Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein Mann, eine Stratocaster und der Frankfurter Osthafen. Sammy Milo ist unterwegs.
+
Ein Mann, eine Stratocaster und der Frankfurter Osthafen. Sammy Milo ist unterwegs.

Popmusik

Frankfurt: „20, das war mein Jahr“

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
    schließen

Der Frankfurter Musiker Sammy Milo hat die Corona-Kulturpause für sein erstes Album genutzt. Die Lieder sind Pop – mit einem speziellen verkappten Einfluss.

Ein junger Typ aus Frankfurt nimmt sein erstes Soloalbum auf. Das Werk kann man noch nicht mal anfassen, sprich: als CD im Laden kaufen. Und doch sprechen Leute, die sich mit Musik auskennen, seit Wochen davon. Woran liegt’s? Die Antwort ist nicht schwer: „20“, so heißt das Debüt, ist ein starkes Stück Pop. Und vor allem authentisch.

Die 15 Lieder, online abrufbar, gehen direkt ins Ohr. Sammy Milo hat sie selbst geschrieben, selbst arrangiert und die Instrumente in seinem Bockenheimer Studio selbst gespielt, bis auf einige Bass- und Schlagzeugtracks. „Ich habe meine Seele ’rausgeschrieben“, sagt er. Da ist ein Stück für die Frau, die er liebte. Eins für die Mutter, eins für den Vater, selbst Musiker und vielen noch aus den 80er Jahren mit der Band Leaf präsent. „Und was ich dir noch sagen will: Danke fürs Gitarrespiel’n“, singt Sammy in dem Lied „Immer da“. „Die Songs sind über die vergangenen zwei Jahre entstanden“, sagt der Vollblutmusiker. „Es gab keinen Plan – man schreibt halt, was in einem los ist.“ 2020 war viel Corona los. „Die Albumproduktion war meine Quarantäne“, sagt Sammy Milo, „besser gesagt: Produzieren ist Quarantäne.“

Dann hat er voriges Jahr noch Examen an der Musikhochschule gemacht, bei Jazzlegende Michael Sagmeister, zwei oder drei Monate „in der Übezelle“ verbracht und seine Examensarbeit über Jimi Hendrix geschrieben. Alles in allem ein prallvolles Jahr. „20, das war mein Jahr, da habe ich Vollgas gegeben.“ Daher der Albumtitel: 20.

ALBUM ONLINE

„20“, das Musikalbum des Frankfurters Sammy Milo Crostewitz, ist auf den bekannten Onlineplattformen wie Spotify zu hören. Seine sehenswerten Videoclips gibt es auf Youtube.

Live wird er – wenn die Corona-Lage es zulässt – am 24. August in der Frankfurter Batschkapp zu sehen und zu hören sein. ill

Wie lebt es sich als Frankfurter Musiker in seinen 20ern? „Ich konnte super vom Musikmachen leben – vor Corona“, sagt er. Sammy Milo Crostewitz spielt in vier Bands, manche mit Anspruch, andere zum Geldverdienen, und er gibt Gitarrenunterricht. Mit Corona hat alles gelitten. Aber die Pandemie brachte auch die Zeit fürs eigene Album.

„Pop, der Jazz-, Neosoul- und Funkelemente atmet“, beschreibt er seinen Stil. „Ich möchte, dass sich die Einflüsse mischen, aber so, dass es immer noch poppig genug klingt.“ Der Jazz, sagt er, soll verkappt daherkommen. Das tut er: Hier geht ein Lick, eine Melodie anders aus, als es bei den gängigen deutschen Popsängern im Radio zu erwarten wäre; da ist eine zweite Gesangsstimme nicht die naheliegende, sondern die besondere. Ein Saxofonsolo steuert Tony Lakatos bei („Riesenehre, dass er das für mich gemacht hat“), außerdem sind am Bass Marc Inti und am Schlagzeug Bastian Rossmann zu hören. Tom Krüger, bekannt von Fanta-4- und Jan-Delay-Produktionen, masterte das Ganze.

Wohin soll die Reise gehen, wenn Corona irgendwann wieder ein normales Kulturleben zulässt? „Für den Sommer ist der erste offizielle Auftritt als Sammy Milo geplant, in der Batschkapp.“ Und dann soll das Album auch als Tonträger auf die Welt kommen. „Mir ist voll wichtig, dass man was in der Hand hat.“ Vater Crostewitz hat Tausende Schallplatten daheim, so ist der Sohn aufgewachsen. „Niemand kauft noch CDs“, sagt er, „Vinyl hat wieder seinen Reiz.“ Aber jetzt, ohne Auftritte, keinen Sinn.

Videoclips zu seinen Songs hat Sammy Milo auf Mallorca gedreht, in New York, sogar in Woodstock. Es geht aber auch eine Nummer lokaler. Die Bedingungen für Musiker in Frankfurt? „Der Jazzkeller ist natürlich mega“, aber andere Städte hätten schon mehr zu bieten. Köln, Berlin. Der Bockenheimer ist gespannt, wohin ihn die noch junge Karriere trägt. Irgendwann, wenn sich Familie anbahnt, kann er auch auf einen Plan B zurückgreifen, sein Sport- und Musikstudium. Lehrer werden? „Mal schauen“, sagt er. „Vielleicht eine halbe Stelle.“ Aber bis dahin gilt Plan A: volle Pulle.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare