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Frankfur liest einen Debütroman

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Von: Oliver Teutsch

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Deniz Ohde im Frankfurter Westen, wo sieaufwuchs. Foto: Renate Hoyer.
Deniz Ohde im Frankfurter Westen, wo sieaufwuchs. Foto: Renate Hoyer. © Renate Hoyer

Deniz Ohdes „Streulicht“ steht im Mittelpunkt des Literaturfests „Frankfurt liest ein Buch“.

So aktuell wie nie wird sich „Frankfurt liest ein Buch“ bei der 14. Auflage im kommenden Frühjahr präsentieren. Vom 24. April bis zum 7. Mai dreht sich alles um den erst 2020 erschienenen Roman „Streulicht“ von Deniz Ohde. Es sei das erste Mal, dass bei dem Literaturfest ein Debütroman im Fokus steht, teilte der Verein „Frankfurt liest ein Buch“ am Donnerstag mit.

Ohde ist gebürtige Frankfurterin, die 34-Jährige wuchs im westlichen Stadtteil Sindlingen auf. In ihrem Roman kehrt die Ich-Erzählerin in ihre Heimatstadt Frankfurt zurück und erinnert sich an ihre Kindheit und Jugend im Schatten des Industrieparks Höchst. Das Arbeitermilieu erschien im Streulicht der Industrieanlagen. Ohde beschreibt sehr detailversessen die prekären Verhältnisse zwischen brüchigen Tapeten und Industrieschnee. Nicht zuletzt die Detailtreue ist es auch, die in der Kritik gut ankam. „Ich habe das Glück oder das Pech, dass ich eine sehr gute Erinnerung, eine sehr gute Wahrnehmung besitze“, offenbarte die Autorin 2020 im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Da war ihr Debütroman gerade in aller Munde, landete auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde mit den Literaturpreisen der Jürgen-Ponto-Stiftung und des ZDF-Journals „Aspekte“ ausgezeichnet.

Von Frankfurt nach Leipzig

Wie sehr ihr Debütroman autobiografisch gefärbt ist, verriet Ohde im Gespräch mit der FR nicht. „Von mir steckt da vor allem der Blick drin, den ich auf meine Umgebung werfe.“ Doch so traurig wie ihre Hauptfigur sei sie selbst nicht. Die Figuren der Eltern im Roman entsprächen auch nicht ihrem türkischen Vater und ihrer deutschen Mutter in der Wirklichkeit. Wie ihre Ich-Erzählerin hat aber auch Ohde ihrer Geburtsstadt den Rücken gekehrt. Sie lebt in Leipzig, wo sie Germanistik studierte. Für „Frankfurt liest ein Buch“ wird sie im kommenden Jahr sicherlich an den Main zurückkehren. Ohde ist die fünfte Person, die gebürtig aus Frankfurt stammt und nach Eva Demski (2021) und Irmgard Keun (2022) die dritte Frau in Folge, deren Roman im Fokus steht.

Am kommenden Mittwoch (20 Uhr) soll es in der Stadtbücherei in der Hasengasse 4 einen Informationsabend zum 14. Lesefest geben. Dort können sich Interessierte über die Möglichkeiten informieren, Veranstaltungen im Rahmen der Literaturwoche auszurichten. Angemeldet werden müssen die Veranstaltungen bis zum 2. Dezember. Über Buch und Autorin sprechen am Mittwoch Sabine Baumann, die Vorsitzende von Frankfurt liest ein Buch e. V., sowie Martina Wunderer aus dem Lektorat des Suhrkamp Verlags, in dem Ohdes Roman erschienen ist.

Anmeldungen zum Informationsabend an info@frankfurt-liest-ein-buch.de.

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