt die Händlerin von der Elfenbeinküste. Die Transportkosten hätten sich durch die gestiegenen Ölpreise verdoppelt, doch sie könne die Steigerungen nicht an die Kunden weitergeben.

Eine Folge des Kriegs in der Ukraine? Darüber diskutieren beim Afrika-Forum zum Afrikanischen Kulturfest am Rebstockpark Bundestagsmitglied Armand Zorn (SPD), Entwicklungsaktivistin Mariam Sow, Politikwissenschaftler Aziz Zalmone Fall und Klaus Klipp (Europaunion Frankfurt). Bei den Veranstaltern jedenfalls macht sich die Krise bemerkbar: „Immer wieder haben uns Logistikfirmen abgesagt, wenn es um die Organisation von Bühnen und Kassenhäuschen ging“, berichtet Katrin Diagne, Vorstandsmitglied des Vereins Afrika-Projekte.

„Die blockierten ukrainischen Getreidelieferungen und die steigenden Ölpreise haben Auswirkungen auf Afrika, wo einige Länder sogar mit Russland sympathisieren und sich bei Abstimmungen über Sanktionen zumindest enthalten“, sagt Sow.

„Der Krieg in der Ukraine hat eine geostrategische Bedeutung bis nach Afrika, wo sich China vermehrt als Investor engagiert“, sagt Zorn. „Einige Händler spekulieren auf hohe Getreidepreise, was die Krise zusätzlich anheizt.“ Deutschland genieße durchaus Ansehen in einigen afrikanischen Ländern, müsse seine Außenpolitik entsprechend ausrichten.

Immerhin kann das Afrikanische Kulturfest nach zweijähriger Corona-Pause und Problemen bei der Logistik mit 25 Verkaufsständen für afrikanische Volkskunst und Kleidung sowie sieben Essensständen wieder durchstarten. „Wart ihr schon mal im Senegal? Wenn nicht, dann kommt der Senegal jetzt zu euch“, schmettert das Ballett Jammu de Sénegal von der Bühne. Immer mehr tanzen sich die Interpreten in exotischen und akrobatischen Formationen in Trance.

„Der Senegal ist cool, die Truppe bringt ordentlich Stimmung“, findet Dave Puddo, der erstmals Curry und frittierte Gemüse-Pakoras von Mauritius anbietet. „Doch mit veganer Ayurvedakost habe ich einen schweren Stand“, findet er. Denn die Leute stünden mehr auf Fisch- und Fleischgerichte mit Reis oder Couscous.

Einige Meter weiter gibt es einen ganzen Basar mit Ständen mit afrikanischen Gewändern, Korbwaren, Musikinstrumenten und Schnitzwerken. Samba Ingom hat eine breite Auswahl an Holzmasken aus Mali, Gabun und der Elfenbeinküste im Angebot. „Die verschenkt man zur Hochzeit oder Geburt“, berichtet er.

Veranstalterin Katrin Diagne setzt auf 3000 Besucher:innen pro Tag, damit sich das Afrikanische Kulturfest rechnet. Es gilt auch als Testlauf für das Afrikanische und Karibische Kulturfest, das hier am 6. und 7. August stattfinden soll.

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