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Frankfurt: Adornos Flügel begutachten

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Von: George Grodensky

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Stephan Lessenich auf der Dachterrasse des Instituts für Sozialforschung.
Stephan Lessenich auf der Dachterrasse des Instituts für Sozialforschung. © Michael Schick

100 Jahre Institut für Sozialforschung Frankfurt: Jubiläumsfeier beginnt mit einem Tag der offenen Tür. Im kommenden Jahr folgen weitere Programmpunkte.

Das Institut für Sozialforschung Frankfurt lädt für Samstag, 24. September, zum Tag der offenen Tür ein. Der gewährt nicht nur Einblick ins Tagesgeschäft an der Senckenberganlage 26. Er bildet auch den Auftakt für das Jubiläum: 100 Jahre IfS.

Die Feier erstreckt sich über eineinhalb Jahre, einfach, weil es mehrere wichtige Daten gibt. Am 24. September gedenkt man zum Beispiel der „Denkschrift über die Begründung eines Instituts für Sozialforschung“. Die haben Felix Weil und Kurt Albert Gerlach im August 1922 an die Senckenberg Gesellschaft gerichtet.

Es gehe ihnen in wissenschaftlicher wie in praktischer Absicht um die „Kenntnis und Erkenntnis des sozialen Lebens in seinem ganzen Umfang“, um „Wechselwirkungen zwischen der wirtschaftlichen Grundlage, den politisch-juristischen Faktoren bis zu den letzten Verästelungen des geistigen Lebens in Gemeinschaft und Gesellschaft“.

Fahrplan fürs Jubiläum

Tag der offenen Tür ist am Samstag, 24. September, 12 bis 17 Uhr, an der Senckenberganlage 26. PK mit Land Hessen zum Jahrestag der Grundsteinlegung vor 100 Jahren, ist am 23. Januar. Die Marxistische Arbeitswoche geht von 26. bis 29. Mai, Campus Bockenheim.

Eine Internationale Konferenz zu „Kritischer Theorie heute“, organisiert das Institut von 13. bis 15. September 2023. Für den Juni 2024 plant es ein Straßenfest, mit dem Offenen Haus der Kulturen. sky

www.ifs.uni-frankfurt.de/

Oder, wie es der heutige Institutsleiter Stephan Lessenich sagt: „Mit dem Tag der offenen Tür signalisiert das IfS seinen Anspruch, öffentliche Wissenschaft zu betreiben – ganz in der Tradition der Kritischen Theorie.“ Wobei die Türen des Instituts der Öffentlichkeit immer offenstünden: „Das IfS versteht sich in seiner alltäglichen Forschungspraxis als offenes Haus kritischer Gesellschaftsforschung.“ Lessenich eröffnet auch am Samstag das Programm im Gespräch mit Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) auf dem blauen Sofa – das tatsächlich an das der Buchmesse erinnern soll. Anschließend präsentieren die laufenden Projekte ihre Forschung in 20-minütigen Gesprächen auf dem blauen Sofa.

Im Sitzungsraum stellen sich Arbeitskreise mit teils interaktiven Formaten (Diskussionsforen, Bingo, Plakaten) vor. In der Adorno-Bibliothek werden die Publikationsorgane erläutert. Um 14 führt der langjährige Verwaltungsleiter Günter Pabst durchs Haus. Auch Archiv und Adorno-Archiv haben geöffnet. Das ist „eine der Perlen des Instituts“, wie Lessenich sagt. Zu sehen sind dort etwa Adornos Schriften, sein Plattenspieler, sein Flügel.

Grundsteinlegung für das Institut war im Januar 1923. Dazu wird es im Januar eine Pressekonferenz mit dem Land Hessen geben. Höhepunkt wird im kommenden September eine internationale Konferenz zur Kritischen Theorie sein, bei der das Institut sein neues Forschungsprogramm vorstellt.

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