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Am Ende der Ferien zeigen die Schüler ihren Freunden und Familie die Produktionen.

Niederursel

Gefangen in der Geisterbahn

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Kinder und Jugendliche führen ihre eigenen Stücke im Schultheater-Studio in der Nordweststadt auf.

„Ladies and Gentlemen, meine Damen und Herren“, ertönt eine Kinderstimme, „Herzlich Willkommen im neuen Freizeitpark Schwib-Schwab“. Bei dämmriger Bühnenbeleuchtung öffnet sich langsam der schwere rote Theatervorhang und auf der Bühne des Schultheater-Studios in der Nordweststadt beginnt die erste von insgesamt drei Theaterproduktionen der diesjährigen Theaterferienspiele.

Es handelt sich dabei um eine Art Episodenstück, bei dem verschiedene Geschichten aus dem Freizeitpark Schwib-Schwab erzählt werden. Etwa von einem missglückten Raubüberfall, der von einem Gangsterpärchen in Sonnenbrille, schwarzer Lederjacke und Kapuzenpullover bekleidet, zu den Klängen von Frank Sinatras berühmten Song „New York, New York“ verübt wird. Ansonsten gibt es in dem Freizeitpark selbstverständlich viel Zuckerwatte, eine Zeitmaschine und eine Geisterbahn. Wobei letztere von der vierköpfigen Besuchergruppe zunächst als „voll langweilig“ bezeichnet wird. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem die kleine Molly plötzlich verschwindet und die Besucher der Geisterbahn, „doch langsam Angst bekommen“, wie von der dunklen Bühne zu vernehmen ist.

Um Molly aus den Fängen der Gruselgestalten der Geisterbahn zu befreien müssen sich die Besucher zunächst einen tänzerischen Kampf liefern. Ein Kampf, der angereichert mit dem artistisch anmutendem Schlagen von Brücken und Rädern der Schauspieler, letztendlich zur erfolgreichen Befreiung des jungen Mädchens führt.

Insgesamt 36 Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren sowie acht Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren haben an den diesjährigen Ferienspielen des Schultheater-Studios teilgenommen, wie Nina Natzke, Projektleiterin der Ferienspiele erzählt. Beschränkungen für die Teilnahme gebe es keine, weder die Schulform noch der Stadtteil spiele ein Rolle, weswegen die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen auch nicht nur aus der Nordweststadt, sondern ebenfalls aus anderen Teilen der Stadt kommen. Eine Einteilung erfolge lediglich nach dem Alter der Teilnehmer, erläutert Natzke.

Innerhalb einer Woche haben die Kinder und Jugendlichen in drei verschiedenen Gruppen und unter professioneller Anleitung der Theaterpädagogen des Schultheaters ihre eigenen Stücke entworfen. Das Besondere ist dabei, dass in Zusammenarbeit mit den Kindern und Jugendlichen stets eigene Stücke entwickelt und keine bereits existierenden Theaterproduktionen nachgespielt werden, so Natzke weiter.

Zwar schlagen die Theaterpädagogen schon manchmal einen groben Rahmen für ein Stück vor, „die meisten Ideen kommen aber immer von den Kindern selbst“, erzählt die Projektleiterin. Eine weitere Besonderheit bestehe darin, dass es „bei unseren Stücken keine klassischen Hauptrollen gibt, sondern in der Regel alle auf der Bühne stehen“.

Elke Mai-Schröder, Gesamtleiterin des Schultheater-Studios, erzählt, dass es die Ferienspiele schon seit über 15 Jahren gibt und das Feedback von den Kindern und Jugendlichen stets positiv sei. „Viele sind quasi Wiederholungstäter“, scherzt sie. Entsprechend positiv fällt daher auch ihr Blick auf die Zukunft der Ferienspiele aus: „Es steht nicht in Aussicht, dass wir jemals damit aufhören werden.“

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