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Rechenzentrum von Equinix in Frankfurt-Griesheim.
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Rechenzentrum von Equinix in Frankfurt-Griesheim.

Digitalisierung

Frankfurt: Abwärme der Rechenzentren nutzen

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Frankfurt hat in Sachen Digitalisierung noch einige Aufgaben vor sich. Etwa bei den 50 Megawatt Abwärme, die über den hiesigen Rechenzentren ungenutzt verpuffen.

Frankfurt ist eine der Rechenzentrumshauptstädte in Europa: Mehr als 60 Betreiberfirmen haben in den vergangenen Jahren Dutzende Datacenter errichtet, unter anderem im Gallus, im Ostend, in Griesheim, Sossenheim, Rödelheim, Seckbach und in Fechenheim. Der nach eigenen Angaben größte Internetknoten der Welt, De-Cix, befindet sich an der Hanauer Landstraße.

In den Frankfurter Rechenzentren entstehen laut städtischem Energiereferat jedes Jahr etwa 50 Megawatt Abwärme, die ungenutzt verpuffen. Diese Abwärme könnte Hunderte Haushalte beheizen.

Es ist eine von zahlreichen Aufgaben, welche die Stadt in Sachen Digitalisierung noch vor sich hat. Im Frühjahr haben die Stadtverordneten eine „Digitalisierungsstrategie“ beschlossen – ein 162 Seiten langes Papier, in dem neben der Nutzung der Abwärme aus Rechenzentren viele weitere Projekte aufgeführt sind.

Unter anderem könnte eine Verkehrsapp Verkehrsteilnehmer:innen effizient ans Ziel bringen – so ähnlich wie die RMV-App. Ein „Pavement Management“ und ein „Facility Management“ könnten über den Zustand von Straßen beziehungsweise Gebäuden informieren. Weitere städtische Museen könnten WLAN erhalten.

Funkende Mülltonnen

Ein smartes Stadtquartier soll demnach eine neue Mobilität und neue Energieversorgung möglich machen. Mülltonnen sollen mittels Sensoren funken, ob sie voll sind, Bäume, ob sie Wasser brauchen - mit der Umsetzung dieses Projekts hat der Energieversorger Mainova bereits begonnen.

Erarbeitet wurde das Strategiepapier unter Jan Schneider (CDU), der bis zuletzt das Digitalisierungsdezernat verantwortete. Seit 2013 wurde etwa der IT-Einkauf zentralisiert. Die Server im städtischen Rechenzentrum wurden zusammengeführt. Anträge für Bewohnerparkausweise oder Außengastronomie lassen sich online stellen. Die Leiterin des IT-Amts kann die städtischen Server bei einem Trojanerangriff vom Netz nehmen lassen – wie vor zwei Jahren geschehen.

Onlineanträge gibt es für den Fischereischein, die Eheurkunde, die Geburts-und Sterbeurkunde, zum Baulastenverzeichnis, zur Wahlhelferanmeldung oder zur Einfuhr von Waffen und Munition, letzteres betrifft den Frankfurter Flughafen. Seit kurzem lassen sich der Leseausweis der Stadtbibliothek und der Gewerbeparkausweis online beantragen.

O’Sullivan will neue App

Die neue IT-Dezernentin Eileen O’Sullivan (Volt) drängte schon als Stadtverordnete darauf, alle Verwaltungsleistungen digital anzubieten. Es sind etwa 2000. So sieht es auch das Onlinezuganggesetz (OZG) vor, das Ende 2022 umgesetzt sein soll. Zur Bündelung der Verwaltungsangebote will O’Sullivan eine Frankfurt-App erarbeiten lassen. Sie kündigte außerdem den Ausbau von öffentlichem WLAN an: auf der Zeil, in der Paulskirche, in Schulen. Der Glasfaserausbau und die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes seien weitere Prioritäten.

Um das OZG umzusetzen, ist die Stadt auf Hilfe angewiesen. Das Land Hessen lässt die OZG-Leistungen für die Kommunen über die Digitalisierungsplattform Civento der Ekom21 entwickeln. Ekom21 ist das größte kommunale IT-Dienstleistungsunternehmen in Hessen.

Den digitalen Leistungen zum Trotz steht Frankfurt im Städtevergleich nicht gut da. Der Digitalverband Bitkom sieht Frankfurt auf Rang 47 bei Städten mit mehr als 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Bitkom bewertete 133 Kriterien, darunter Glasfaseranbindung, freies WLAN, Fotovoltaik und Elektroladesäulen.

Für die Abwärme der Server im Frankfurter Hochhaus Eurotheum wurde übrigens eine Lösung gefunden. Das Gebäude und das Wasser werden damit geheizt.

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