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„Viele gute Erinnerungen“: Patricia Lacina in ihrer Residenz in der Zeppelinallee.
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„Viele gute Erinnerungen“: Patricia Lacina in ihrer Residenz in der Zeppelinallee.

US-Konsulat

Frankfurt: Abschied einer Diplomatin

  • Andreas Schwarzkopf
    VonAndreas Schwarzkopf
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Patricia Lacina leitete in Frankfurt drei Jahre lang das weltweit größte US-amerikanische Generalkonsulat. Sie blickt auf eine Zeit mit besonderen Herausforderungen zurück - nicht nur wegen Donald Trump.

Patricia Lacina ist auf Abschiedstournee. Die US-Konsulin verlässt am 23. Juli Frankfurt, wo sie seit Sommer 2018 das mit rund tausend Beschäftigten weltweit größte amerikanische Generalkonsulat leitet. Seit Ende Juni sagt sie bei verschiedenen Terminen gar nicht leise Servus.

Sie sprach ein letztes Mal mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU). In ihrer Residenz geben sich die Journalist:innen die Klinke in die Hand. Und mittendrin Patricia Lacina. Sie lächelt für den Fotografen und beantwortet mit ihrer offenen und freundlichen Art Fragen.

Was sie mitnimmt? „Viele gute Erinnerungen“, sagt sie über eine Zeit mit besonderen Herausforderungen. Diplomatie war und ist nicht einfach in Zeiten von Corona, des undiplomatischen US-Präsidenten Donald Trump mit seinen zahlreichen strittigen Themen wie Autozöllen und Nato oder einem US-Botschafter Richard Grenell, der nicht nur im politischen Berlin mehr als einmal aneckte. Zudem hat sie Anfang 2019 die mit 35 Tagen längste Haushaltssperre (Government Shutdown) der USA an ihrer Arbeit gehindert. Keine Termine, keine offiziellen Auftritte.

Über all das spricht Patricia Lacina sehr ruhig und abgeklärt, ganz so, als wäre all das schon sehr lange vorbei. Für sie ist es das auch. Denn seit der Wahl von Joe Biden zum US-Präsidenten im November versucht die US-Administration – und damit bemühen sich alle US-Diplomaten – die Amtszeit Trumps vergessen zu machen und etwa die deutsch-amerikanische Freundschaft wiederzubeleben. Dazu diente auch der jüngste Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Patricia Lacina beschönigt im Rückblick nichts, wenn sie auch vieles mit ihrer diplomatischen Sprache glättet. So haben einige „Freunde und Bekannte“ nach der Amtsübernahme Trumps den diplomatischen Dienst verlassen. Andere mussten bis zu einem Jahr warten, bis sie eine neue Aufgabe übernehmen konnten. Doch die Diplomatie erfordere es eben, solche Herausforderungen zu bestehen.

Und Patricia Lacina, 1960 geboren, hat auf ihren Stationen in Wien, Brüssel, Buenos Aires, Bogota, Mexiko-City, Nairobi, Moskau und Kairo während der Amtszeit von fünf Präsidenten (George Bush, Bill Clinton, George W. Bush, Barack Obama und Trump) so einiges erlebt. So war sie 2011 in Kairo mit dafür verantwortlich, dass ihre Kolleginnen und Kollegen unversehrt die politischen Tumulte hinter sich lassen konnten.

Fröhlicher und entspannter redet sie über Gespräche mit Jugendlichen. Zur „public diplomacy“ gehören Treffen mit Menschen aus der Politik, der Wirtschaft oder eben der Besuch von Schulen nicht nur in Hessen und Rheinland-Pfalz, sondern auch in Baden-Württemberg und im Saarland. Bei den Treffen erklärt und diskutiert sie amerikanische Positionen. Dabei sei es hilfreich, dass „Deutsche so gut informiert sind“.

Nächste Station Neu-Delhi

Auf die unterschiedlichen Herausforderungen ihres Jobs habe sie, sagt Patricia Lacina und lacht, das Leben auf der Farm ihrer Eltern im ländlichen US-Bundesstaat Iowa „gut vorbereitet“. Wenn mit Vater, Mutter, Großvater und Geschwistern 14 Menschen in einem Haus leben, dann muss man demnach eben oft warten oder verhandeln. Und bei fünf Brüdern hat sie gelernt, entweder einzustecken oder sich geschickt durchzusetzen.

Die Zeit in Deutschland neigt sich dem Ende, wovon auch die Umzugskartons in der Residenz künden. Von September an wird Patricia Lacina die Gesandte in der Botschaft in Neu-Delhi. Auf ihre neue Aufgabe freue sie sich. Ihr Leben wird sich erneut ändern. Diesmal wird allerdings ihr Mann dabei sein. Das war nicht immer so. Während Lacinas Frankfurter Zeit arbeitete er die meiste Zeit im diplomatischen Dienst in Mailand. Das Leben als Diplomat ist eben auch privat eine Herausforderung. Ihre Tochter habe „erst als 14-Jährige“ US-Boden betreten. Doch nun lebe sie in New York und treffe regelmäßig Bekannte, die sie während ihrer Zeit im Ausland kennen gelernt habe, erzählt Patricia Lacina lächelnd.

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