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Interview

Frankfurer Stadtelternbeirätin fordert flexible Regeln für Schulen

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Julia Frank ist gegen ein starres Wechselmodell. In unteren Klassen „muss es unbedingt beim Regelunterricht bleiben“, sagt sie im FR-Interview.

An der Seite der Schülerinnen und Schüler stand am Montag auch Julia Frank, die Vorsitzende des Frankfurter Stadtelternbeirats.

Frau Frank, Sie waren am Montag bei der Demonstration der Schülerinnen und Schüler dabei. Unterstützt der Stadtelternbeirat alle Forderungen?

Nein, aber erst einmal ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler gehört werden. Das ist in der Pandemie viel zu wenig passiert. Es wurde immer über sie gesprochen, aber nicht mit ihnen. Nun haben sich die Jugendlichen Gehör geschafft, und das ist mehr als verständlich.

Julia Frank ist seit Februar 2020 Vorsitzende des Stadtelternbeirats.

Konkret geht es den Schülerinnen und Schülern ums Wechselmodell. Ab der Jahrgangsstufe acht sollen die Klassen geteilt werden. Wie stehen Sie dazu?

Wir haben gemeinsam mit dem Stadt- und Kreiselternbeirat in Offenbach eine Umfrage unter Eltern aufgesetzt, die bis Montagabend lief und die wir jetzt auswerten. Prinzipiell sagen wir: Die Schulen sollen offen bleiben. Wir verstehen, wenn Menschen derzeit Bedenken haben. Ich halte aber wenig davon, einfach nur zu sagen, es gibt Gruppe A und Gruppe B, und die wechseln sich mit Präsenzunterricht ab. Viele Schüler haben Schwierigkeiten, zu Hause Dinge allein zu vertiefen oder zu erarbeiten – für die bedeutet das Wechselmodell, dass sie nur die Hälfte der Inhalte mitnehmen. Zumindest würde ich Hybridunterricht vorziehen – wo es denn möglich ist.

Was heißt das genau?

Eine Hälfte der Klasse ist zwar daheim, verfolgt aber von dort die Schulstunden. Der Unterricht wird per Livestream übertragen.

Gibt es dafür die technischen Voraussetzungen?

In Bad Homburg wird das zum Teil gemacht. In Frankfurt dürfte es leider schwieriger sein. Wir Eltern monieren nicht erst seit Beginn der Corona-Krise die fehlende technische Ausstattung. Jetzt sind die 9000 Endgeräte zwar größtenteils da, die die Landesregierung versprochen hatte, aber es fehlt immer noch an Laptops für Lehrerinnen und Lehrer. WLAN gibt es nach wie vor nur bei einem kleinen Teil der Frankfurter Schulen, in vielen Klassenzimmern findet man auch keine Anschlüsse für LAN-Kabel. Insofern muss man leider sagen, dass Hybridunterricht nicht überall umzusetzen ist.

Bleibt dann also doch nur der Regelunterricht?

Ich finde, die Schulen sollten die Möglichkeit bekommen, die Regelungen flexibel zu handhaben. Meine Kinder etwa besuchen die sechste und die achte Klasse. Ich würde sie daheim lassen, damit dafür Kinder, die mit Homeschooling größere Schwierigkeiten haben, den Unterricht besuchen können.

An manchen Grundschulen werden Kinder jetzt bereits in Gruppen eingeteilt, um direkt mit einem Wechselmodell loslegen zu können. Verstehen Sie Eltern, die vor diesem Hintergrund ein Betreuungsproblem fürchten?

Absolut. Wenn überhaupt, dann ist Wechselunterricht etwas ab Klasse acht. An den Grundschulen und auch in den unteren Jahrgangsstufen der weiterführenden Schulen muss es unbedingt beim Regelunterricht bleiben. Alles andere wäre auch aus gesundheitlichen Gründen kontraproduktiv. Wir haben das gemerkt, als es die Diskussion gab, die Weihnachtsferien einige Tage früher beginnen zu lassen. Die meisten Eltern haben einfach keinen Urlaub mehr und werden damit vor ein massives Betreuungsproblem gestellt. Und wie lösen sie es? Indem sie eben doch die Großeltern einspannen. Weil es eben anders nicht geht. Das ist nun wirklich kein guter Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie.

Die Schülerinnen und Schüler monieren zudem den Umgang mit Corona-Fällen durch das Gesundheitsamt.

Ich glaube, auch hier müsste man mit den Jugendlichen viel mehr sprechen und ihnen das Vorgehen erklären. Die Entscheidung des Frankfurter Gesundheitsamts, nur zurückhaltend Quarantäne für Mitschüler anzuordnen, hat sich in den vergangenen Wochen ja als richtig herausgestellt. Die Schulen wurden eben keine Infektionsherde. Aber so etwas muss man eben kommunizieren und die Hintergründe klar erläutern.

Interview: Georg Leppert

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