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Frankfurt: 3000 Studierende suchen Zimmer

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Von: George Grodensky

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Viele Studierende haben einen Studienplatz in Frankfurt, aber keine Bleibe.
Viele Studierende haben einen Studienplatz in Frankfurt, aber keine Bleibe. Renate Hoyer © Renate Hoyer

Studierendenwerk Frankfurt appelliert an die Bevölkerung, Wohnraum bereitzustellen.

Es ist inzwischen eine Tradition: Ein Mal im Semester appellieren die Frankfurter Hochschulen und das Studierendenwerk an die Bevölkerung, sie möge Studierenden eine Bleibe vermieten, günstig versteht sich. Für gewöhnlich erfolgt der Aufruf vor Semesterbeginn, damit die jungen Menschen noch Zeit für den Umzug haben. Doch die Zeiten scheinen noch härter geworden zu sein: Goethe-Uni und Studierendenwerk rufen nun bereits zum zweiten Mal in diesem Semester im Namen der Studierenden um Hilfe bei der Wohnungssuche.

„Unsere Studienberaterinnen und -berater hören immer öfter den Satz: ‚Ich habe einen Studienplatz, aber ich kann nicht kommen, denn ich finde kein Zimmer’“, berichtet Christiane Thompson, Vizepräsidentin der Goethe-Universität. Dies gelte nicht nur für bereits in Deutschland wohnende junge Menschen, auch internationalen Studierenden erschwere der Wohnraummangel ein Studium an der Goethe-Universität.

„Auch bezahlbarer Wohnraum entscheidet darüber, wie attraktiv Frankfurt im internationalen Vergleich ist“, sagt dazu Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Uni. „Wir bitten deshalb Vermieterinnen und Vermieter in der Stadt und im Umland, die freien Wohnraum haben, ihn Studierenden zur Verfügung zu stellen, statt ihn beispielsweise auf Plattformen wie Airbnb anzubieten.“

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Uni bezeichnet die stetig wiederkehrenden Aufrufe als „schöne Geste“. „So manche machen das auch tatsächlich, eine Wohnung günstig an junge Menschen zu vermieten“, sagt Tim Hoppe, beim vom Asta-Wohnungsreferat. Indes: Mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sei das nicht. Politisch müsse viel mehr getan werden, fordert Hoppe. Stadt und Land müssten mehr Fläche für den Bau von Wohnheimen stellen.

Rund 3000 Studierende stehen auf der Warteliste des Studierendenwerks für einen Wohnheimplatz. Geschäftsführer Konrad Zündorf verweist darauf, dass sich immerhin „mittelfristig“ etwas bewege beim Bau von Wohnheimplätzen. Derzeit reichen die Plätze in den Wohnheimen des Studierendenwerks oder bei anderen Trägern „bei weitem nicht aus“, um den weiter steigenden Bedarf zu decken.

In der Hochschulstadt Frankfurt biete das Studierendenwerk gegenwärtig 3518 Plätze an; hinzu kämen 2001 Plätze von anderen öffentlich geförderten Anbietern. Dem gegenüber stünden mehr als 59 500 Studierende, die Wohnraum benötigten (Zahlen aus dem Wintersemester 2021/22).

Im deutschlandweiten Mietpreisvergleich liegt Frankfurt mit 580 Euro im Durchschnitt pro WG-Zimmer nach München an zweiter Stelle. Das geht aus dem jüngst veröffentlichten „Hochschulstädte Scoring 2022“ des Moses Mendelssohn Instituts hervor, das den bundesdeutschen Durchschnitt mit 435 Euro angibt. Die zum Wintersemester von 325 auf 360 Euro erhöhte BAföG-Wohnkostenpauschale reicht in den meisten Hochschulstädten nicht einmal für ein gewöhnliches WG-Zimmer.

www.wohnraum-gesucht.de

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