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Noch ein letztes Selfie bevor die Automobil-Schau schließt.

IAA

Frankfurt: Abschlusswochenende auf IAA ist sehr beliebt

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Insgesamt kamen weniger Besucher auf die Automobil-Ausstellung nach Frankfurt. Doch die letzten zwei Tage waren gut besucht. Die Festhalle, in der Mercedes präsentiert, muss sogar kurzzeitig wegen Überfüllung geschlossen werden.

Wir stehen beim goldenen Lamborghini, den möchte ich auch haben, komm bitte schnell her“, sagt ein kleiner Junge, er telefoniert mit seinem Vater über seine Apple Watch und sieht aus wie früher David Hasselhoff bei Knight Rider, wenn er mit seinem Auto KITT telefonierte.

Um ihn herum sind in dieser Halle der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) am Abschlusswochenende noch sehr viele andere Autofans, die minutenlange Fotos, Selfies und Videos von den Lamborghinis, die sich auf einer Showbühne drehen, machen. Draußen auf dem Gelände stehen die Besucherinnen und Besucher Schlange, um sich mal in einen der großen Geländewagen von Mercedes zu setzen. „Der sieht echt geil aus“, sagt eine junge Frau, die sich auch gleich hineinsetzt. Fahren würde sie den Wagen aber nicht. „Das Modell ist wirklich nicht klimafreundlich“, sagt sie.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) als Veranstalter gab am Sonntag bekannt, dass zur Messe 560 000 Besucher kamen. Bei der vorigen Auflage der IAA vor zwei Jahren waren es noch 810 000, die IAA Pkw 2015 hatte sogar noch 932 000 Menschen in die Messehallen gelockt. Viele Automobilhersteller reisten erst gar nicht nach Frankfurt. Aber so, sagt der Sprecher der IAA, habe das schöne Wetter am Wochenende wohl doch noch sehr viele Besucher motivieren können. Allein am Wochenende seien 150 000 Menschen gekommen. Es ist das Wochenende nach den Blockaden und Klimademos gegen die IAA.

Das Abschlusswochenende der IAA war gut besucht.

„Am Samstag mussten wir zum ersten Mal gegen 11.30 Uhr die Festhalle, in der Mercedes ist, wegen Überfüllung schließen“, sagt der Sprecher der IAA. Auch später am Nachmittag stehen die Leute wie vor einem beliebten Club Schlange. Auf den Rolltreppen hoch in die Mercedes-Erlebniswelt ist es sehr voll. Beliebt ist das Model eines selbstfahrenden Sammeltaxis, das einen ziemlich futurischen Look hat. Irgendwie hat es etwas von Raumschiff. Draußen vor den Hallen kann man auf einem Off-Road-Areal Geländewagen testen.

„Dafür muss man mindestens 1,50 Meter sein. Und man braucht einen ,Muttizettel‘, wenn man nicht volljährig ist. Die Wartezeit beträgt zwei Stunden“, dröhnt die Moderatorenstimme aus den Lautsprechern. Auch sehr beliebt ist die Teststrecke für E-Bikes. Eins von der Marke Brose kostet 9000 Euro. Ein paar junge Herren stehen vor dem Überschlagsimulator und einer sagt: „Scheiße, das wäre lustig.“ Andere sitzen fröhlich in der Sonne, essen Würstchen und trinken Bierchen und pausieren so etwas von „all den krassen Autos“, wie ein junger Mann mit Bauchtasche sagt. Einige Besucher gönnen sich auch einen frisch gepressten Saft. Der 0,4 Liter Becher kostet 7 Euro.

Nils (8) aus der Nähe von Kassel ist total autobegeistert und hat gerade seinen „Kinderführerschein“ auf der IAA erworben. Sein Vater erzählt, dass er die Klimaproteste natürlich verstehe, aber nicht diesen Hass gegen die Autofahrer. „Für Kurzstrecken benutze ich auch das Rad. Aber wenn man nicht in der Stadt wohnt und Kinder hat, braucht man eben ein Auto. E-Autos sind leider noch immer viel zu teuer.“ Er selbst fahre einen VW Bulli.

Nicht nur Autos, auch Hubschrauber waren bei der Messe zu sehen.

Rita (34) aus Stuttgart ist wie ihre Freundin, die sie in Frankfurt besucht, ein „richtiger Autofreak“. „Ich möchte nicht auf mein Auto verzichten. Ich liebe es Auto zu fahren“, sagt sie. „Mich nervt dass die Autoindustrie so schlechtgeredet wird. Zudem ist öffentliche Nahverkehr im Umland mies.“ Wie finden es Besucher eigentlich, dass es womöglich die letzte IAA in Frankfurt sein könnte? David (20) aus Kassel sagt: „Das wäre schade, denn Frankfurt ist doch Central Hessen. Dann müsste ich beim nächsten Mal noch viel weiter fahren.“

Manuel (22) sagt: „Ist mir egal. Dann fahre ich eben nach Berlin und verbinde das mit einem Wochenendausflug.“ Seine Freundin strahlt. Sie ist nur ihm zuliebe auf der IAA. „Ich mache mir nicht so viel aus Autos.“

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