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Rainer Helbig stellt die neue Ausstellung des Heimatvereins Zeilsheim vor.

Zeilsheim

Zu jeder Fahne gibt es eine Anekdote

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Das Zeilsheimer Heimatmuseum in Frankfurt startet mit einer neuen Schau in die Saison. Die Ausstellung widmet sich der Historie der Vereine des Stadtteils.

Am kommenden Samstag, 21. April, feiert der Zeilsheimer Heimat- und Geschichtsverein die Wiedereröffnung des Heimatmuseums an der Pfaffenwiese 2 für die neue Saison. Von 10 bis 13 Uhr haben Besucher erstmals die Gelegenheit, sich die neue Ausstellung anzuschauen, die sich zum 50-jährigen Jubiläum des Vereinsrings ganz den Zeilsheimer Vereinen widmet.

„Wir haben mit der Ausstellung viele Vereine bedacht, können aber natürlich nicht alles zeigen“, sagt Rainer Helbig, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins. Die Auswahl an Ausstellungsstücken habe dennoch einiges zu bieten. So findet man einen kunstvoll gearbeiteten Pokal für den Radfahrclub aus dem Jahr 1904 für das Bewältigen einer Strecke von 120 Kilometern in vier Stunden und 37 Minuten. „Ohne Gangschaltung ist das eine enorme Leistung“, sagt Helbig. „Das ist für mich auf jeden Fall das schönste Ausstellungsstück, zumal der Verein diesen Erfolg nur ein Jahr nach der Gründung feiern konnte.“

Zu den meisten Objekten in der Ausstellung kann Helbig Anekdoten erzählen. Ein Pharaonenkopf erinnert zum Beispiel an eine Reise des Volkschors nach Ägypten, bei der er selbst dabei war. „In der Pause sind alle nach Hause gegangen, weil die Zuschauer wegen einer falschen Übersetzung dachten, das Konzert sei vorbei“, erzählt er. Auch die älteste historische Fahne im Museum gehört dem Chor, sie stammt aus dem Jahr 1905. Die Vereinsfahnen von der Feuerwehr bis zum Schützenverein werden zum ersten Mal im Heimatmuseum gezeigt.

Einen besonderen Platz nimmt dabei die Fahne des Bayernvereins ein, der Anfang des vergangenen Jahrhunderts von zugezogenen Arbeitern gegründet wurde und heute nicht mehr existiert. „Die Fahne war lange Zeit verschollen und ist erst in den 1990ern wieder aufgetaucht“, sagt Helbig.

Interessant sind auch die ausgestellten Gästebücher des Stadtteils, in denen sich prominente Besucher verewigt haben. Neben Künstlern wie Heintje und Bata Illic finden sich hier auch die Unterschriften von Politikern wie Frank-Walter Steinmeier und Karl-Theodor zu Guttenberg. Der Vereinsvorsitzende kann sich nicht nur über die neue Ausstellung freuen, sondern auch über den 30. Geburtstag des Heimat- und Geschichtsvereins. Mit diesem will er auch in den kommenden Jahren die Vergangenheit des Stadtteils mit Ausstellungen und Veranstaltungen sichtbar machen. „Das Interesse an Zeilsheimer Geschichte ist nach wie vor vorhanden“, sagt Helbig.

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