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Frankfurt: 245 Millionen Euro fürs Klima

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Von: Thomas Stillbauer

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Laut sein: „Fridays for Future“ kämpfen ums Klima. Die Stadt plant Geld ein.
Laut sein: „Fridays for Future“ kämpfen ums Klima. Die Stadt plant Geld ein. © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbi

Die Stadt plant für die nächsten Jahre fünf Klimaprogramme. Ein Überblick.

Im Haushalt der Stadt Frankfurt nimmt der Klimaschutz für die kommenden Jahre eine Spitzenposition ein, was die Ausgaben angeht. 245 Millionen Euro sind bis 2025 eingeplant, verteilt auf fünf übergeordnete Programme in drei Dezernaten. Ein Blick auf die einzelnen Vorhaben.

Programm Klimafonds/Frankfurt frischt auf: 35 Millionen Euro (jeweils verteilt über vier Jahre).

„Da hatten wir Anlaufschwierigkeiten“, sagt Klimadezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). „Es hat eine Zeit gedauert, bis die Leute merkten: Mensch, da kriege ich ja Geld von der Stadt.“ Etwa für Dach- und Fassadenbegrünung oder Hofentsiegelung. Inzwischen laufe das Programm „wie geschnitten Brot“. Zahlen hat Hans-Georg Dannert vom Umweltamt: Fast 1000 Beratungen haben Bürger:innen seit 2018 in Anspruch genommen und knapp 300 Förderanträge gestellt. 130 Maßnahmen seien komplett abgeschlossen; hinzu komme eine Dunkelziffer von Hausbesitzer:innen, die nach der Beratung auf eigene Faust weitergemacht hätten. Die Stadt bietet aber an, Kontakt zu Gartenbaufirmen aus Frankfurt und der Region zu vermitteln. Abgerufene Summe bisher: vier Millionen Euro. Das Zuschussprogramm gilt inzwischen nicht nur für private, sondern auch für städtische Liegenschaften.

Programm Klimawandelanpassung Infrastruktur: 35 Millionen Euro.

„Da investieren wir in kleine und große Projekte zum CO2-Sparen“, sagt Stadträtin Heilig. Die Priorität liege auch hier künftig auf Begrünung, und zwar für Gebäude und Plätze. Die Stadt brauche Pflanzenwachstum, sie brauche Bäume: „Begrünung auf Teufel komm raus.“ Und sie müsse vor allem endlich vorwärtskommen mit den eigenen, den städtischen Bestandsgebäuden.

Programm Erneuerbare-Energien-Fonds: 35 Millionen Euro.

In diesem Programm plant die Stadt eine Energiesparkampagne. Favorisiert werden etwa Photovoltaik und allgemein Initiativen zum Einsatz erneuerbarer Energiequellen. Auch hier gibt es Beratung seitens des städtischen Energiereferats und Unterstützung etwa bei der Frage: Schafft mein Dach das Gewicht einer Solaranlage? „Da sagen viele ,Oh Gott!‘ und sind erst mal abgeschreckt“, sagt Heilig. „Aber wir sind ja da und helfen.“ Wenn sehr viele Anträge kommen, will der Magistrat bei der finanziellen Ausstattung nachlegen, kündigt die Dezernentin an. „Jetzt informieren wir erst einmal und machen Werbung für die Programme.“ Dannert: „Wir kommen nicht umhin, beides zu tun: begrünen und regenerative Energie ausbauen.“

Programm Energetische Ertüchtigung Bestandsgebäude: 87,5 Millionen Euro.

Für diesen größten Posten im Klima-Etat zeichnet das Baudezernat verantwortlich. Es geht um die städtischen Immobilien, die fit gemacht werden sollen, energiesparsam für die Zukunft. Welche Gebäude zuerst an der Reihe sind, was konkret geplant ist, dazu konnte das Dezernat auf FR-Anfrage noch keine Auskunft geben.

Programm Ladeinfrastruktur E-Mobilität: 52,5 Millionen Euro.

Viele Menschen hätten längst ein Elektroauto, wenn sie nur wüssten, wo sie es zuverlässig aufladen können. Es fehlt an Stromtankstellen vor allem für jene, die daheim keine Möglichkeit haben, ein Fahrzeug anzuschließen. Um den Ausbau der Energiezapfsäulen kümmert sich das Wirtschaftsdezernat. Wie genau, dazu schickte es auf Anfrage dieses Statement: „Der Ausbau der Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum ist ein wichtiger Baustein im Bereich der Elektromobilität. Als Stadt haben wir uns für das Open-Markt-Modell entschieden.“ (Das bedeutet: Anbieter schlagen Standorte für Stromtankstellen vor und bauen sie, Anm. d. Red.) „Darüber hinaus wollen wir der Wirtschaft ein Angebot machen und Frankfurter Unternehmen bei ihren eigenen Zielen im Transformationsprozess aktiv unterstützen. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Frankfurt hat das Thema bereits aktiv im nachhaltigen Gewerbegebiet in Seckbach/Fechenheim vorangetrieben und berät Unternehmen im Bereich Elektromobilität. Diese gute Initiative wollen wir weiter voranbringen“. ill

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