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Frankfurt: 10 000 Euro für solidarisches Engagement

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Von: Steven Micksch

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Die Stiftung Solidarität Frankfurt prämiert erstmals regionale Projekte, die soziale Missstände angehen. Die Preisträger reichen von Aktivisten für den Erhalt von Grünflächen und bezahlbares Wohnen bis zur Beratung rund um Hartz IV.

Die Stiftung Solidarität Frankfurt hat am Dienstagabend mehreren Projekten aus Frankfurt und Rhein-Main einen Solidaritätspreis verliehen. Prämiert wurden praktische Angebote, die soziale Missstände bekämpfen. Die Frankfurter Stiftung möchte solche Initiativen fördern und sichtbar machen.

Der Preis speziell für regionale Projekte wurde erstmals ausgelobt und soll künftig alle zwei Jahre verliehen werden. Dotiert ist der erste Platz mit 5000 Euro, gefolgt von 3000 Euro für den zweiten Platz und 2000 Euro für den dritten. Zudem wurden diesmal vier vierte Plätze mit je 250 Euro gewürdigt. Sie gingen an die Frauenhilfe Frankfurt, den Kultur- und Lerntreff Friedrichsdorf, das Kollektiv Liminal und Folk for Benefiz (beide Frankfurt).

Der erste Platz ging an das Netzwerk, das sich für den Erhalt der Grünen Lunge am Günthersburgpark stark macht. Gewürdigt wurde nicht nur, dass es gelungen ist die Grünflächen im Nordend vor der Versiegelung zu bewahren, sondern speziell der Plan zur Errichtung einer „Bunten Bude“. Dieses solidarische soziale Quartier soll ab Mitte Mai durch gemeinschaftliche handwerkliche Arbeit gebaut werden. Später soll es als Ort für offene Treffs, Workshops und mehr dienen. Vor allem aber soll dort über Fragen zukünftiger Stadtentwicklung diskutiert werden. Der Entwurf realer Utopien rund um Themen wie Klimawandel oder Wohnraummangel soll im Fokus stehen.

Die 3000 Euro gingen an die Linke Hartz-4-Hilfe Wetterau mit Sitz in Friedberg. Zweimal pro Woche stehen Ehrenamtliche in Sprechstunden für Fragen rund um die Sozialhilfe zur Verfügung. Stiftungsbeiratsmitglied Michael Müller (Linke) lobte die 2012 gegründete Initiative als „sozialen Gegenpol, der ein Füreinander schaffe“. Man habe sich das Vertrauen der Menschen erarbeitet, weil man zeige, dass niemand zurückgelassen werde und niemand Angst haben brauche, als Bittsteller gesehen zu werden. Die Ehrenamtlichen helfen beim Ausfüllen von Formularen oder begleiten bei Behördenterminen.

Auf dem dritten Rang landete das Café United aus Rödelheim. Das im Herbst 2021 gegründete Beratungsangebot für geflüchtete Menschen hilft bei Fragen zu Asylverfahren, Aufenthaltsrecht und beim Verstehen von Briefen und Formularen. Zudem ist es auch ein Ort des Treffens und des Austausches, lobte Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) in ihrer Laudatio. „Hut ab, dass Sie den Mut gehabt haben, in der Pandemie dieses Café zu gründen.“ Das United sei ein Ort der Integration vom ersten Tag an und habe gezeigt, dass es keine Geflüchteten erster, zweiter oder dritter Klasse gebe.

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