1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: A661 bekommt fünfte Fahrspur

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Florian Leclerc

Kommentare

Blick auf die A661 in Richtung Süden – die Wiesenfläche rechts soll zur sogenannten Westfahrbahn asphaltiert werden.
Blick auf die A661 in Richtung Süden – die Wiesenfläche rechts soll zur sogenannten Westfahrbahn asphaltiert werden. © Monika Müller

Die Erörterung zum Ausbau der Autobahn 661 in Frankfurt behandelt die Folgen für Mensch und Klima.

Erstaunliches kam bei dem Erörterungstermin zum Ausbau der A661 in Frankfurt zutage, wenn man Stunde um Stunde dem Dialog zwischen Anwohnerinnen und Anwohnern und dem Vorhabenträger Hessen-Mobil beziehungsweise der Autobahngesellschaft des Bundes lauschte.

Zunächst zur Form: „Hessen-Mobil plant das Projekt fertig, dann übernehmen wir“, sagte Sandro Vincenzi, Leiter der Außenstelle Frankfurt/Gelnhausen und Wiesbaden der Autobahngesellschaft.

Dann zur Sache: „Wir konnten den Verflechtungsstreifen gegenüber dem BMVI (Bundesministerium für Digitales und Verkehr, die Redaktion) als zusätzliche Fahrspur deklarieren“, sagte Dietmar Hönig von Hessen-Mobil. Damit bekommt die A661 also fünf statt vier Fahrspuren.

Geplant ist, die Autobahn auf etwa die doppelte Breite ausbauen. Das wurde 1980 beschlossen. 1995 wurde die eine Fahrbahnseite gebaut, über die vier Fahrspuren verlaufen. Nun soll die andere Seite gebaut werden. Außerdem soll von der Friedberger Landstraße eine Direktrampe auf die A661 nach Süden führen und in den Verflechtungsstreifen, also die fünfte Spur, bis zum Dreieck Erlenbruch übergehen.

In einem weiteren Planfeststellungsverfahren wären ein sechsspuriger Ausbau zwischen Bad Homburger Kreuz und Offenbach-Kaiserlei möglich sowie eine Einhausung zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße; die Einhausung wird untersucht. Der sechsspurige Ausbau steht im Bundesverkehrswegeplan aber nur unter „weiterer Bedarf“ oder, wie Hönig sagt: „nachrangig“.

Markus Förner, der Geschäftsführer des Hufeland-Hauses, forderte für die etwa 250 pflegebedürftigen Bewohner:innen eine Einhausung der Autobahn. Die käme auch den Anwohner:innen in Seckbach und Bornheim zugute, sagte er. Diese Idee lehnte die Autobahngesellschaft aus Kostengrunden ab. Sechs Millionen Euro für Lärmschutzwände seien verhältnismäßig, sagte Sandro Vincenzi, 162 Millionen Euro für eine Einhausung aber nicht. Dem Hufeland-Haus, 1964 mit zehn Stockwerken errichtet, stünden aber wie schon 1995 Ausgleichszahlungen für Lärmschutz zu. Die Stadt Frankfurt rechnet im Übrigen mit 188 bis 258 Millionen Euro für die Einhausung.

Klimaziele gefährdet

Die Rechtsanwälte, die das Hufeland-Haus vertreten, pochten darauf, der Autobahnausbau müsse mit Blick auf die Klimaziele der Bundesregierung überprüft werden. Zur Erinnerung: Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken. Bis 2045 soll eine Treibhausgasneutralität erreicht sein. Auch der Verkehrssektor, der seit 1990 mit Ausnahme der Pandemiejahre keine Treibhausgase eingespart hat, müsse seinen Beitrag leisten. Ein Ausbau der A661 widerspreche diesem Ziel, weil mehr Verkehr angezogen werde, sagte Anwältin Ursula Philipp-Gerlach.

„Das würde ja bedeuten, alle Projekte müssten eingestellt werden“, meinte Dietmar Hönig. Das sei eben Abwägungssache, antwortete Versammlungsleiterin Christine von Knebel vom Regierungspräsidium Darmstadt.

Willi Loose vom Bündnis Verkehrswende legte dar, wie der A661-Ausbau zu mehr Verkehr auf Friedberger Landstraße, Ratsweg und der Hanauer Landstraße in die Stadt hinein führen wird. Er forderte eine Klimabilanz für den Ausbau. Stefan Helming (SPD) setzte sich stellvertretend für den Ortsbeirat 11 für eine Einhausung der A661 im Frankfurter Osten ein.

Am Mittwoch endet die Erörterung. Über den Ausbau entscheidet das hessische Verkehrsministerium.

Lesen Sie auch: Tag 1 der Erörterung

Auch interessant

Kommentare