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Schaulustige fotografieren neben einer Lärmschutzwand mit ihren Smartphones eine Unfallstelle.
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Nach einem Unfall auf der A3 bei Frankfurt haben Polizisten einen vermeintlichen Gaffer aus dem SUV gezogen. (Symbolbild)

Unfall bei Frankfurt

Schocktherapie für Gaffer auf der A3: Polizisten haben Grenzen überschritten

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Polizeibeamte zerren einen Gaffer bei Frankfurt aus dem Auto und führen ihn durch das Trümmerfeld. Dieses Verhalten ist absolut anmaßend. Ein Kommentar.

Auf menschlicher Ebene kann man die Polizisten schon verstehen: Da bearbeiten sie einen fürchterlichen Unfall mit Toten, der auch sie emotional an die Grenzen bringt. Und dann fährt jemand vorbei, der nichts Besseres zu tun hat, als ein Video davon zu fertigen, und anschließend auch noch uneinsichtig ist. Der Wunsch, so einem Menschen eine Lehrstunde zu erteilen und ihn quer über das Trümmerfeld zu führen, ist aus der Emotion heraus verständlich. Für Polizistinnen und Polizisten verbietet er sich aber.

Gaffer-Schocktherapie bei Frankfurt: Die Beamten haben auf der A3 alles falsch gemacht

Die Beamten auf der A3 haben in höchstem Maße anmaßend gehandelt. Wieso glauben sie, sie dürften einen Autofahrer aus dem Wagen zerren und quer durch die Unfallstelle führen? Wieso tun sie nicht einfach ihren Job und nehmen die Personalien des Verdächtigen auf? Den Rest erledigen Staatsanwaltschaft und Gerichte. Aber nein, diese Polizisten brüllen herum, als wären sie beim Überfallkommando und ergreifen dann mal eben selbst pädagogische Maßnahmen. Wo haben sie das gelernt?

Im Leitfaden zum Umgang mit Gaffern heißt es gleich am Anfang, die Polizistinnen und Polizisten sollen ruhig und souverän bleiben. Daran gemessen, haben die Beamten auf der A3 alles falsch gemacht. Die Polizeiführung wäre jedenfalls gut beraten, wenn sie von Amts wegen prüfen ließe, ob sich die Einsatzkräfte strafbar gemacht haben. Zumindest der Verdacht der Nötigung steht im Raum.

Polizisten zerren Gaffer bei Frankfurt aus SUV: Was kommt als nächstes?

Natürlich ist im Einzelfall nicht viel passiert, und dem Gaffer wird der Gang über das Trümmerfeld vermutlich eine Lehre sein. Entscheidend ist aber, dass die Polizisten eine Grenze überschritten haben. Polemisch darf man fragen, was sie als nächstes planen. Vielleicht müssen sich Gaffer von Angehörigen der Unfallopfer anspucken lassen? Auch das hätte bestimmt eine Wirkung.

Der Job bei der Autobahnpolizei kann mit hohem emotionalem Druck verbunden sein. Die Beamten auf der A3 haben ihm nicht standgehalten. (Georg Leppert)

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