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Frankfurt: Abwärme heizt neues Quartier im Gallus

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Von: Christoph Manus

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So soll das neue Quartier im Frankfurter Gallus aussehen.
So soll das neue Quartier im Frankfurter Gallus aussehen. © Instone

Gut 3000 Menschen könnten einmal auf dem früheren Avaya-Areal wohnen. Die Wohnungen, die Instone dort errichtet, sollen mit Abwärme eines Rechenzentrums gespeist werden.

Auf dem früheren Avaya-Areal, einer Industriebrache im Südwesten des Frankfurter Gallusviertels, sind die Arbeiten am Freitagnachmittag schon deutlich weiter fortgeschritten als das bei einer symbolischen Grundsteinlegung üblich ist. Ein Teil der Gebäude, die auf dem gut fünf Hektar großen Gelände entstehen, ist bereits drei Geschosse in die Höhe gewachsen. Etwa drei Jahre wird es trotzdem noch dauern, bis die mehr als 1300 Mietwohnungen, die der börsennotierte Projektentwickler Instone auf der langjährigen Brache errichtet, bezogen werden können.

Instone-Geschäftsführer Ralf Werner spricht in der riesigen Baugrube an der Kleyerstraße von einem „Leuchtturmprojekt“, das nicht nur ökologisch Maßstäbe setzen werde. „Hier war mal ein hochverseuchtes Industrieareal“, sagt er. Nun entstehe ein großes Wohnquartier, das mit der Abwärme eines angrenzenden Rechenzentrums geheizt und mit warmem Wasser versorgt werde.

350 bis 400 geförderte Wohnungen entstehen im Frankfurter Gallus

Der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) spricht gar vom bundesweit größten Projekt, das auf diese Weise gespeist werde – und weist daraufhin, dass es gelungen sei, den langjährigen Streit mit einem Rechenzentrenbetreiber so beizulegen, dass eine vernünftige Lösung herausgekommen sei.

Werner hebt zudem hervor, dass sich die 350 bis 400 geförderten Wohnungen, die nach seinen Zahlen in dem Viertel entstehen, auf die Fläche verteilen. Das sei nicht unbedingt üblich. In der Tat sind einige Quartiere so geplant, dass sich die teuren Wohnungen und die Sozial- und Mittelstandswohnungen in verschiedenen Teilen des Viertels befinden.

Die Bayerische Versorgungskammer wird die Wohnungen im Gallus vermieten

Die Wohnungen sind bereits seit 2019 verkauft. Jahre vor ihrer Fertigstellung hat sich die Bayerische Versorgungskammer das Großprojekt gesichert. Für diese verspricht Markus Amann ein „Wohnen für alle“ im Quartier, das unter dem Namen „Franky“ beworben wird.

Josef nannte das Konversionsprojekt charakteristisch für den Wandel des Gallusviertels. Allein südlich der Mainzer Landstraße sind dort auf früher gewerblich genutzten Flächen innerhalb von wenigen Jahren mehr als 1000 neue Wohnungen entstanden. Das neue Viertel sei gut angebunden und biete die nötige Infrastruktur, sagte er. Drei Kitas entstehen, sechs Spielplätze, und die Ackermannschule wird erweitert, wie Josef sagte. Geplant sind auch Gewerbe- und Einzelhandelsflächen. So soll etwa am zentralen Platz des neuen Quartiers ein Discounter zu finden sein.

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