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Frankfurt: ABG verschiebt den Bau des Quartiers Hilgenfeld wegen hoher Baukosten

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Von: Christoph Manus

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Am Hilgenfeld in Frankfurt sollen mehr als 2000 Menschen leben können. Die Erschließung läuft längst. Doch der eigentliche Baubeginn verzögert sich.
Am Hilgenfeld in Frankfurt sollen mehr als 2000 Menschen leben können. Die Erschließung läuft längst. Doch der eigentliche Baubeginn verzögert sich. © Rolf Oeser

Am Hilgenfeld im Norden Frankfurts soll seit Jahren ein Modellviertel mit mehr als 850 Wohnungen entstehen. Doch nun wird es erst 2024 losgehen. Und das stellt die Wohngruppen, die dort leben wollen, vor Probleme.

Die städtische Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding wird erst im kommenden Jahr, also mindestens ein Jahr später als zuletzt geplant, mit dem Bau des Wohngebiets Hilgenfeld im Norden Frankfurts beginnen. Das hat ihr Geschäftsführer Frank Junker am Freitag im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau mitgeteilt. Noch im September war er bei einem Pressetermin im Areal davon ausgegangen, dass die etwa 860 Wohnungen, die abschnittsweise nördlich des Frankfurter Bergs entstehen sollen, spätestens 2027 bezogen werden können. Davon kann nun keine Rede mehr sein.

Junker begründet die Verschiebung des Projekts mit Materialengpässen und den derzeit sehr hohen Baukosten. „Wenn wir jetzt bauen würden, kämen Mieten jenseits von 20 Euro pro Quadratmeter heraus“, sagte er. Im kommenden Jahr könne sich die Situation zumindest etwas entspannt haben.

Eigentlich sollten die Wohnungen am Frankfurter Hilgenfeld günstig werden

Die Pläne für das neue Wohngebiet jenseits der Bahn- und S-Bahn-Trasse, in dem einmal mehr als 2000 Menschen leben könnten, sind sehr ambitioniert. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen sich etwa mit Strom komplett und mit Wärme zu 65 Prozent selbst versorgen können. Geplant war zudem, dass dort bewusst architektonisch anspruchsvolle Gebäude mit zugleich möglichst geringen Wohnungsmieten entstehen. Doch günstig werden nach heutigen Stand nur die Sozialwohnungen und Mittelstandswohnungen, die 40 Prozent der neuen Wohnungen im Gebiet ausmachen sollen.

Ein besonderes Projekt ist das Hilgenfeld auch, weil dort auf 15 Prozent der Fläche gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnformen entstehen können. Schon im Jahr 2019 erhielten fünf Projekte den Zuschlag, ihre Vorhaben teils mit Hilfe der ABG zu verwirklichen, im Herbst kam ein weiteres hinzu. Doch eine der Gruppen, die anders leben will, ist nach Angaben von ABG-Chef Junker inzwischen abgesprungen. Und unter den anderen ist die Unsicherheit groß.

Baubeginn für gemeinschaftliches Projekt in Frankfurt erst 2026 - das hat Folgen

Die Gruppe „GoN-Artgenossen“ etwa, die sich von der ABG ein Haus mit etwa 55 Wohnungen und Platz für Bildung, Kunst, Kultur und Diversität bauen lassen will, hat am Dienstag erfahren, dass die Arbeiten in ihrem Bauabschnitt nun nicht vor dem Jahr 2026 beginnen werden. „Wir wissen noch nicht genau, wie wir damit umgehen sollen“, sagt Andrea Päper vom Vorstand des Vereins. Es könne gut sein, dass nun viele Mitglieder absprängen. Denn gerade Familien mit Kindern könnten zum Teil nicht mehr so lange auf ihre Wohnung warten.

Im Frankfurter Planungsdezernat ist das Problem bekannt. Dieses setze sich dafür ein, dass bald Vorverträge zwischen der ABG und den Gruppen vereinbart werden, damit die Gruppen Planungssicherheit haben, sagte Katharina Wagner, Referentin von Stadtrat Mike Josef (SPD), am Freitag der FR. Das Dezernat wolle zudem bessere Rahmenbedingungen für die Projekte schaffen, um diesen möglichst günstige Mieten zu ermöglichen.

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