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5000 Jugendliche sind in Frankfurt für das Klima auf die Straße gegangen.

Fridays for Future

5000 Jugendliche protestieren gegen Klimawandel

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Bei der bislang größten Demonstration der Protestbewegung „Fridays for Future“ ziehen fast 5000 überwiegend junge Menschen durch Frankfurt. 

Fast 5000 überwiegend junge Menschen haben sich am Freitagmittag an einer Demonstration der Klima-Protestbewegung „Fridays for Future“ durch die Frankfurter Innenstadt beteiligt. Mit Schildern und Transparenten, politischen Parolen und Musik zogen die Teilnehmer ab 12 Uhr vom Willy-Brandt-Platz am Main entlang und über mehrere Mainbrücken hinweg bis zum Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) im Ostend.

Die EZB war das Ziel des Protestzugs, weil sie als europäische Institution symbolisch für die Politik der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union steht. Kurz vor der Europawahl wollten die Aktivistinnen und Aktivisten auf die Verantwortung der EU für den Klimaschutz aufmerksam machen. Auf dem Fronttransparent der Demonstration hieß es dementsprechend „Europawahl ist Klimawahl – kein Europa ohne uns“. Auf Schildern waren Sprüche wie „Züge statt Flüge“ oder „Grünkohl statt Braunkohle“ zu lesen. Parallel waren Proteste vor dem Europäischen Rat in Brüssel, dem Europäischen Parlament in Straßburg und der Europäischen Investitionsbank in Luxemburg geplant.

Gleichzeitig gingen im Rahmen eines weltweiten Aktionstages der „Fridays for Future“ in vielen Staaten der Welt Schülerinnen und Schüler sowie Studierende auf die Straße; allein in Deutschland gab es Proteste in mehr als 200 Städten mit mehreren Zehntausend Teilnehmern. Mitte März hatte es bereits einen ersten derartigen internationalen Aktionstag gegeben.

„Wir sind alle für den Klimaschutz“, sagte Fabienne, eine 13-jährige Schülerin aus Frankfurt, zu Beginn der Demonstration. „Die Politik sollte sich viel mehr dafür einsetzen.“ Sie sei das erste Mal selbst bei den Klimaprotesten dabei, die gute Stimmung und die Motivation der Teilnehmer gefielen ihr, sagte die Gesamtschülerin. Sie versuche auch selbst, etwas für das Klima zu tun – etwa indem sie öfter zu Fuß unterwegs sei. 

Protestplakat von Jugendlichen der Bewegung Fridays for Future (Symbolbild).

„Ich finde es sehr gut, dass die Schüler das so durchziehen“, sagte Tobias Weißherr, der sich ebenfalls das erste Mal den „Fridays for Future“ angeschlossen hatte. Es sei offensichtlich, dass mehr gegen den Klimawandel getan werden müsse, so der 21-jährige Student der Politikwissenschaft. Die Forderungen der Aktivisten, etwa nach einer Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens und nach einem schnelleren Ausstieg aus der Kohleverstromung, seien wissenschaftlich untermauert, sagte Weißherr. „Ich kann mich nur anschließen, es müssen jetzt radikale Änderungen kommen.“

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Auch Ulrike Fabricius hatte sich unter die Demonstranten gemischt, um deren Forderungen zu unterstützen. „Ich finde es richtig, was die machen“, sagte die Rentnerin aus dem Nordend. „Zumindest ist man jetzt nicht mehr allein mit seiner Meinung.“ Sie wundere sich, dass viele Organisationen und Initiativen die „Fridays for Future“ für ihr Engagement lobten, aber nur wenige ältere Menschen mit auf die Straße gingen, sagte Fabricius. An der Demonstration nahmen allerdings auch einige ältere Menschen und Familien teil. Im Vorfeld der Demo hatten sich unter anderem die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die Fraktion der Linkspartei im Römer und der Frankfurter Jugendring mit den „Fridays for Future“ solidarisch erklärt.

Während des Protestzugs wurden Parolen wie „Es gibt kein Recht auf Kohlebaggerfahren“, „Nie, nie, nie wieder Kohle“ oder „Kein Europa ohne uns“ skandiert. Rund um den Protestzug waren junge Leute mit großen Säcken unterwegs, die Müll von der Straße abhoben. Als die Teilnehmer die EZB erreichten, war vereinzelt die bei linken Protesten übliche Parole „A, Anti, Anticapitalista“ zu hören.

Bereits am Vormittag hatten sich etwa 30 Personen vor dem Taunusturm im Bankenviertel versammelt, um gegen Investitionen in fossile Brennstoffe zu protestieren. „Wir wollen vor allem den Druck auf die Konzernleitungen erhöhen“, sagte ein Aktivist. Wenn Banken Kredite etwa für Ölfirmen ausgäben, machten sie „Profite auf Kosten des Planeten“. Zu dem Protest hatte die Bewegung „Ecxtinction Rebellion“ aufgerufen.

Von Hanning Voigts

Frankfurt: Klimaprotest vor der EZB: Fridays for Future, Extinction Rebellion und Attac wollen die Amtseinführung der neuen EZB-Präsidentin Lagarde für ihre Proteste nutzen.

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