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Frankfurt: 13. Ghostbike erinnert an tödlich verunglückte Radfahrerin

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Von: Lukas Geisler

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Das weiß lackierte Ghostbike soll an die tödlich verunglückte Radfahrerin erinnern.
Das weiß lackierte Ghostbike soll an die tödlich verunglückte Radfahrerin erinnern. © Renate Hoyer

Die Initiative erinnert mit einer Demo am Dienstag an den Tod einer 60 Jahre alten Radfahrerin wegen dem unachtsamen Öffnen der Autotür.

Eine Fahrraddemonstration mit rund 100 Menschen fährt am Dienstag vom Niederräder Ufer zur Taunusanlage, um dort ein sogenanntes Ghostbike aufzustellen. Dabei handelt es sich um ein weiß lackiertes Fahrrad, das für eine radfahrende Person steht, die im Straßenverkehr gestorben ist. Dieses dient zur Erinnerung an einen „Dooring“-Unfall Ende August. „Dooring“ beschreibt allgemein die Behinderung oder Verletzung einer Person auf einem Fahrrad durch Öffnen der Autotür von innen. Dabei kann der Aufprall, das Ausweichen auf die Fahrbahn oder das Stürzen mit dem Fahrrad schlimme Folgen haben. In diesem Fall bedeutete das unachtsame Öffnen der Fahrertür den Tod eines Menschen.

Am 30. August starb eine 60-jährige Fahrradfahrerin durch einen solchen Dooring-Unfall, der von einen 31-jährigen Mercedesfahrer verursacht wurde. Um 17.48 Uhr fuhr die Radlerin auf der Taunusanlage nach Westen Richtung Mainzer Landstraße auf dem Fahrradstreifen. Auf Höhe der Taunusanlage Nummer 20 parkte der Autofahrer. Beim Öffnen der Fahrertür kollidierte die Frau mit der Fahrzeugtür und stürzte. Durch den Aufschlag auf den Boden zog sie sich schwerste Kopfverletzungen zu. Die 60-Jährige kam mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus. Dort verstarb sie jedoch am nächsten Tag. Der Mercedesfahrer blieb unverletzt.

Das erste Ghostbike erinnert an einen Unfall von 2015. Seit 2018 werden in Frankfurt Ghostbikes regelmäßiger aufgestellt. Sie sind immer weiß und sollen der Stadtgesellschaft als Denkmal sowie Mahnmal dienen.

Der Kommunalpolitiker Falko Görres (Die Fraktion), der die Initiative mitbegründet und das weiß lackierte Fahrrad vom Main zur Taunusanlage gebracht hat, möchte an dieser Gedenkveranstaltung nicht über sichere Infrastruktur sprechen. Stattdessen konstatiert er: „Wir stellen heute das 13. Ghostbike seit 2015 auf. Jedes steht für eine radfahrende Person, die durch Verkehrsunfall mit einem Auto ihr Leben verloren hat.“ Dabei stelle die Initiative nur ein Fahrrad auf, wenn die Familie damit einverstanden ist.

Wie die Pressesprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Susanne Neumann, betont, würden die Radverkehrsanlagen an der Taunusanlage solche Unfälle begünstigen. „Da die Parkplätze und Taxistände ohne Sicherheitsraum direkt neben dem Radfahrstreifen angelegt sind, ist kein Platz für Ausweichmanöver vorhanden.“ Natürlich müssten Autofahrende besser aufpassen, aber eigentlich bräuchte es einen Sicherheitstrennstreifen zwischen Parkplätzen und Fahrradweg. „Das Einfachste wäre, die Parkbuchten zu entfernen“, so Susanne Neumann. Nur 100 Meter weiter war im Jahr 2019 bereits ein Fahrradfahrer bei einem Verkehrsunfall gestorben.

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