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Direktor Matthias Wagner K sitzt in der  Ausstellung „Moderne am Main“ auf einer Bank, die von Ferdinand Kramer entworfen wurde.

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Frankfurt: MAK verzeichnet neuen Besucherrekord

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Das Museum Angewandte Kunst (MAK) hat seine Besucherzahl seit 2012 verdreifacht und will den Erfolgsweg in diesem Jahr fortsetzen.

Die Erfolgsgeschichte geht weiter. Das Museum Angewandte Kunst (MAK) in Frankfurt hat seine Besucherzahl 2018 erneut gesteigert. Knapp 142 000 Menschen kamen ins Haus am Museumsufer, noch einmal 10 000 mehr als im Vorjahr. Seit Matthias Wagner K 2012 die Verantwortung übernahm, hat der Direktor das Museum inhaltlich neu aufgestellt, das Publikum verdreifachte sich, ist jünger, weiblicher und internationaler geworden.

2019 öffnet das Haus unsere Augen für Norwegens Kunst und Kultur. „House of Norway“ heißt vom 12. Oktober an die große Überblicksausstellung, für die das gesamte Museum geöffnet wird. Norwegen ist unter dem Motto „Der Traum in uns“ in diesem Jahr der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Und dass Wagner K das Vertrauen der Norweger erwarb, ist kein Zufall: Der 57-Jährige gilt in Deutschland als der Experte für nordische Kunst. 2011 kuratierte er den künstlerischen Auftritt des Buchmessen-Gastlandes Island, und zwar so erfolgreich, dass die Stadt ihm ein Jahr später das MAK anvertraute.

Wagner K hat Norwegen intensiv bereist, viele Künstlerinnen und Künstler getroffen, im Sommer ist er noch einmal in der südlichen Provinz Telemark unterwegs. Er wird auch die Kunst und Kultur der Samen, der nationalen Minderheit, die lange unterdrückt wurde, nach Frankfurt holen: „Bis 1972 war es den Samen verboten, ihre rituellen Gegenstände zu verwenden.“

Das MAK blättert die Vielfalt norwegischer Kunst auf. Vom Maler Edvard Munch werden noch nie gezeigte grafische Arbeiten zu sehen sein. Etwa eine Zeichnung, die Nietzsche zeigt. Wagner K: „Bis kurz vor seinem Tod schrieb Munch mit unterschiedlich farbigen Stiften sehr lyrische Texte“: Auch sie wird man im MAK lesen können.

Aber natürlich sind viele zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler vertreten, etwa Britta Marakatt-Laba und Joar Nango, beide auch auf der jüngsten Documenta präsent. Die berühmte Schmuckdesignerin Tone Vigeland zeigt ihre Arbeiten. Handwerk und Architektur aus dem nordischen Land sind zu sehen. Und auch die norwegische Küche fehlt nicht.

Das Jahr hat für das MAK bereits gut begonnen. Am 19. Januar eröffnete die Ausstellung „Moderne am Main“, die einen Überblick über das Neue Frankfurt der 20er Jahre gibt, den Aufbruch im Wohnungsbau ebenso wie in der Gestaltung, der Mode, Musik, Fotografie und im Film. In der kurzen Zeit verzeichnete die Schau bereits 7000 Besucher. Wagner K sieht Frankfurt als die „Werkstatt der Moderne“, während das Bauhaus deren Akademie gewesen sei.

Schon ab 5. April setzen der Direktor und sein Team das nächste Zeichen. Sie zeigen die erste Bilanz muslimischer Mode in Deutschland. „Contemporary Muslim Fashions“ ist eine Übernahme von den Fine Arts Museums in San Francisco, die ein alter Bekannter leitete: Max Hollein – der frühere Chef des Städel-Museums in Frankfurt. Die Ausstellung versammelt aktuelle muslimische Kleidungsstile aus aller Welt, Schwerpunkte sind der Nahe Osten, Südostasien, Europa und die USA.

Vom 11. Mai an formulieren der Grafikdesigner Stefan Sagmeister und seine Studiopartnerin Jessica Walsh einen Appell für das Schöne. In interaktiven Installationen gehen sie der Frage nach: Was ist Schönheit, und warum fühlen wir uns von ihr angezogen? Das Museum arbeitet hier mit dem MAK in Wien zusammen. Vom 23. Mai an stößt Wagner K die Tür zum Japan des 19. Jahrhunderts auf. Als sich Japan zum ersten Mal der Welt öffnete, wurde der Japonismus als Modephänomen geboren, die Kunstform des japanischen Cloisoinnés entstand: kunstvoll verzierte Vasen, Teller und Schalen.

Am Ende des Jahres präsentiert das Museum chinesische Kunst aus der Zeit vor Christi Geburt. Damals spielten Fabelwesen wie Drachen eine große Rolle, „Von Drachen, Einhörnern und Mondhasen“ heißt denn auch die Ausstellung, die ab 24. Oktober zu sehen ist.

Doch das Team im Museum denkt schon über das Jahr hinaus. 2020 wird Kanada der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse sein, ein Staat, der zugleich führend ist in der Erforschung der künstlichgen Intelligenz (KI). Dieser „positiven Vorstellung von Zukunft“, so Wagner K, will sich das Haus im nächsten Jahr widmen.

Möglich wird dieses Programm durch die großzügige Unterstützung von Förderern und Sponsoren, von der Dr.-Marschner-Stiftung bis hin zum Frankfurter Bankhaus Metzler.

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