PraesidiumSiegerentwurf_0209
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So könnte das Hochhaus aussehen.

Stadtentwicklung in Frankfurt

Neues Hochhaus für die Skyline: 175 Meter hoher Turm macht das Rennen

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Das nächste Hochhaus für die Frankfurter Skyline entsteht. In einem Turm auf dem Gelände des früheren Polizeipräsidiums sollen Wohnungen und Büros Platz finden.

Frankfurt – Auf dem seit dem Jahr 2002 brachliegenden Areal des ehemaligen Polizeipräsidiums an der Ecke Friedrich-Ebert-Anlage/Mainzer Landstraße soll in den kommenden Jahren ein 175 Meter hoher, gemischt genutzter Turm nach Plänen von Meixner Schlüter Wendt entstehen. Das Frankfurter Architekturbüro hat sich in einem anonymen zweiphasigen Realisierungswettbewerb gegen zunächst 14 andere Büros durchgesetzt, die der Investor Gerch Group und die Stadt Frankfurt ausgewählt hatten. Die Juryvorsitzende, Ulrike Lauber, sprach am Dienstag im früheren Polizeipräsidium von einem mutigen und aufregenden Hochhaus, das sehr schön sei. Das Berliner Büro Kleihues + Kleihues kam auf Platz 2, das Büro HPP aus Düsseldorf auf Platz 3.

Neues Hochhaus in Frankfurt wird deutlich höher als vorgesehen

Das Hochhaus im Areal wird deutlich höher als zunächst vorgesehen. Nach dem alten Bebauungsplan für das Gebiet, der gerade geändert wird, ist an dieser Stelle der Bau eines bis zu 145 Meter hohen Turms vorgesehen. Das Planungsdezernat hatte zudem früh klargemacht, dass es sich vorstellen könne, die Baumasse des Turms auf niedrigere Gebäude zu verteilen. Nun sagte Planungsdezernent Mike Josef (SPD) bei der Vorstellung des Wettbewerbsergebnisses, er sei mit der größeren Höhe einverstanden, weil die Bruttogeschossfläche von insgesamt 100 000 Quadratmetern auf dem etwa 1,5 Hektar großen Grundstück dennoch nicht überschritten werde. Der Turm wirke mit 30 Metern mehr an Höhe zudem filigraner. Josef betonte, dass der Turm nach oben einen echten Abschluss habe – also nicht noch einen Technikaufbau.

Der fünfeckige Turm werde sich gut einfügen in den Hochhauspulk in Nähe der Messe, sagte Josef. Dieser wächst gerade kräftig. Vor wenigen Wochen fertig geworden ist der Grand Tower, der höchste Wohnturm Deutschlands. In der Nachbarschaft schießt das Hotel- und Bürohochhaus One in die Höhe. Zwei weitere Hochhäuser sollen auf einem Grundstück am Tower 185, auf dem einmal der 365 Meter hohe „Millennium-Tower“ entstehen sollte, Platz finden.

Neues Hochaus für Frankfurt: Doch kein Hotel?

Die Gerch Group, die das Ex- Polizeipräsidium vor zweieinhalb Jahren für 212,5 Millionen Euro vom Land Hessen erwarb, hatte zunächst geplant, in dem Turm auf dem Areal jeweils zu etwa einem Drittel Büros, ein Hotel und Eigentumswohnungen unterzubringen. Inzwischen überlege der Investor, so Vorstandschef Mathias Düsterdick vor Journalisten, auf das Hotel zu verzichten.

In den nächsten Jahren soll sich das seit Jahren ungenutzte Gelände in ein Quartier mit mindestens 400 Wohnungen, Büros und öffentlichen Nutzungen verwandeln. Dabei soll das denkmalgeschützte Polizeipräsidium, das in den Jahren 1911 bis 1914 entstand, erhalten bleiben. Nach dessen Sanierung könnte es, wie es am Dienstag hieß, als Bürofläche und für öffentliche Nutzungen dienen. Der Stadt ist wichtig, wie Josef sagte, dass es an der Friedrich-Ebert-Anlage und der Mainzer Landstraße gastronomische, aber auch etwa kulturelle Angebote gibt. Josef setzt sich zudem dafür ein, dass das bisher abgeschottete Areal durchlässig wird.

Frankfurt: 40 Prozent der Fläche sollen Wohnungen werden

In einem städtebaulichen Vertrag will die Stadt festschreiben, dass auf 40 Prozent der Fläche im Quartier Wohnungen entstehen. Davon werde es sich bei 30 Prozent um geförderten Wohnungsbau handeln, je zur Hälfte Sozialwohnungen und Wohnungen des zweiten Förderwegs, hieß es. Diese Wohnungen sollen in der neuen Randbebauung des Quartiers unterkommen. Gegen geförderte Wohnungen im Hochhaus sprächen die dort deutlich höheren Nebenkosten, hieß es. Auf dem Areal sollen zudem zwei Kitas und eine Turnhalle für die Falkschule entstehen.

Einen konkreten Zeitplan nannte Düsterdick am Dienstag nicht. Man werde so schnell wie möglich loslegen, „Gas geben“, sagte er lediglich. Die Investitionssumme für das Projekt bezifferte er auf knapp eine Milliarde Euro.

Die Wettbewerbsentwürfe sind im Stadtplanungsamt, Kurt-Schumacher-Straße 10, zu sehen.

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