Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein letztes Gruppenfoto mit früheren und heutigen Magistratsmitgliedern. Foto: Christoph Boeckheler
+
Ein letztes Gruppenfoto mit früheren und heutigen Magistratsmitgliedern.

Stadtpolitik

Frankfurt: Abschied vom alten Magistrat

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
    schließen

Im Frankfurter Kaisersaal veranstaltet OB Feldmann ein salbungsvolles Fest, um die früheren Stadträtinnen und Stadträte zu verabschieden.

Die Sonne scheint am Mittwochmorgen herbstlich auf die 52 früheren Herrscher im Kaisersaal des Römer, als ehemalige und heutige Stadträtinnen, Stadträte und Stadtverordnete zusammenkommen, um Abschied zu nehmen vom alten Magistrat. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), dessen Amtsstube nur ein paar Schritte entfernt ist, kommt trotzdem ein paar Minuten zu spät. Vielleicht weil die goldene Amtskette, die er trägt, so schwer ist.

Ein Streichtrio des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters spielt dramatische Sätze aus Beethovens Opus 8 in c-Moll. Feldmann läuft kontrapunktisch langsam zum Redepult und sagt, „wie bei einer guten Party soll man gehen, wenn es am schönsten ist“. Politikerinnen und Politiker seien auf Zeit gewählt, er könne sich vorstellen, wie schwer es sei zu gehen, wenn man seine Projekte noch nicht fertig gebracht habe, und allen früheren ehrenamtlichen und hauptamtlichen Stadträtinnen und Stadträten gebühre Anerkennung und Respekt.

Frankfurt-Kachel als Abschiedsgeschenk

Man weiß gar nicht so genau, wenn er jetzt meint. Aber in der zweiten Reihe sitzt der frühere Baudezernent und Frankfurter CDU-Chef Jan Schneider in gespannter Haltung und sieht aus, als könnte er jeden Moment aufspringen und Feldmann die schwere Amtskette vom Hals reißen. Möglich, dass ihm das bei der OB-Wahl 2024 tatsächlich gelingt, auf demokratischem Weg natürlich.

Der frühere Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU) lächelt sein Uwe-Becker-Lächeln, das so viel bedeutet wie, ich bin immer noch Antisemitismusbeauftragter des Landes und folge, wenn alles so läuft, wie ich es mir vorstelle, Michael Boddenberg als Finanzminister nach, dann kann ich dir, Peter, die Suppe versalzen, wenn du Leistungen vom Land willst. Klaus Oesterling (SPD) sitzt in sich zusammengesunken da, die Nachwirkungen von Covid 19 sind nicht lustig. Und Markus Frank? Hat abgenommen und huscht vorbei, als habe er bereits Besseres zu tun.

Als dienstältester früherer Stadtrat darf Eugenio Munoz del Rio (SPD) ein paar Abschiedsworte sprechen; er sagt, Frankfurt sei in den vergangenen Jahren weltoffener und liberaler geworden, was man so sagt, dann bekommt er eine „neue Ehrenkachel der Stadt Frankfurt geschenkt“, eine Kachel also mit Frankfurt-Wappen. Noch keine Stunde ist vergangen, da ist die Feier im Kaisersaal schon vorbei, und die Stadträtinnen und Stadträte a. D. kommen zum Gruppenfoto zusammen.

Manche wird man auf der politischen Bühne wiedersehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare